FÜR WÜRTTEMBERG BADEN HESSEN EL ­ SAS S - LOTHRINGEN* Inhalt: Von der 35. Abg.-Vers. und 17. Wandervers. des Verb, deutscher Architekten- und Ing.-Vereine in Mannheim. — Die Bayrische Landesausstellung in Nürnberg. — Wettbewerb Saalbau Mülhausen i. E. — Zur Abänderung des § 27 des Ortsbaustatuts Stuttgart. — Vom rheinischen Holzmarkt. — Vereinsmit ­ teilungen. — Wettbewerbe. — Kleine Mitteilungen. — Personalien. — Zur gefl. Beachtung. 1 HAnSTTlIW-"" Alle Rechte Vorbehalten Von der 85. Abgeordnetenyersammlung und 17. Wanderversammlung’ des Verbandes deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine in Mannheim (Schluß) Vom 31. August bis Sodann sprach Landesbaurat Leibbrand-Sigmaringen über „Fortschritte im Bau weitgesprengter massiver Brücken“. Der Eedner wies zunächst auf die seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgte stetige Steigerung der Spannweiten dieser Brücken hin. Die neuesten Bauten zeigen 80 und 90 m Spann ­ weite und die kürzlichen Konkurrenzen für Rhein- und Neckarbrücken (Entwurf von Grün & Bilfinger-Mannheim) haben sogar Projekte von über 100 m Spannweite ge ­ zeitigt. Eisenbahnbrücken erachtet der Redner näher den Eisenkonstruktionen stehend und scheidet solche daher von seinem Vortrage aus, mit dem Bemerken, daß er sie bei großer Spannweite nicht für besonders wirtschaftlich halte, da ihnen gegenüber den Stein- und Betonbrücken der Vorteil des großen Eigengewichts im Vergleich zur mobilen Last mangle. Schlechter Untergrund könne übrigens die Anwendung von Eisenbeton rechtfertigen. Der Vorzug massiver Brücken liege nicht nur in der Ersparnis künftiger Unterhaltungskosten, sondern auch darin, daß diese Brücken aus heimischem Material und durch heimische Arbeitskräfte ausgeführt werden können. Die größte Förderung habe der Gewölbebrückenbau durch 7. September 1906. Einführung von Gelenken im Scheitel und in den Kämpfern erfahren, indem hierdurch eine genaue Berechnung der Inanspruchnahme des Gewölbes möglich geworden sei. Um diese neue Konstruktionsweise hätten sich besonders die deutschen Ingenieure Winkler, Kopeke, Leibbrand- Stuttgart u. a. verdient gemacht. Nachträgliche Setzungen des Untergrunds, die gewöhnlichen massiven Brücken ge ­ fährlich werden, haben bei Gelenkbrücken wenig zu be ­ deuten. Mit der Druckbeanspruchung des Betons (ein ­ schließlich Temperaturausdehnung) könne hierbei je nach Qualität bis zu 70 kg pro Quadratzentimeter gegangen wer ­ den. In Frankreich sei es an Stelle der Gelenke üblich, in konzentrischen Ringen zu bauen, was den Vorteil biete, daß die Lehrgerüste sehr leicht gehalten werden können, aber eine unsichere Berechnung der Gewölbe zur Folge habe. Dagegen könne man zur Ersparnis an den Lehrgerüst ­ kosten die Brücke eventuell der Länge nach teilen, so daß ein und dasselbe Lehrgerüst durch Verschieben mehr ­ mals benutzt werden kann, wie z. ß. bei der Petrusbrücke in Luxemburg. Als Gelenke dienen teils wirkliche Bolzen ­ gelenke aus Stahl oder auch Wälzgelenke von Stahl, oder Stein auf Stein, oder auch nur in die Fugenmitte ein- Saalbau Mülhausen i. E. Ein I. Preis Architekten Professor H. Billing und W. Vittali, Karlsruhe