56 gebilde«. — Die Krönung der ganzen Sammlung bildete die menschliche Figur; hier ergaben sich die Unterabteilungen: »Statuen, Statuetten, Gruppen, Karyatiden, Hermen, Büsten, Masken und Köpfe, Körperteile, figürliche Reliefs, Medaillen und Anatomieen.« — Als im Jahre 1879 die Musterzeichenschule der K. Zentralstelle in der K. Kunstgewerbeschule aufging, musste der Gedanke sich erheben, ob nicht die Sammlung der Gipsabgüsse der Lehrmittelsammlung dieser Schule ein ­ verleibt werden solle. Allein die Ergebnisse einer Umfrage bei den Zeichen ­ lehrern des Landes, für welche die Sammlung eine Rundschau über das plastische Vorbildergebiet bildete, sowie Erkundigungen bei Kunstgewerbe ­ treibenden führten dazu, dieselbe bei der K. Zentralstelle zu erhalten und sie neben dem Musterlager als selbständiges Institut weiter auszubilden. Nachdem die Sammlung infolge Ausscheidens der Lehrkräfte der Musterzeichenschule aus dem Dienst der K. Zentralstelle während mehrerer Jahre einer speziellen sachverständigen Aufsicht entbehrt hatte, wurde von dem inzwischen neuberufenen (jetzigen) Vorstand der K. Zentralstelle der Sammlung besondere Aufmerksamkeit zugewendet und Baurat Dolmetsch zum Kustos derselben bestellt. Schon waren die zur Verfügung stehenden Räume dermassen überfüllt, dass selbst die Bodenflächen voll mit Modellen lagen. Der neue Vorstand glaubte sich aber hiedurch nicht von der Ueber- zeugung abbringen lassen zu sollen, dass es sich hier um ein Gebiet handle, auf welchem noch vieles, insbesondere zur Förderung der Kunstgewerbe ­ treibenden geschehen könne. Es galt nur, Zeit und Gelegenheit zu. benützen, um dieser mit so weitem Blick ins Leben gerufenen Sammlung durch noch grössere Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit zu einer vollkommeneren Aus ­ gestaltung und vielseitigerer Bedeutung zu verhelfen. Bei der Ueberfüllung der Ausstellungsräume musste unausbleiblich die Instandhaltung einer syste ­ matischen Aufstellung der Gegenstände immer mehr notleiden und es drohte, dass schliesslich die Einordnung neu erworbener Gegenstände unmöglich werde. Aber auch dieser Misstand wurde beseitigt, als die Legionskaserne vom Militär gänzlich geräumt wurde. Im Februar 1890 wurde die ganze Sammlung in einem Saal am äussersten Ende des Marienstrassenflügels im ersten Stock unter ­ gebracht, wo sie von dieser Zeit an nun auch dem allgemeinen Zutritt des Publikums (an den Sonntagen vormittags von 10V2 bis J 2 , /ä Uhr) geöffnet war. Auch bei der neuen Aufstellung Hessen sich aber nicht alle Gruppen in einem Saale vereinigen; man war vielmehr genötigt, die Modelle, welche als Lehrmittel für den Zeichenunterricht zu betrachten sind, samt den Gruppen, »Pflanzenabgüsse, Tierköpfe und menschliche Körperteile« in einem Raume des Dachstocks unterzubringen, während der Hauptteil der Sammlung, welcher ausschliesslich dem Kunstgewerbe zu dienen hat, in gut übersichtlicher, systematischer Ordnung seine Aufstellung in dem erwähnten Saale finden konnte. •— Um die Sammlung zu vollständigerer Abrundung zu bringen, arbeitete man nun zielbewusst nach zwei Hauptrichtungen, einmal für die Schulen und sodann für das Kunstgewerbe.