No. 2 Monatsschrift des Württembg. Vereins für Badkunde in Stuttgart. 19 mensand, und nach 7 Tagen die Druckfestigkeit 218,2 at, die Zugfestigkeit 21,15 at betrug. Der künstlich hergestellte Sand enthält, wie oben gezeigt, eine ziemliche Menge sehr feines Pochmehl; es wurde noch untersucht, ob diese Beimengung die Festigkeit beeinträchtigt und sonach der Sand zu waschen sei. Diese Versuche sind in dem Laboratorium der Zement ­ fabrik Blaubeuren gemacht und haben folgendes Ergebnis: 1. Zugfestigkeit nach den Normen ermittelt, Mischung 1 :3 a) gewaschener Porphyrsand: nach 7 Tagen und aus 12 Proben 33,05 at, nach 28 Tagen und aus 6 Proben 40,04 at, b) Un ­ gewaschener Porphyrsand: je 4 Proben nach Tagen 7 14 28 90 33,4 at 36,6 at 40,2 at 48,9 at 2. Druckfestigkeit, Mischung 1 : 3 a) Porphyrsand gewaschen, Würfel von 50 mm mit dem Hammerapparat hergestellt, 2 Proben nach 7 Tagen : 162 at, nach 28 Tagen: 222 at, Würfel 100 mm mit der Hand eingeschlagen je 4 Proben nach 7 Tagen: 145,75 at, nach 28 Tagen: 203,5 at. b) Porphyrsand ungewaschen, Würfel 50 mm je 2 Proben nach 7 Tagen: 162 at, nach 14 Tagen: 189 at, nach 28 Tagen: 211 at. Aus diesen Versuchen geht die beachtenswerte Tatsache hervor, dass erstens der künstlich durch Quetschen von Por ­ phyrsteinen, ja auch von Kalksteinen erzeugte Sand viel grössere Festigkeiten erzielt, als reiner Quarzsand (Normensand), zweitens, dass die Beimengung des Pochmehles keinerlei Nachteile mit sich bringt. Es ist dieses Ergebnis von grosser Bedeutung, wo es an natürlichem Sand mangelt, aber Steine und Steinbrechmaschinen zur Verfügung stehen. Die Betonmischung für die Gründung bestand aus 1 Teil Portlandzement, 3 Teilen Porphyrsand und 6 Teilen Kies; es ergaben 20 1 Zement, 60 1 Sand, 120 1 Kies und 15 1 Wasser, zusammen 200 1 Rohstoffe, einen Betonklotz von 40,40/95 cm — 0,152 cbm. 1 cbm Stampfbeton erfordert sonach 135 1 Zement—189 rd. 190 kg, 0,4 cbm Sand, 0,8 cbm Kies, 100 1 Wasser. Die Stoffe wurden der Betonmaschine in Schubkarren ä 70 1 und Säcken ä 50 kg zugeführt; eine Mischung von rd. 0,38 1 Rohstoffen 0,3 cbm Beton erforderte für die Mischung 1:3:6 6 Karren Kies, 3 Karren Sand, 2 Sack Zement 1 ■ 91 / • s 6 3 9 1 / i . w / 2 . ^ kJ ), „ O „ ,) A /2 » » 1-9-4 ft ^ 9 w ,) ,» ° ,, )) 0 ,) ,) Die Betonmaschine von A. Kuntz, Kempten, wurde mittels einer lOpferdigen Lokomobile angetrieben und hat sich sehr gut bewährt; das Wasser wurde durch ein an Ort und Stelle hergestelltes Pumpwerk einfachster Art (Flügelpumpe auf der Notbrücke mittels eines Platschrades angetrieben) der Maschine aus dem Neckar zugeführt. Mit 2791 Mischungen wurden 850 cbm Beton hergestellt. Die tägliche Höchstleistung betrug 254 Mischungen 75 cbm Beton; durch Aufenthalt bei den Schalungen und infolge des starken Wasserandranges betrug die Durchschnittsleistung bei den Gründungen nur 55 cbm täglich, wobei auch die Kürze der Herbsttage ins Gewicht fällt. Dabei waren auf der Maschine 3 Mann tätig und 9 Mann beim Laden und Karren schieben. Der Beton wurde in einzelnen Absätzen senkrecht zur Druck ­ linie eingebracht und in wagrechten Schichten eingestampft, was ziemlich viel Schalung erforderte; diese Schalungen haben zugleich den Vorteil, dass bei einem Ansteigen des Wassers in der Baugrube bei Störungen in der Pumpe oder Lokomobile der Beton gegen Auswaschung geschützt ist. Das linksseitige Widerlager mit rd. 330 cbm wurde in der Zeit vom 2.-9. Oktober, das rechtsseitige mit 506 cbm in der Zeit vom 10.—17. November eingebracht; dann wurden die Baugruben zugefüllt und so die Widerlager den Winter über gegen den eingetretenen Frost geschützt. Die Ableitung des von der Sohle und von allen Seiten an den Wänden der Bau ­ grube hereinströmenden Wassers erforderte viel Arbeit; es mussten zwischen den Wänden der Baugrube und dem Beton Stein ­ packungen von 10—15 cm Stärke angebracht werden, hinter welchen das Wasser ablaufen konnte ; auf der Sohle wurden Drainröhren eingelegt, welche die einzelnen Wasseradern fassten; an den Vorderkanten der Widerlager wurde mittels 2 je 25 cm weiten Zementröhren das Wasser dem Pumpensumpf zugeführt. Das Lehrgerüst ist für eine Beanspruchung des Holzes von 80 at berechnet. Für die Absenkung waren Spindeln, wie solche auf Tafel II dargestellt sind, unter dem Lehrgerüst angebracht. Die Unterlagsplatten dieser Spindeln, welche von einem anderen Brückenbau herrührten und von der ausführenden Firma geliefert waren, hatten zu kleine Lagerflächen, so dass dieselben sich in die Schwellen der Lehrbögen und in die Schappelhölzer über den Pfahljochen bis zu 2 cm tief eindrückten, es mussten schliesslich Holzklötze neben den Spindeln aufgestellt werden, welche vor de n Ablassen wieder entfernt wurden. Die Belastung einer Spindel betrug rund 18 000 kg und dadurch die Beanspruchung auf Pressung für die untere grosse Lagerplatte von 20/20 cm — 45 Atm „ „ kleine „ „ 12/12 „ — 125 „ „ obere Kopfplatte*) von 17,5/17,5 „ — 80 „ für den Kern der Schraubenspindel 40 mm Durchm. — 1433 „ für die Schraubenspindel unterer Ansatz 35/46 cm — 2 387 „ die Beanspruchung auf Abscheeren der Spindel ­ gänge betrug für 10 Gänge von 10x0,5X 12,6 63 qcm 286 „ Die 26—28 cm starken Pfähle wurden mit der Zugramme 3,3 m bis 2,1 m tief eingetrieben; bei einem Eindringen der Pfähle von 1 cm auf eine Hitze von 20 Schlägen des 400 kg schweren Rammbären wurde mit Rammen aufgehört. Das Lehr ­ gerüst war mit Rücksicht auf die zu erwartenden Senkungen desselben während der Ausführung durch Schwinden und Pressung des Holzes, sowie mit Rücksicht auf die Senkung des Gewölbes bei und nach der Ausschalung von 200 mm im Scheitel bis 0 mm im Kämpfer überhöht, während die aus der Pressung des Gewölbes und der Fundamente sich ergebende Senkung des Scheitels nur zu rund 20 mm berechnet worden war. Bei dem Lehrgeiüst wurde wiederum die bemerkenswerte Erfahrung gemacht, dass Holz senkrecht zur Langfaser weit weniger beansprucht werden darf, als dies in der Richtung der Faser zulässig ist. Die eisernen Platten der Gerüstspindeln bissen sich während des Betonierens bis zu 3 cm stark in das Holz ein, so dass die Enden der Schwellen zwischen den Spindeln und den Jochpfählen bezw. zwischen den Spindeln und den Langschwellen des Gerüstes aufsprangen. Dabei war die Pressung auf 1 qcm allerdings für die unteren Schwellen 80 kg, für die oberen nur 45 kg. Um einer gänzlichen Zer ­ störung der Schwellen vorzubeugen, wurden, nachdem etwa 2 / s des Gewölbebetons eingebracht war, Holzstempel neben den Spindeln angebracht, worauf das weitere Einbeissen aufhörte. Bei der Ausscnalung wurden die Stempel mit leichter Mühe durch Durchsägen vor dem Ablassen der Spindeln entfernt. Abgesehen von dem Einbeissen der Spindelplatten in die Gerüstschwellen hat sich das Lehrgerüst tadellos gehalten. Die Kämpfergelenke waren durch besondere Knaggen auf dem Lehrgerüst gelagert. Das Lehrgerüst samt Jochen erforderte rund 100 cbm Holz oder bei 270 cbm Beton des Gewölbes pro cbm Gewölbe rund 0,38 cbm Holz. Die sichtbaren Teile der Brücke: Ortpfeiler, Gewölbe, Ent ­ lastungspfeilerchen u. s. w. wurden in Schalungen /zugleich mit den inneren Teilen der Brücke eingestampft; diese gehobelten und geölten Schalungen waren zuvor ins der Werkstatt herge ­ stellt worden; die Kunststeine, Gesimsplatten, Konsolenbrüstungs ­ quader wurden in einem Werkschuppen auf der Baustelle an ­ gefertigt und dann versetzt. Die Rüstungen waren sehr einfach, der ganze Beton wurde auf fliegenden Gerüsten mittelst Schubkarren auf Dielenbahnen eingebracht. Die 20 m lange Notbrücke über den Neckar diente dem Bauverkehr zwischen beiden Uferseiten; ein offener Werkschuppen füi die Zementkunststeine, eine kleinere Zementhütte, ein kleines Bureau genügten an äusseren Einrichtungen der Baustelle, dazu kommen an Baumaschinen eine eiserne Zugramme, ein Stein ­ brecher, zwei Lokomobilen nebst Kraiselpumpen, ein einfaches Wasserrad mit Flügelpumpe und die Betonmaschine. Die 270 cbm Beton des Gewölbes wurden in 9 Tagen eingebracht, dabei wurden zunächst und zwar symmetrisch zum Scheitel auf beiden Gewölbehälften die Binderschichten, welche *) Das Mittelstück von 9/9 nicht eingerechnet.