FÜR WÜRTTEMBERG BADEN HESSEN EL ­ SAS S-LOTHRINGEN* STUTTGART, 7. JULI 1906 Inhalt: Ein neues Bahnhofsprojekt für Stuttgart. — Baupolizeiliche Entscheidung, Kiel. — Beleuchtungskörper von der Firma Paul Stotz in Stuttgart. — Verein bewerbe. — Kleine Mitteilungen. — Personalien. — Anfrage •HAlJSimN. Alle Rechte Vorbehalten (Schluß statt Fortsetzung) Ein neues ßahnhofsprojekt für Stuttgart Von Dr.-Ing. Robert Weyrauch-Charlottenburg c) Neuer Betriebsbahnhof und Äbstellbahnhöfe. Die Lage des Bahnhofs zwingt dazu, den Betriebs ­ und Abstellbahnhof wie beim Schillerstraßenprojekt der Generaldirektion auf die Untere Prag zu verlegen. Die Lokomotivremise auf dem bisherigen Nordbahnhof wird abgerissen und auf dem neuen Betriebsbahnhof erstellt. Dieser ist direkt verbunden mit den Gleisen der Ludwigs ­ burger und der Cannstatter Fernbahn. Die Entfernung und Beiführung der Lokalzüge geschieht ohne Berührung der Fernbahngleise. Die Gäubahn erhält ihren eignen Abstellbahnhof mit Lokomotivremise in dem Zwickel zwischen Bahnhofstraße, Wolframstraße und der Gäubahn. Yergl. übrigens a) Nr. 10 und d). Diese drei Gruppen von Abstellgleisen bilden gegen ­ seitig Reserven für den Fall, daß durch irgendeinen Un ­ fall die Zufahrtsgleise eines Abstellbahnhofs gesperrt sein sollten. d) Postbahnhof. Auf dem Gelände des Betriebsbahnhofs befindet sich die neue Bahnpostanlage, genau in der Art des Ent ­ wurfs II der Generaldirektion. Wird nun in Wangen ein Abstellbahnhof gebaut, so kann der Postbahnhof entweder auf dem Dreieck zwischen der Ludwigsburger Bahn und der Bahnhofstraße oder zwischen Ludwigsburger und Cannstatter Bahn erbaut werden, wodurch er für die Postverwaltung bequemer würde. e) Güterbahnhöfe. Durch die Entfernung der Lokomotivremise vom Nord ­ bahnhof ist dessen Vergrößerung in der Art von Ent ­ wurf II der Generaldirektion ohne weiteres ermöglicht. Ein weiterer großer Güterbahnhof entsteht zwischen der Ludwigsburgerstraße und den Cannstatter Lokalbahn ­ gleisen. Dieser Güterbahnhof liegt auf Höhe 248,0, also 4 m tiefer als der Personenbahnhof. Man könnte daher von dem Hof des Expreßgutgebäudes aus eine Durch ­ fahrt nach dem Güterbahnhof unter den Hallen hindurch anordnen. Im ganzen stehen auf beiden Güterbahnhöfen ca. 7000 m Freiladegleise zur Verfügung. Große Güterschuppen auf dem inneren Güterbahnhof sind vorgesehen, auf dem äußeren ohne weiteres erstellbar. f) Cannstatter Bahnhof. Durch die Erhöhung des Bahnhofplanums in Cann ­ statt um 3,77 m wird es möglich, den dortigen Haupt ­ bahnhof so umzubauen, daß die Personentunnels unter den Gleisen vom Bahnhofplatz aus ebenerdig betreten werden können. So läßt sich der Bahnhof zu einem monumentalen Bau für die Bewältigung größeren Verkehrs umgestalten. Für den Lokalverkehr sorgt ferner noch die Haltestelle Cannstatt-Ost. g) Die Haltestelle Ostend liegt östlich der Bussenstraße auf Gemarkung Gaisburg. Sie dient dem Lokalverkehr der Ortsteile Gaisburg, Gablenberg, Ostheim und wird außerordentlich zur Hebung derselben beitragen. h) Der Personenbahnhof Wangen liegt am Ausgang von Wangen westlich der Straße Wangen—Gaisburg. Die Straße Gaisburg—Wangen liegt dort etwa auf Höhe 233,10 m -j- N. N. i) Die Haltestelle Herdweg, direkt westlich der Kreuzung Herdweg—Gäubahn, dient dem Lokalverkehr. k) Neue Neckarbrücke bei Cannstatt. Ihre Länge wird etwa 300 m betragen. Die Lage der Brücke ist dadurch bedingt, daß die neuen Rosenstein- uuterführungen mit ca. 390 m Länge nicht unter das Schloß zu liegen kommen sollen, so daß jede Gefährdung desselben ausgeschlossen ist. 1) Brücke über die Anlagen und die Neckar ­ straße. Ihre Länge beträgt etwa 550 m; die Brücke verläuft mit etwa 10 ] / 2 m freier Durchfahrtshöhe über den An ­ lagen, mit 5 3 / 4 m über der Neckarstraße, so daß eine gute Wirkung mit Sicherheit erzielt werden kann. Die Brücke besteht teils aus „Stadtbahnbögen“, teils aus Eisen ­ konstruktionen. m) Der Ameisenbergtunnel hat eine Länge von ca. 1200 m, der Gaisburger Tunnel eine Länge von 280 m.