36 Monatsschrift des Württembg. Vereins für Baukunde in Stuttgart. Nr. 3 5. Dass der Cement das Eisen vor Rostbildung schützt, falls es in Beton eingebettet wird. Soviel über unseren Probebogen. Ich war mir meiner Aufgabe wohl bewusst, als ich mich erboten habe, in dieser Versammlung vor so vielen sachverstän ­ digen Denen zu sprechen. Es war mir bekannt, dass sowohl in der Literatur, als auch durch öffentliche Vorträge der armierte Beton in letzter Zeit besprochen und behandelt worden ist und auf den Materialprüfungsanstalten Untersuchungen und Prüfungen ausgeführt worden sind, die auf einer streng wissenschaftlichen Grundlage beruhen, hinter denen mein Experiment, dessen An ­ fang schon sieben Jahre zurückliegt, weit zurücksteht, und doch glaube ich, berechtigt gewesen zu sein, die Ergebnisse dieses Versuchs in die Oeffentlichkeit zu bringen und meine Ansicht hierüber kund zu geben. Obwohl daher meine Darlegungen sich mehr nach der prak ­ tischen als nach der theoretischen Seite richten, so haben sie auch ihre Berechtigung. Sie bestätigen manches, was bislang von bedeutenden Fachleuten empfohlen wurde, z. B. den Wert der Bogengelenke und der Eiseneinlagen, sie zeigen die immer ­ währenden Bewegungen der Bogengewölbe durch die Temperatur Schwankungen, insbesondere aber geben uns diese Versuche ein richtiges Bild, wie der Beton sein soll und wie er hergestellt werden muss. Wenn daher bei meiner Abhandlung der Theo ­ retiker etwas zu kurz kam, so bitte ich dies einem Manne der Praxis entschuldigen zu wollen. Ich gebe mich daher der Hoffnung hin, dass Sie der heutige Abend befriedigt hat und dass meine beiden Vorträge dazu bei ­ tragen mögen, dem Beton, diesem zwar noch jungen, aber vor ­ züglichen Baumaterial, mit dem man im stände ist, je nach Bedarf in verschiedenen Härten und Festigkeiten durch Verar ­ beitung an Ort und Stelle massive Bauwerke auszuführen, die an Sicherheit und sparsamem Unterhaltungsaufwand denen aus natürlichen Steinen nicht nachstehen, aber bedeutend geringere Baukosten als diese verursachen, ein noch viel grösseres Ver ­ wendungsfeld aufzuschliessen, als dies seither schon der Fall war und geschehen ist. Personal -Nachrichten. Zweite Staatsprüfung im Hochbaufach 3. Mayer M., von Ellwangen, im Frühjahr 1904. 4. Müller E., von Stuttgart, Bei derselben sind für befähigt erklärt worden und haben 5. Reuter G., von Bensheim (Hessen), die Bezeichnung „Regierungsbaumeister“ erhalten: 6. Ri mm eie F., von Ehingen (Donau), 1. Eberhardt H., von Furtwangen (Baden), 7. Schirmer F., von Ravensburg, 2. Fleinert Fr., von Heilbronn, 8. Tränkle O., von Ludwigsburg. Kundmachungen. An die Vereinsmitglieder! Von dem Werk „Das Bauernhaus im Deutschen Reich, in Oesterreich-Ungarn und in derSchweiz“ sind nun die meisten Lieferungen erschienen. Dieses ausser ­ ordentlich hervorragende Sammelwerk ländlicher Kunst und malerischer ländlicher Architekturbilder verdient das grösste Interesse nicht nur jedes Fachmannes, sondern jedes Gebildeten überhaupt und wird daher den Vereinsmitgliedern aufs wärmste zur Anschaffung empfohlen. Der Anschaffungspreis (Vorzugspreis für die Vereinsmitglieder) beträgt für das „Bauernhaus im Deutschen Reich in Oesterreich Ungarn“ in der Schweiz“ u. seinen Grenzgebieten“ 16,50 M. 17 M. 30 M. anstatt 80 M. anstatt 45 M. anstatt 51 M. Von den erschienenen Lieferungen kann beim Bibliothekar des Vereins Einsicht genommen werden. Die Vorstände des Architektenvereins zu Berlin und der Vereinigung Berliner Architekten haben mitgeteilt, dass sie be ­ schlossen haben, den Preis für das von ihnen im Jahre 1896 gemeinschaftlich herausgegebene Werk „Berlin und seine Bauten“ von 60 M. auf 20 M., ungebunden, herabzusetzen. Das Werk besteht aus 3 Bänden: Band 1 Ingenieurwesen, Band II und III der Hochbau. Zu diesem Preise kann das Werk von jeder Buchhandlung bezogen werden. Es wird zur Kenntnis gebracht, dass ausser den in Nr. 1 und 2 der Monatsschrift genannten Zeitschriften auch die Monatsschrift „Der Städtebau“ durch den Verein an ­ geschafft und in Zirkulation gesetzt wird; man wende sich hie wegen an Herrn Hofbuchhändler Weise in Stuttgart. UI. Internationaler Mathematiker-Kongress in Düsseldorf 1904. Dieser Kongress findet in der Zeit vom 8. bis 13. August 1904 in Heidelberg statt. Pis werden sechs Sektionen gebildet werden und zwar für Mathematik und Algebra, für Analysis, für Geo ­ metrie, für angewandte Mathematik, für Geschichte der Mathematik und für Pädagogik. Mit dem Kongresse wird eine Ausstellung mathematischer Modelle und eine solche mathematischer Literatur verbunden sein. Beide Ausstellungen werden sich auf die wichtigeren Erscheinungen der letzten zehn Jahre beschränken; die erstere soll aber auch ältere, historisch interessante Originalmodelle umfassen. Die Mathematik hat mit den technischen Wissenschaften viele Berührungspunkte und wird nicht ohne Grund als die Grundlage aller Wissenschaften bezeichnet. Die Vereinsmitglieder, insbesondere diejenigen, deren berufliche Tätigkeit besonders in das Gebiet der Mathematik hinübergreift, werden auf diesen Kongress aufmerksam gemacht und zur Teilnahme an demselben eingeladen. Alle Zuschriften in Angelegenheit des Kongresses sind an Professor Dr. A. Krazer in Karlsruhe, Westendstr. 57, zu richten. Der nachstehende Vertrag des Vereins mit der Magdeburger Lebensversicherungsgesellschaft wird den Mitgliedern wiederholt zur Kenntnis gebracht und werden dieselben eingeladen, auf dieses Vertragsverhältnis gegebenen Falles im eigenen Interesse Rücksicht zu nehmen. Vertrag zwischen dem Württembergischen Verein für Baukunde (Mitglied des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine) und der Magdeburger Lebensversicherungsgesellschaft zu Magdeburg („Alte Magdeburger“) (gegründet 1855; Gesamtvermögen 41 Millionen Mark). § 1. , I fertigung der Policen erfolgt vollständig kostenfrei, im Die Magdeburger Lebensversicherungsgesellschaft ist bereit, übrigen aber nach Massgabe der allgemeinen Versicherungs ­ bei Unfallversicherungen von mindestens fünfjähriger Dauer, ! bedingungen, der besonderen Bedingungen für die Versicherungen welche die Mitglieder des Vereins für Baukunde bei ihr abschliessen, mit Prämienrückgewähr, der Rententabefe und der Bestim- die im § 9 enthaltenen Prämiensätze zu berechnen. Die Aus- mungen des Tarifs.