63 hübscher Auswahl, ferner eine aus romanischer Zeit stammende Figur des Königs David von der Kathedrale zu Chartres, die mit erstaunlicher Natur ­ treue durchmodellierten Altarfigürchen des Hans Brüggemann vom Dom zu Schleswig aus der Zeit der Spätgotik; aus derselben Zeit eine Christusbüste vom Stephansdom in Wien, sonstige Brustbilder u. dergl. von spätgotischen Teilen der Marienkirche zu Reutlingen, Figuren und Büsten von dem in Holz geschnitzten Hochaltäre zu Besigheim, Apostelbrustbilder vom Sakristei ­ gewölbe der Stadtkirche zu Schorndorf, sowie einen sehr schönen überlebens ­ grossen Kruzifixus von der Klosterkirche zu Blaubeuren u. dergl. In der Renaissanceabteilung bemerken wir neben einzelnen figürlichen Reliefs aus der Schule der Robbia den lustig auf einem Fusse stehenden Knaben mit dem Fisch, von der Spitze des berühmten Brunnens im Hofe des Stadthauses zu Florenz. Die französische Renaissanceabteilung wurde u. a. durch einzelne Figürchen des Jean Goujon bereichert, während zur Ab ­ teilung der deutschen Renaissance die schon erwähnten Büsten vom Stutt ­ garter Lusthause und die Abgüsse der hervorragendsten überlebensgrossen Statuen aus der Hofkirche in Innsbruck, in Bronze imitiert, neu hinzu ­ kamen. Hieran reihen sich noch verschiedene Reliefs und Büsten aus dem 18. Jahrhundert, sowie eine überlebensgrosse schwebende Knabenfigur von der Dreifaltigkeitssäule am Graben in Wien. Die sorgsamste Pflege erfuhr jedoch die moderne Abteilung dieser Gruppe. Hier linden wir u. a. neben den edlen Schöpfungen eines Dannecker, eines Konrad Weitbrecht von Stuttgart, eines Rietschel, Hähnel, Schlüter und anderer Dresdener Künstler flott behandelte Reliefs von Schaupp in Karlsruhe und die mit feiner Cha ­ rakteristik aufgefassten Genrefiguren der berühmtesten modernen Wiener Künstler, der Professoren Donner, König, Kühne, Schwarz u. a. Besonders ehrend ist aber unser f Landsmann, Bildhauer Rösch, vertreten; eine grosse Anzahl seiner besten Werke sind hier vereinigt: ein Relief »Die Nacht«, eine Halbfigur »Die Frömmigkeit«, ein nur als Skizze ausgeführtes Relief »Die Kindersegnung«, Porträtköpfe in verschiedenen Ausführungsarten, die Modelle zu den vier Nischenfiguren »Bildhauerei, Malerei, Architektur, Kupfer ­ stichkunst« am K. Museum der bildenden Künste, die Statue des Astronomen Kepler vom Portal der technischen Hochschule, sowie ein Teil der Original ­ modelle zu den Zwickelfiguren an der K. Oeffentlichen Bibliothek. Als Abschluss der ganzen Sammlung ist noch die Aufnahme von Mo ­ dellen ganzer Gebäude oder Teile von solchen, sowie von Monumenten u. dergl. ins Auge gefasst werden, was insofern einem Bedürfnisse entsprechen dürfte, als derartige Modelle bei monumentalen Aufgaben vielfach angefertigt werden, später aber nur so mangelhaft untergebracht werden können, dass die mühsam hergestellten Werke nach oft kurzer Zeit zu Grunde gehen; es dürfte daher im öffentlichen Interesse liegen, wenn derartigen Modellen künftighin von uns eine sichere Heimstätte geboten wird. Ein Anfang ist bereits gemacht mit dem von unserem Modelleur Kreiser sorgfältig durch ­ geführten Modell des äusseren Schlossportals in Tübingen, dem von Hof- I