8 4 Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss dieser Bauten sind im wesent ­ lichen die Sammlungsräume, im zweiten Obergeschoss die Bureaus für die beiden Zentralstellen und die K. Kommission für die gewerblichen Fort ­ bildungsschulen untergebracht, während die Untergeschossräume die Modellier ­ werkstätte, Magazinsräume, das Zentralaichungsamt und einen Teil des che ­ mischen Laboratoriums enthalten. Das chemische Laboratorium befindet sich an der Ecke der Schloss- und Lindenstrasse, für welches — samt seinem n,8 m langen und 10,17 m breiten Hörsaal — insgesamt 600 qm vor ­ handen sind. Durch die Anordnung von fünf Lichthöfen erhalten sämtliche Gebäude ­ teile reichliches Seitenlicht. Drei dieser Höfe haben Zufahrt. Der vierte Hof dient für die Zwecke der Gipsgiesserei, und im fünften Lichthof sind die Dampfkessel für die Heizanlage etc. untergebracht. Ausser den zwei Treppen im Haupttreppenhaus vermitteln die grosse Wendeltreppe im Kuppelbau Schloss-Lindenstrasse, zwei Treppen im Kanzlei- strassentlügel, die grosse Marmortreppe in der König-Karl-Halle, die benach ­ barte Wendeltreppe und noch einige kleinere Treppenanlagen den Verkehr im Gebäude. Die Räume des chemischen Laboratoriums sowie der anstossenden Hausmeisterswohnung im Erdgeschoss sind für eine etwaige Vergrösserung der Museumsräume in Aussicht genommen. Es sind deshalb die dort ge ­ machten Einbauten so konstruiert, dass die Zwischenwände und Zwischen ­ decken leicht herausgenommen werden können. Fassadenbildung mit Materialangabe. Die Fassaden zeigen die Formen italienischer Renaissance. Das Erdgeschoss hat durchgängig kräf ­ tiges Rustikagemäuer auf glattem Sockel erhalten. Das zweite und dritte Obergeschoss ist durch freistehende Säulen in der Kanzleistrasse, durch Dreiviertel-Säulen in den anstossenden Kuppelbauten, im übrigen durch Pilaster zu einem Motiv zusammengezogen mit Zwischenteilung für die zwei Geschosse. Eine Ausnahme hievon macht nur ein Teil der Lindenstrassen- fassade, welche im Mittelteil durch verschieden ausgebildete Fensterarchitektur, in den seitlichen Teilen durch kleinere Säulenstellungen belebt ist. Das Kranzgesims liegt im mittleren Teil der Lindenstrassenfassade 17,72 m über dem Trottoir und 0,85 m tiefer als das sonst in gleicher Höhe durchgeführte Kranzgesims, welches 22,95 m über dem Höhenpunkt an der Kreuzung der Schloss- und Kanzleistrasse gelegen ist. Die vier Risalite der Schloss- und Lindenstrassenflügel haben eine reichere Ausbildung durch Giebel erhalten- Die Kanzleistrassenfassade, die zwei anstossenden Kuppelbauten, der Kuppelbau an der Schloss- und Lindenstrasse zeigen 3,05 m hohe Attiken bezw. Tambours, auf welch letzteren sich Kuppeln mit Flaggenmasten 48,4 m und 43,25 m hoch über der Kreuzung der Schloss- und Kanzleistrasse erheben, und die Silhouette des Gebäudes in wirkungsvoller Weise beleben. Einige Risalitteile der Linden- und Hospitalstrassenflügel haben niedrige Attikaaufsätze erhalten, wovon die beiden in der Lindenstrasse mit Flaggenmasten bekrönt sind.