121 bereits enthält. Dank dem für ein derartiges Unternehmen unentbehrlichen Entgegenkommen einzelner Fachleute, können jetzt schon die hauptsäch ­ lichsten Techniken vorgeführt werden. Die bedeutendsten dieser Geschenke sind: von J. F. Schreiber in Esslingen: Darstellung der Technik sämtlicher Verfahren des Steindruckes in 14 Tafeln, sowie das Modell einer lithographischen Handpresse; von der Maschinenfabrik Klein, Forst & Bohn Nachfolger in Geisenheim: Modell einer lithographischen Schnellpresse (diese Schenkung wurde ver ­ anlasst durch Herrn Kommerzienrat Ferdinand Schreiber in Esslingen); von der Schriftgiesserei Bauer & Co. in Stuttgart: Technik der Schrift- giesserei; von M. Rommel & Co. in Stuttgart: Technik des Lichtdruckes; von C. Staudt (A. Closs’ Nachfolger) in Stuttgart: eine Serie xylo- graphischer Künstlerdrucke; von H. Brandseph, K. Hofphotograph in Stuttgart: eine Serie Photographien aus alter und neuer Zeit in ver ­ schiedenen Techniken. Diesen und allen anderen Stiftern sei auch an dieser Stelle bestens gedankt, ebenso der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart, welche die Techniken des Holzschnittes, der Galvanoplastik, der Stereotyie und des Illustrationsdruckes (Zurichtung) in sehr entgegenkommender Weise lieferte, sowie der Firma Eberhard Schreiber in Stuttgart, welcher die Samm ­ lung die Technik der Zinkographie und Autotypie verdankt. Was die vorhandenen Drucke betrifft, so war ein kleiner Grundstock in der Kunstbibliothek der K. Zentralstelle vorhanden in einer Reihe von Heliographien, welche von dem verstorbenen Kunstkritiker Ludwig Pfau im Jahre 1868 in Paris erworben worden waren. Ferner wurde aus der Kunst ­ bibliothek ein Werk in die graphische Sammlung übertragen, das letzterer zu besonderer Zierde gereicht: Recueil des oeuvres lithographiques par Strixner, Piloty & Co. München 1810—1816. Dieses Werk, welches Goethe »das für sich selbst bestehende, reichhaltigste Incunabelnwerk des Steindruckes in der Welt« nennt, und von welchem Schlichtegroll schreibt, »dass es teils seiner Reichhaltigkeit wegen, teils der wenigen Exemplare halber, welche davon existieren, vorzüglich aber wegen der ganzen lithographischen Schule, welche es enthält, unter die Seltenheiten erster Grösse in jeder Bibliothek gehört«, wird zur Eröffnung des Neubaues des Landes-Gewerbe- museums in Gemeinschaft mit der Anfangs der zwanziger Jahre in Stuttgart erschienenen lithographischen Ausgabe der Gemäldesammlung der Brüder Boisseree dem ins Jahr 1896 fallenden 100 jährigen Jubiläum der Erfindung der Lithographie zu Ehren als Senefelder-Ausstellung besonders zur Anschauung gebracht. Die Erwerbung weiterer Drucke und Druckplatten geschah unter der Hand, nicht ohne Schwierigkeiten. Namentlich waren Kupferdruckplatten in den verschiedenen Manieren zum Teil recht schwer aufzutreiben. Ist doch von den neueren graphischen Verfahren, welche den Vorzug der Wohlfeilheit der Herstellung für sich haben, der Kupferstich mehr und mehr