62 fasse, sonstige kirchliche Gegenstände und Waffen, Holzkassetten des Mittel ­ alters in Kerb- und Flachschnittdekoration oder verziert mit Eisenbeschlägen, die Trinkbecher, Pokale, Kannen, Krüge, Messgeräte, Schmuckgegenstände in verschiedenster Stilrichtung, sowie eine reiche Sammlung von nachge ­ ahmten Metallbeschlägen aller Art, letztere besonders aus der gotischen Periode. Hervorragend sind die Abgüsse nach Rüstungen aus der K. Samm ­ lung in Madrid, sowie zwei sorgfältig ausgeführte mit Elfenbein- und Metall ­ schmuck verzierte Gewehre vom K. Nationalmuseum in München. Eine Sammlung Abgüsse von Steinzeugkrügen, Kristallgefässen, von Schlüsseln, Buchdeckeln verschiedenster Art, von Elfenbeinschnitzereien, Kruzifixen, Möbelbeschlägen, alten Lederschnittarbeiten, geschnitzten Stuhllehnen etc. giebt uns ein Bild davon, mit welcher Liebe die Kunsthandwerker des XVI., XVII. und XVIII. Jahrhunderts sich die Ausbildung aller häuslichen und kirchlichen Geräte angelegen sein Hessen. Der sorgfältigen Ausbildung dieses Teils der grossen Sammlung liegt zugleich die Erwägung der in Einer Hand vereinigten Direktion der ver ­ schiedenen Institute der K. Zentralstelle zu Grunde, dass auf diesem auch bei bescheidenen Geldmitteln verfolgbaren Wege die in unserem Museum fehlenden teueren alten Originale den Kunstgewerbetreibenden in vollständig getreuen Reproduktionen vorgeführt werden können, welche, zumal in far ­ biger Ausführung, der Industrie dieselben Dienste als Vorbilder zu leisten vermögen, wie die Originale selbst. Wird noch weiter ins Auge gefasst, dass mit diesem Bestreben das weitere Hand in Hand geht, die von Jahr zu Jahr zunehmenden Publikationen photographischer Aufnahmen der alten Schätze der Kunstgewerbemuseen für die Kunstbibliothek der K. Zentralstelle zu erwerben, so darf ohne Bedenken gesagt werden, dass unsere ver ­ einigten Sammlungen mit ihrer unbeschränkten Zugänglichkeit der heimischen Industrie die reichste Gelegenheit bieten zu Studien an den »Werken unserer Väter« wie vielleicht wenig andere Museen. Wir gelangen weiter zu den figürlichen Gruppen und erwähnen hier die neueren Anschaffungen von Tieren; es sind dies, neben einzelnen Gestalten kleineren Massstabes wie Pferde, Rinder, Löw r en, Adler, Gruppen von Jagdbeuten u. dergl., Naturabgüsse von Schwanen- und Gänseflügeln, Enten, Schwalben, Fledermäusen, Fischen, Krebsen, Köpfen von Haustieren, Schlangen, Kröten, Eidechsen, sowie von einzelnen Teilen vierfüssiger Tiere, alles in naturgetreuer Ausführung. Ein hervorragendes Interesse verdienen zwei hellenische Brunnenreliefs, ein säugendes Schaf und eine säugende Löwin darstellend. Dieselben durften auf besonders eingeholte Erlaubnis bei der K. K. Antikensammlung in Wien speziell für unsere Sammlung ab ­ geformt werden. In noch reichlicherer Weise wurde auf eine Vermehrung der Gruppe »Menschliche Figuren« Bedacht genommen, wobei der Kleinkunst und der grossen dekorativen figürlichen Plastik gleiche Rechte eingeräumt wurden. Wir sehen hier ägyptische, griechische und römische Bronzefigürchen in