304 BAUZEITUNG Nr. 38 Zur Abänderung' des § 27 des Ortsbau ­ statuts Stuttgart —x. M. Ein Gesetz, welches den Bau menschlicher Wohn- und Arbeitsstätten und sonstiger Aufenthalts ­ räume bestimmt, welches die diesbezügliche Ausnützung des Grund und Bodens regelt und nachbarrechtliche Be ­ stimmungen trifft, ist naturgemäß von großer sozialer Bedeutung. Solch eines Gesetzes vornehmste Aufgabe ist: wohltätig für die menschliche Gesellschaft zu wirken und jedem sein Recht zu wahren. Für das König ­ reich Württemberg kommt hier in erster Linie die all ­ gemeine Bauordnung in Betracht, welche gemäß Art. 3 durch besondere Ortsbaustatuten ergänzt werden kann, die jedoch der Genehmigung des Ministeriums bedür ­ fen. Unter den verschiedenen Ortsbaustatuten Württem ­ bergs nimmt dasjenige der Haupt- und Residenzstadt Stuttgart in bezug auf Inanspruchnahme die erste Stel ­ lung ein und bestimmt auch das wertvollste Gelände Württembergs. In seiner gegenwärtig rechtsgiltigen Fassung ergänzt dasselbe die Bauordnung in bezug auf Straßenanlagen, Kanalisation, Abortverhältnisse und Feuer- und Konstruktionssicherheit. Die weitaus wichtigsten Bestimmungen des Statuts sind die Art. 28 der Bau ­ ordnung ergänzenden §§ 40—62, welche die Baudichtig ­ keit bestimmen, und der § 27, welcher auf die Gebäude ­ höhe Bezug nimmt und den Art. 23 der Bauordnung derart ändert, daß außerhalb des Gebiets der inneren Stadt die Gehäudehöhe nicht 4,5 m, sondern nur 2 m die Straßenbreite überschreiten darf, und daß an weniger als 16 m breiten Straßen nur vier Stockwerke zugelassen sind. Im „Amts- und Anzeigeblatt der Stadt Stuttgart“ vom 28. Juli d. J. ist nun ein Beschluß der bürgerlichen Kol ­ legien veröffentlicht, der eine Neufassung des § 27 des Ortshaustatuts betrifft, welcher von weittragender volks ­ wirtschaftlicher Bedeutung ist. Der zurzeit noch rechts ­ kräftige § 27 des Ortsbaustatuts hat als Ergänzung zu Art. 23 der Bauordnung nachstehende Fassung: „Soweit die zulässige größte Höhe der Gebäude nicht schon durch die Rücksicht auf die Straßenbreite be ­ schränkt ist (Art. 23, Abs. 1—4 der Bauordnung), darf sie nicht mehr als 20 m betragen, gemessen nach Vorschrift des Art. 23 Abs. 1—3 der Bauordnung und § 21 der Voll- ziehungsverfügung. Dies gilt insbesondere auch für Ge ­ bäude an öffentlichen Plätzen und an Straßen, welche nur auf einer Seite angebaut werden dürfen. Außerhalb des Gebiets der inneren Stadt (vergl. Abs. 3) darf aber die Gebäudehöhe an beiderseits angebauten oder anzubauenden Straßen die Breite der Straße um mehr als 2 m nicht übersteigen. An weniger als 16 m breiten Straßen sind bloß vier Stockwerke zulässig, wobei Untergeschosse von mehr als 2,50 m Höhe, gemessen in der Mitte des Gebäudes vom Gehweg bis zur Gebälkunterkante, sowie Mansarden ­ stockwerke mit einer Daohneigung von 60° und darüber als Stockwerke mitgezählt werden und senkrechte Knie ­ stockswände des Gebäudes gegen die Straße über dem vierten Stock das Maß von 1,50 m nicht übersteigen dürfen.“ Es schließen sich hieran nebensächlichere Ergänzungen. Diese Bestimmungen sollen nun folgendermaßen ge ­ ändert werden: „Abs. 1. Soweit die zulässige größte Höhe der Ge ­ bäude nicht schon durch die Rücksicht auf die Straßen ­ breite beschränkt ist (Art. 23 Abs. 1—4 der Bauordnung), darf sie nicht mehr als 20 m betragen, gemessen nach Vorschrift des Art. 23 Abs. 1—3 der Bauordnung und § 21 der Vollziehungsverfügung. Dies gilt insbesondere auch für Gebäude an öffentlichen Plätzen und an Straßen, welche nur auf einer Seite angebaut werden dürfen. Das Hauptgesims darf an der Rückseite nicht höher geführt werden als an der Vorderseite. Abs. 2. Außerhalb des Gebiets der inneren Stadt sowie der Altstadt Cannstatt darf die Gebäudehöhe an beiderseits angebauten oder anzubauenden Straßen die Breite der Straße um mehr als 2 m nicht übersteigen. Die Zahl der zulässigen Stockwerke wird beschränkt auf 5 bei mehr als 20 m breiten sowie bei bloß einseitig anbaubaren, 4 bei 16—20 m breiten, 3 bei weniger als 16 m breiten und 2 bei weniger als 11 m breiten Straßen. Abs. 3. Für die Feststellung der zulässigen Stockwerks ­ zahl ist die Straßenseite maßgebend. Untergeschosse von mehr als 2,50 m Höhe, gemessen in der Mitte des Ge ­ bäudes vom Gehweg bis zur Gebälkunterkante, sowie Mansardenstookwerke mit einer Dachneigung von 60 0 und darüber werden als Stockwerke mitgezählt. Senkrechte Kniostockswände des Gebäudes gegen die Straße über dem obersten Stockwerk dürfen das Maß von 1,50 m nicht übersteigen. Ueber dem obersten vollen Stockwerk dürfen sowohl auf der Vorder- als auf der Rückseite nur Quer ­ häuser, Giebel und ähnliche Aufbauten, die an ihrer Basis nicht mehr als die hälftige Länge des Gebäudes ein- uehmen, aufgesetzt werden. Straßengiebel über der ganzen Länge des Gebäudes sind bei Gebäuden mit nicht mehr als drei Stockwerken zulässig, wenn das Giebeldach auf die ganze Tiefe des Gebäudes durchgeführt und nur solche Dachaufbauten angebracht werden, welche nach dem Er ­ messen der Baupolizeibehörde notwendig sind und den Licht- und Luftzutritt zur Straße nicht beeinträchtigen.“ Während der alte § 27 bezüglich der Form des Ge ­ bäudes keine Bestimmung trifft, will der neue §27 dieselbe derart allgemein festgelegt wissen, daß das Hauptgesims an der Rückseite nicht höher geführt werden darf als an der Vorderseite. Es ist dies eine prinzipielle Ab ­ weichung von der Bauordnung, da diese nie über die Form des Gebäudes Bestimmung trifft. Ebenso prinzi ­ pieller Art ist die Abweichung Von der Bauordnung, daß die Stockwerkszabl bei den Gebäuden festgesetzt wird. Bis jetzt wurde im Ortsbaustatut Stuttgart eine derartige Bestimmung nur bei ganz besonderen Anbauvorschriften und bei Straßen unter 16 m Breite getroffen, während nun allgemein die Zahl der Stockwerke bestimmend ist, wodurch der Art. 23 der Bauordnung fast illusorisch wird und nur noch nebensächlicheren, fast kann gesagt werden, formellen Bedingungen Genüge zu leisten hat. (Schluss folgt) A Vom rheinischen Holzmarkt Der Holzweltmarkt befindet sich in aufsteigender Rich ­ tung. Von welcher Seite auch Offerten an den Markt gelegt werden, alle zeichnen sich durch hohe Preise aus. Dabei begegnet man einem durchaus nicht zu großen Angebot. Eher könnte man das Gegenteil behaupten. Das Hauptinteresse wendet sich zurzeit der Entwick ­ lung des nordischen Marktes zu, weil die Verhält ­ nisse in Rußland Befürchtungen wachrufen, daß der Import von da bald aufhören könnte. Die schwedischen und finnischen Ablader machen sich diese Konstellation des Marktes zunutze. Sie verlangen, und sei es auch für geringe Produktionen, durchweg sehr hohe Preise. Was erste russische Herkünfte betrifft, so sind diese un- gemein teuer, so daß sich deren Import kaum mehr lohnt; das gilt hauptsächlich von den Rigaer Produktionen, welche ja die feinsten russischen Marken repräsentieren. Angesichts der Einkaufsverhältnisse im Norden ist es naheliegend, daß auch die rheinischen Importeure mit Preiserhöhungen hervortreten. Was den amerikanischen Pitch-Pine-Markt betrifft, so zeigte sich auch auf diesem eine große Stabilität, die deutlichen Ausdruck in sehr