146 BAUZEITUNG Nr. 18 der Uufallberufsgenossenscliaften sind bezüglicli der Württembergischen Baugewerksberufsgenossenschaft fol ­ gende Zahlen zu entnehmen: Es gehören ihr an 9220 Betriebe, 12107 zwangsweise versicherte Betriebsunter- nehmer, 38182 Arbeiter und Betriehsbeamte; die tat ­ sächlich verdienten Löhne, Gehälter u. s. w. betragen 31577 615 M. Entschädigungen werden gewährt für 3208 Unfälle, und zwar werden Beuten ausbezahlt an 2857 Personen mit zusammen 374 266 M., an 277 Witwen mit 40078 M., an 361 Kinder mit 37 606 M., an 11 Aszen ­ denten mit 1725 M. Die Yerwaltungskosten betrugen im Berichtsjahr 64 309 M., die Gesamtausgaben 706 335 M. Die Einnahmen beliefen sich auf 1 278 819 M., wovon 653 125 M. durch Umlagebeiträge aufgebracht wurden. Der Beservefonds beläuft sich auf 1270 568 M. Im Jahr 1905 kamen 1533 Unfälle zur Anzeige; 27 Unfälle er ­ eigneten sich bei Motoren, Transmissionen, 9 bei Hebe ­ maschinen u. s. w., 2 durch Sprengstoffe, 17 durch feuer ­ gefährliche, ätzende Stoffe, 121 durch Zusammenbruch, Umfallen u. s. w. von Gegenständen, 140 durch Fall von Leitern u. s. w., 73 beim Auf- und Abladen, 20 durch Fuhrwerksbetrieh, 50 bei der Beschäftigung mit Hand ­ werkszeug. In 44 Fällen wurde durch den Unfall der Tod herbeigeführt. —y. Hessische Landesausstellung für freie und an ­ gewandte Kunst. Der Hauptausschuß für die im Jahre 1907 in Darmstadt geplante Landesausstellung hat, da die Fertigstellung des Ausstellungsgebäudes auf der Mathildenhöhe bis zum Mai 1907 nicht möglich sein wird, beschlossen, die Ausstellung um ein Jahr zu ver ­ schieben. Als Eröffnungstag der Ausstellung ist jetzt der 1. Mai 1908 bestimmt. Das Münster in Ueberlingen, eines der schönsten und reinsten gotischen Baudenkmäler, soll restauriert werden. Die Pläne hierzu stammen von Baudirektor Meckel und Bauinspektor Jehlingen in Freiburg i. B. Zur Aufbringung der Kosten will der Münsterbau-Verein eine große Geldlotterie veranstalten. Die Einweihung der Lutherkirche in Mann ­ heim, die in der Neckarvorstadt mit einem Kostenauf ­ wand von 400 000 M. nach den Plänen des Vorstandes des Evangelischen Kirchenbau-Vereins Architekten E. Döring errichtet worden ist, fand am 25. März statt. Das Gottes ­ haus ist in einer freien Auffassung frühgotischer Formen erbaut. Der Neubau einer Irrenanstalt in Konstanz ist nach dem dem badischen Landtage vorliegenden Etat mit einer vorläufigen Kostensumme von 51 / 2 Mül. Mark in Aussicht genommen. Das dafür bestimmte Grundstück umfaßt über 82 ha Fläche. Die Deutsche Gesellschaft für Volksbäder hält wie alljährlich auch in diesem Mai, und zwar am 23., dem Tage vor Himmelfahrt, ihre Hauptversammlung in Worms ab. Die Einladung hierzu ist von der Stadt Worms ergangen. Das Protektorat hat der Großherzog von Hessen übernommen. Diese Veranstaltung bildet sich von Jahr zu Jahr mehr zu einem Kongreß für das deutsche Badewesen heraus. Aus einer Beihe von Städten, von hervorragenden Gelehrten und Aerzten und andern maßgebenden Seiten sind Besprechungen verschiedent- licher Fragen über das Volksbad angemeldet worden. Dazu kommen folgende Vorträge: Geh. Oberhaurat Böttger- Berlin; Die Ergebnisse des Preisausschreibens Dorfbad, Geh. Obermedizinalrat Dr. Dietrich-Berlin: Grundzüge für eine allgemeine Verordnung über das öffentliche Bade ­ wesen, Direktor Professor Dr. Hirschberg-Berlin: Statistik über das deutsche Badewesen, Stabsarzt Dr. Krebs- Hannover: Das Baden in der Armee, Dr. Laquer-Wies ­ baden; Ueber amerikanische Badeeinrichtungen, Professor Dr. Lassar-Berlin: Die Kassen und die Volksbäder, Stadt ­ baurat Schmidt-Weimar: Ueber die Anlage eines Volks ­ bades in mittelgroßen Städten, Stadtbaurat Michael- Nordhausen: Badeanstalt und Wäscherei, Direktor Dr. Czaplewski-Köln a. Bh.; Zur Frage der öffentlichen Bäder, Knappschaftsoberarzt Dr. Fernbacher-Zauckerode; Die Temperatur des Badewassers in Schul-, Arbeiter ­ und andern Bädern, Direktor Werdelmann-Barmen: Ventilation und Heizung von Hallenbädern. Die Sitzung findet in dem Kasino zu Worms statt. Auf der dritten Deutschen Kunstgewerbe-Aus- stellung in Dresden 190(> sollen auch einzelne Werk ­ stätten in Betrieb vorgeführt werden. Darunter wird sich, wie das Direktorium beschlossen hat, auch eine Werk ­ stätte für Handtöpferei befinden, die zwei begabte ehe ­ malige Schüler der Kgl. Kunstgewerbeschule zu Dresden — Budolf Gerbert und Kurt Feuerriegel — einrichten werden. Durch diese Werkstätte soll ein weiteres Ver ­ ständnis für volkstümliche Kunstweise herbeigeführt und dem sächsischen Töpfergewerbe Anregung im gleichen Sinne gegeben werden. Der Betrieb der Werkstätte soll im Gegensatz zu der heute üblichen Massenerzeugung durchaus handwerklich sein, und das Augenmerk soll gelenkt werden auf den Vorzug eines solchen Betriebs, nämlich den Beiz der Handarbeit. An den einzelnen Stücken soll deshalb die alte, aber wenig mehr geübte Technik des freien Auflegens der Ornamente gezeigt werden, die es verdient, wieder Eingang in die Werk ­ stätten der Töpfer zu finden. Die gebrannten Töpferwaren sollen dabei immer in größerer Anzahl in der Werkstätte ausgestellt sein, so daß das Publikum sowohl den Werde ­ prozeß wie das fertige Erzeugnis vor sich sieht. Personalien Württemberg:. Erteilt: Dem württ. Staatsangehörigen Architekten H. Sohenrenbrandt in Berlin die Erlaubnis zur Annahme und Anlegung des ihm von dem Kaiser von Rußland ver ­ liehenen St. Annen-Ordens dritter Klasse. Uebertragen; Eine techn. Revisorstelle bei dem bahnbautechnischen Bureau der General ­ direktion der Staatseisenbahnen dem techn. Eisenbahnsekretär Gerhard bei diesem Bureau. Bücher ,,Beton und Eisen“ von Baurat Dr.-Ing. Fr. v. Emperger. Verlag von W. Ernst & Sohn, Berlin W. Preis des Jahrgangs 16 M. Heft 2 des V. Jahrgangs 1906 liegt vor und bringt Aufsätze über Modelltheater, Alte Betonbauten, Neuere Grundungsmethoden, Conorete Work and Plant at Dover Harbour, Getreide-Silo und Hochbehälter, Druckfestigkeit, Bruchursachen von Bisenbeton ­ balken, Scher- und Schubfestigkeit des Eisenbetons, Querschuitt- abmessungen von Eisenbetonsohornsteineu, Neuheiten u. s. w. Zahlreiche Abbildungen illustrieren die einzelnen Artikel. Erziehung zur bürgerlichen Baukunst bezw. Bausünden der Gegenwart, Ursachen und Abhilfe von E. Hartig, Direktor der Bau ge werk schule zu Aachen. Verlag von M. Jacobis Nachf., Aachen 1906. Preis 60 Pf. In gegenwärtiger Zeit wird viel die Frage erörtert, ob und inwieweit der Unterricht an Bauschulen in künstlerischer Beziehung zu erweitern sei. Der Verfasser bringt in vorliegendem Heft in anregender Weise diese brennenden Fragen zur Sprache und wirft ein Licht auf die Schäden au Bau- und Hochschulen. Wir empfehlen das Heft, das auch höchst mangel ­ hafte Stellen in größeren architektonischen Handbüchern erörtert, aufs angelegentlichste. Mochte es zur Klärung der Bauschulfrage dienen! Eingelaufen: Der Profanbau, Zeitschrift für Geschäftshaus » Industrie- und Verkehrsbauten. Erscheint halbmonatlich. Abon ­ nement vierteljährlich 3 M. Verlag J. .1. Arend-Leipzig. -Archi- tek ton ische Formenlehr e, herausgegeben von B. Bischoffund F, S.Meyer, Architekt und Professor in Karlsruhe, Verlag von Carl Scholtze. Leipzig. Heft 2 des auf 10 Lieferungen ä 3 M. berech ­ neten Werkes ist erschienen. Verantwort!. Schriftleiter; Adolf Pausel in Stuttgart. Adresse für alle Sendungen: Bauzeitung Stuttgart, Hegelstr. öS. Druck: Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart