75 dass solche Entwürfe, welche die auf 2235000 dl. festgesetzte Bausumme erheblich überschreiten, von der Beurteilung ausgeschlossen bleiben. Auf den festgesetzten Termin (15. Mai 1888) liefen 27 Konkurrenzarbeiten ein, wozu der in amtlichem Auftrag vom Regierungstechniker Oberbaurat Sauter gefertigte Plan noch hinzukam. Das Preisgericht, bestehend unter dem Vorsitz des Regierungsdirektors v. Gaupp aus den Herrn Oberbaurat v. Bok und Hofbaudirektor J. v. Egle in Stuttgart, Geheimer Regierungsrat Professor Ende in Berlin, Geheimer Hofrat Dr. v. Jobst, Oberbaurat Dr. v. Leins, Oberregierungsrat Schitten- helm in Stuttgart, Oberbaurat Freiherr v. Schmidt in Wien, Oberfinanzrat Dr. Schwarz in Stuttgart, nahm in viertägigen Beratungen eine eingehende Prüfung der eingekommenen Arbeiten vor. Ihr Ergebnis war, dass der erste Preis (7000 dt) den Architekten Hartei & Neckelmann in Leipzig, der zweite (4500 dl) den Architekten Schmid & Burkhardt in Stuttgart, der dritte (2500 dt) den Architekten Giese & Weidner in Dresden zufiel und dass die Entwürfe von Bauinspektor Dolmetsch und von den Architekten Eisenlohr & Weigle in Stuttgart, weil einzelne Programmpunkte in be ­ sonders guten Lösungen zeigend, angekauft wurden. Da aber keiner der prämiierten Entwürfe unmittelbar zur Ausführung sich eignete, so wurde noch eine besondere Kommission, bestehend aus Regierungs ­ direktor v. Gaupp als Vorsitzendem, Baudirektor v. Landauer, Baurat Berner, Oberregierungsrat Schittenhelm, Oberfinanzrat Dr. Schwarz, Oberbaurat Sauter und Baudirektor Dr. v. Ehmann zusammengesetzt, um die vorliegenden Pläne hinsichtlich ihrer Ausführbarkeit genau zu untersuchen und Antrag darüber zu stellen, welcher der vorliegenden Pläne den weiteren Verhand ­ lungen zur Gewinnung eines definitiven Planes zu Grunde gelegt werden soll. Unter den prämiierten Entwürfen musste cjer erste, derjenige von Hartei & Neckelmann, auch in Absicht auf die Ausführbarkeit die Augen besonders auf sich ziehen. Das Preisgericht hatte diesem trotz einiger Mängel, welche sich beseitigen Hessen, und weil auch die Bausumme bis auf eine geringe Ueberschreitung eingehalten war, »in Anerkennung des wirklich genialen Wurfes, welcher sich in der künstlerisch so geschickten Bewältigung der Form des Bauplatzes, in der anziehenden Ausgestaltung der Innenräume und der Durchbildung der Fassaden ausspricht«, den ersten Preis zuerkannt. Da Oberbaurat Sauter sofort nach den Preisgerichtsverhandlungen im amt ­ lichen Auftrag eine Umarbeitung seines Planes vornahm, so trat letzterer neben demjenigen von Hartei & Neckelmann allein in den Vordergrund, bis später die durch den zweiten Preis ausgezeichneten Architekten Schmid & Burkhardt freiwillig ihren Plan gleichfalls verbesserten und wieder vorlegten. Ueber die Pläne von Hartei & Neckelmann sowie von Oberbaurat Sauter hielt die obenerwähnte Kommission mehrere zum Teil von den Staats ­ ministern des Innern und der Finanzen geleitete Sitzungen ab, in welchen jedesmal die Mängel der beiden Pläne genau festgestellt und den Architekten zur Verbesserung der letzteren behanntgegeben wurden. Infolge dessen