22 Auch sonst wurden auf der Londoner Weltausstellung von Direktor v. Steinbeis, welchem als Assistent der Regierungsreferendär Gaupp, der nunmehrige Vorstand unserer Zentralstelle, beigegeben war, viele neue Erwerbungen gemacht, darunter: Tische und Platten von Schiefer mit künst ­ licher Nachahmung der englischen Marmorarten, reiche Sortimente von Eisen-, Kupfer-, Messing-, Bleiröhren von Gebrüder Estivant in Givet, Ge ­ wehrschlösser und Gewehrbestandteile von Brazier in Wolverhampton, künst ­ liche Glieder von Ch. Rein & Masters in London, eine umfassende Samm ­ lung ausgezeichnet gearbeiteter Rohgüsse für Dampfmaschinen: Wasser- und Dampfhahnen, Kaltwasserpumpen, Wasserstandzeiger, Vakuumventile, Dampfpfeifen, Schmierbüchsen von Tylor & Sons in London, drei hydrau ­ lische Hebewinden, Wagen, Pulverisiermühle, zwei Kraftwebstühle, Werk ­ zeuge für die verschiedensten Gewerbe, amerikanische Haushaltungsmaschinen und Gerätschaften mannigfaltigster Art, französische Maschinentreibriemen, englische Sättel, Stallgarnituren, englische Büchereinbände und Buchdecken, Meisterstücke der Weberei von Bujatti in Wien (Näheres im Gewerbebl. 1863, S. 233). Ausser den Londoner Erwerbungen wurden in diesem Jahr dem Musterlager noch viele chinesische und japanische Waren einverleibt, ins ­ besondere Porzellane, Steinzeug, eingelegte und lackierte Holz- und Papier ­ machewaren, Rohrgeflechtarbeiten, geschnittene Arbeiten aus Elfenbein und Holz, Kupfer- und Bronzevasen, Schwerter, Filigranarbeiten, Stickereien, Bildwebereien, Papiere, bei Veranlassung der preussischen Expedition nach den ostasiatischen Gewässern durch die Gefälligkeit des Herrn Kommerzien ­ rats Grube in Düsseldorf erworben. In diese Zeit (schon 1861 beginnend) fallen auch die ersten Anfänge der Anlegung einer Sammlung von Modellen von Maschinen und Maschinenteilen, ausgeführt im polytechnischen Arbeitsinstitut von J. Schröder in Darmstadt, nach F. Redtenbächer, C. L. Moll, F. Reuleaux, Armengaud. Sie ist inzwischen zu einer ansehnlichen Sammlung von in jeder Hinsicht musterhaft gearbeiteten Modellen angewachsen und wird auch im Neubau eine Zierde unseres Museums bilden. Der sog. Musterlager-Verband. »Um dem Bekanntwerden der industriellen Fortschritte Vorschub zu leisten und die Vorteile, welche indu ­ strielle Mustersammlungen der Produktion und dem Handel gewähren, durch Vereinigung der Kräfte zu steigern,« wurde am 27. Oktober 1864 eine Ueber- einkunft zwischen den Vorständen der K. Zentralstelle in Stuttgart, der Grossh. Landesgewerbehalle in Karlsruhe und des Gewerbemuseums in Nürnberg abgeschlossen, dahingehend, dass diese Anstalten von Fabrikanten und Handelsleuten des In- und Auslandes neue Rohstoffe und Fabrikate über ­ nehmen, um sie nach einem Turnus bei sich zur Ausstellung zu bringen und ausserdem, dass auch diejenigen Gegenstände, welche die Anstalten bereits eigentümlich erworben haben, unbeschadet der heimischen Verpflich ­ tungen gegen eine tarifmässige Vergütung den Gegenstand wechselseitiger Benützung bilden sollen. Diese Uebereinkunft wurde in vielen auswärtigen —