Nr. 7 und 8 Monatsschrift des Württembg. Vereins kür Baukunde in Stuttgart. 75 soll neben dem Fabrikzeichen in deutlicher Weise, an geeigneter Stelle (am besten auf der Muffe) aufgegossen werden. 20. Für die Blei rohran schlösse sind als die zweck ­ mässigeren Anordnungen, Messingstutzen von 125 mm Bau ­ länge, woran das Bleirohr mit Plombenlötung angeschlossen wird, und gusseiserne Flanschenstücke (F-Stücke) festgestellt; ausserdem sind in zweiter Linie auch verzinnte Eisenstutzen mit Kelch hiefür aufgenommen. 2. Blei- und Zinkröhren. 21. Die Bleiabflussröhren erhalten folgende Durch ­ messer, Wandstärken und Gewichte: Durchmesser 25, 30, 40, 50 mm, Wandstärke 3,0, 3,5, 4,0, 4,0 mm, Gewicht für 1 m 3,0, 4,2, 6,3, 7,7 kg. 22. Für Zinkröhren soll Zink nicht unter Nr. 13 mit 0,74 mm Stärke verwendet werden. 3. Steinzeug. (Alle Masse in (Zentimeter.) 23. Für die Steinzeugröhren sind folgende normale Durchmesser, Wandstärken und Abmessungen bestimmt: Durchmesser 10 12,5 15 20cm, Kleinste zulässige Wandstärke 1,5 1,6 1,7 1,9 cm, Baulänge der geraden Röhren 60 und 100cm, Muffentiefe 6 bis 7 cm. Die Innenfläche der Muffe und das Schwanzende der Röhre werden auf 5 cm Länge mit wenigstens 5 Riefen ver ­ sehen. Die Dichtungsstärke an dem vorderen Muffenrand soll 1,5 cm betragen und darf bis zum Muffenboden sich bis auf 1,2 cm vermindern. 24. Für die Bogenröhren gelten folgende Abmessungen: bei 15" Zentriwinkel 200 cm Halbmesser und 52 cm Baulänge, „ 30° „ 100 cm „ „ 52 cm „ , ,, 45 0 „ 60 cm „ „ 47 cm „ Für besondere Fälle (senkrechte Anschlüsse) ist ein Knie- rohr mit 90° Zentriwinkel und mit einem Halbmesser gleich ungefähr dem Zweifachen des Rohrdurchmessers vor ­ gesehen ; dieses Knierohr darf jedoch in liegenden Leitungen nicht verwendet werden. 25. Die Uebergangsröhren sind mit 60 cm Baulänge und, mit Ausnahme des Lieberganges von 10 auf 15 cm, nur mit einem Liebergang von einem Rohrdurchmesser auf den nächstfolgenden Durchmesser festgestellt. 26. Die Verbindungsröhren sind ausschliesslich mit einem Winkel von 60° zwischen der Achse des Hauptrohres und derjenigen des Anschlussstutzens vorgesehen und erhalten 60 cm Baulänge. Doppelverbindungen sind grundsätzlich aus ­ geschlossen. 4. Einheitliche Bezeichnungen. 27. Für die Leitungen sind nachstehende Benennungen festgesetzt: a) Ableitungen für liegende Leitungen, sogenannte Gefäll- leitungen, Sohlleitungen usw.; sie werden in Haupt ­ ableitungen und Neben ableitungen geteilt; b) Fallrohren für senkrecht herabkommende Leitungen; sie werden in Hauptfallröhren und Nebenfallröhren geteilt; c) Schräg leitungen für alle Leitungen, die an der Wand geschleift werden; d) Bogenröhren für gebogene Röhren mit Halbmessern von 500, 1000 und 2000 mm; e) Knie röhren für gebogene Röhren mit Halbmessern von zwei Rohrdurchmessern (R 2 D). Ferner werden folgende Ausdrücke festgesetzt: Hilfsluftleitung Fussbögen Verbindungen Bogenverbindungen Sprungröhren U ebergangsröhren Liebermuffen statt sekundäre Ventilation, „ Fusskrümmer, „ Abzweigungen, „ Pfeifenköpfe, „ Etagenbögen, S-Stücke usw- „ Reduktionen, Sprung usw., „ Lieberschieber. 28. Anmerkung. Für besondere örtliche Verhältnisse dürfen Formstücke anderer Art verwendet werden. Alle solche Formstücke müssen jedoch in Wandstärke und Muffe mit den Normalien übereinstimmen. — Bericht des Ausschusses für die Nachprüfung der Normalien für Hausentwässerungsleitungen. Der Verband deutscher Architekten- und Ingenieurvereine hat in seiner 32. Abgeordnetenversammlung in Dresden am 31. August 1903 die vom Ausschuss vorgelegte Neufassung der Normalien angenommen. Dieser Beschluss erfolgte einstimmig von den anwesenden Vertretern der sämtlichen deutschen Architekten- und Ingenieurvereine Gegen diese Normalien richtet sich eine im Anfang d Js. erschienene Schrift von Ver ­ tretern deutscher technischer Vereine, die seinerzeit zu der Beratung dieser Normalien von dem unterzeichneten Ausschuss eingeladen waren. Diese Schrift greift einerseits das Vorgehen des Verbandes in dieser Angelegenheit aufs schärfste an; sie bemängelt anderseits die technischen Einzelheiten und sucht schliesslich nachzuweisen, dass durch die Verbandsnormalien eine so hohe Verteuerung der ganzen Hausinstallation eintreten würde, dass die Einführung dieser Normalien daher schon aus wirtschaftlichen Gründen unmöglich sei. Diese Schrift ist, soviel uns bekannt geworden ist, an die Ministerien der deutschen Staaten und an eine grosse Zahl von Stadtverwaltungen geschickt; ferner ist ein Auszug dieser Schrift „An die deutschen Ingenieure“, „An die Installateure“ und „An die Bauräte und Regierungs ­ baumeister“ verteilt worden. In dieser Schrift sowohl wie im Auszuge werden den Verbandsnormalien andere Normalien gegenüber gestellt, welche die Verfasser als „Normalien der deutschen Ingenieure“ oder als „Normalien deutscher Ingenieure“ bezeichnen und dadurch den Eindruck hervorgerufen haben, wie uns durch Zuschriften bekannt geworden ist, als seien diese Normalien von dem „Verein deutscher Ingenieure“ bearbeitet. Auf diesen Eindruck ist zweifellos ein grosser Teil der zu ­ stimmenden Erklärungen aus den vorgenannten Kreisen zurück ­ zuführen, um deren Abgabe bei Versendung des Auszuges unter Beigabe einer frankierten Postkarte seitens der Verfasser ersucht worden ist. Der vorerwähnte Auszug enthält über die Ent ­ stehung der Verbandsnormalien und über ihre Begründung keinerlei Angaben, so dass sich die Empfänger hieraus kein klares Bild machen konnten über die Tragweite ihrer Abstimmung in dem einen oder anderen Sinne. Die ausführliche Schrift enthält zwar eine Darstellung der Entstehung der Verbands ­ normalien, aber in einer den Tatsachen so wenig entsprechenden Weise, dass wir uns veranlasst sehen, die gesamten Vorgänge nochmals aktenmässig klarzustellen. Veranlassung zur Aufstellung von Normalien für Haus ­ abflussleitungen gaben dem Verbände die geradezu unhaltbaren Zustände, die sich im Laufe der Jahre im Hausinstallationswesen herausgebildet haben. Es herrscht auf diesem Gebiete, wie be ­ kannt, eine vollständige Verwirrung, wie schon am besten daraus hervorgeht, dass gegenwärtig mit „schottischen Röhren“, „deutschen Abflussröhren“, „leichten Röhren“, „halbschweren Röhren“ und „schweren Röhren“ gearbeitet wird, wobei die verschiedenen Giessereien mit diesen Bezeichnungen z. T. gänzlich verschiedene Begriffe verbinden, dass ferner für die an ­ gegebenen Rohrarten eine Unzahl teils überflüssiger, teils technisch mangelhafter Formstücke im Handel sind, die häufig bei den Hausinstallationen durcheinander geworfen werden. Diese Ver ­ wirrung trug dazu bei, dass in vielen Fällen technisch richtige und hygienisch einwandfreie Installationen nicht zur Ausführung kamen. Wenn nun auch die Verfasser der Schrift (S. 17) behaupten: „Dass die Notwendigkeit einer Aenderung der bisher gebräuch ­ lichen Abflussrohren nicht vorliegt“, so erkennen sie doch un ­ mittelbar darauf an, „dass es angebracht sei, den von ver ­ schiedenen Seiten geäusserten Wünschen nach einer einheitlichen Herstellung der Abflussrohren Rechnung zu tragen,“ und stellen dann selbst Normalien auf. Zu der Aufstellung von Normalien für Hausentwässerungs ­ leitungen war aber zweifellos der Verband deutscher Architekten- und Ingenieurvereine in erster Linie berufen; dies erkennt auch der in der Schrift dem Verbände wiederholt entgegengestellte Verein deutscher Ingenieure ausdrücklich an, da dem Verbände vorwiegend die Architekten- und Bauingenieure angehören, also