270 BAUZEITUNG Nr. 34 sehen und über das irregeleitete Publikum klagen. Hier ist es Sache einer weitschauenden KunstpflegCj beizeiten das eine zu tun und das andre nicht zu lassen und ins ­ besondere ein gleichmäßiges Zusammengehen verschiedener Faktoren zu befördern: des Ganzen und des Einzelnen, der weichen und der harten Einzelheiten. Entwurf zu einer Diele Architekt Richard Gebhardt, Stuttgart Die Arbeiten des Verfassers zeichnen sich durch eine sinngemäße Anlage und ruhige, gediegene Ornamentver ­ wendung aus. Das Studierzimmer in der vorigen Nummer ließ bereits erkennen, daß hier nicht versucht werden sollte, absolut neue erzwungene Architekturformen zu erfinden, sondern es kam dem Architekten in erster Linie darauf an, eine freundliche, wohnliche Stimmung zu er ­ zielen. Daß er diesen Zweck erreicht, zeigt auch der Entwurf zu einer Diele in vorliegender Nummer. Gar freundlich mutet uns die ganze Raumgestaltung an, ruhig und zweckentsprechend ist die Architektur gehalten, die ganze Diele macht einen wohnlichen Eindruck. Der Stil zeigt Anklänge an die Formen der Biedermeierzeit, ist aber frei entwickelt. Der Treppe gegenüber befindet sich ein durch frei gestellte Schränke sehr originell angelegter Erker. Unter der Treppe ist ein Büfett eingebaut. Das ganze Holzwerk ist Palisander mit dunkelblauen Intarsien. Der Kamin ist von Kacheln, zum Teil mit Mosaikeinlagen, hergestellt. Der Kaminheim selbst und die Pfeilerauf ­ sätze sind in Kupfer getrieben. Die Sitzmöbel und Vor ­ hänge zeigen orangefarbige Stoffe mit Perlstickereien. Die Decke wird durch gezogene Profile belebt, deren Ueber- gang zur Wand durch Stuckkonsolen mit leichter Ver ­ goldung gebildet werden. Die ganze wohlabgewogene Ausstattung ist von ansprechender Wirkung und wird ein Schmuckstück des betreffenden Wohnhauses bilden. Beiseaufiialmien ans Bremen Von Architekt R. Weigle, Berlin Die Aufnahmen zeigen reizvolle Motive aus Bremens interessantesten alten Bauwerken. „Ornamentik gediegen und an die richtige Stelle,“ so hieß es bei den Alten, und erklärt sich hieraus die anheimelnde, trauliche Stimmung der betreffenden Räume. Man betrachte darauf ­ hin die einzelnen Abbildungen. Wie vornehm wirkt der Kamin in seiner ruhigen Umgebung, wie reich und groß ­ zügig kommt das Fenstermotiv des Wirtschaftsraumes zur Geltung! Mit schöner Ornamentik sind die Treppen ­ läufe dekoriert, der einzige, aber kostbare Schmuck des ganzen Treppenhauses. Es ist sehr lohnend, in alten Städten die Häuser aus früheren Bauperioden zum Studium der Treppen aufzusuchen und wird man da auf ganz reizende Lösungen bezüglich der Anordnung und Deko ­ ration stoßen. Von der stolzen Pracht des großen Rat ­ haussaales gibt die vierte Abbildung eine Probe. Die reichen Schnitzereien sind hier außerordentlich peinlich und sauber ausgeführt, man beachte nur den in Holz geschnitzten Merkur. Möchten die Aufnahmen manche Anregung geben! Der Prmzregenten- Brunnen im Staats- gebände der Bayrischen Jubiläums-Aus ­ stellung in Nürnberg Beim Eintritt in die große Kuppelhalle des Staats ­ gebäudes wird unser Schritt gehemmt, nicht nur durch die wundervolle, Würde und Feierlichkeit atmende Stimmung des in ein wohliges Helldunkel gehüllten Raumes, von dem aus der Blick in die großen Hallen und Gänge hinausgeleitet wird, sondern auch durch die Pracht und Aus dem Essighaus Bremen Aus dem Essighaus Bremen einzelne Bestandteile eines Zimmers, speziell für Wand ­ stücke und Wandverkleidungen, das alles breitet sich derzeit mit vielversprechenden Anfängen mehr und mehr aus; und eines schönen Tages wird sowohl der typische Interieurkünstler unsrer Ausstellungen wie auch der eigentliche Tapezierer sich in den Hintergrund gedrängt