FÜR WÜRTTEMBERG BADEN HESSEN EL- SASS - LOTHRINGEN STUTTGART, 29. SEPTEMBER 1906 Inhalt: 21. Delegiertentag des Innungs-Verbandes deutscher Baugewerkmeister in Stuttgart am 9., 10. und 11. September 1906. — Zur Abänderung des § 27 des Ortsbaustatuts Stuttgart. — Wettbewerb Saalbau Mülhausen i. Eis. — Kontinuierliche Balkenbrücken aus Eisenbeton. — Vereinsmitteilungen. — Wettbewerbe. — Gedenktafel. — Kleine Mitteilungen. — Bücher. — Briefkasten der Redaktion. •HAUsnaiN. — Alle Rechte Vorbehalten 21. Delegiertentag des Innungs -Verbandes deutscher Baugewerkmeister in Stuttgart am 9., 10. und 11. September 1906 (Spezialbericht) Am 9. September fand die Eröffnung und Begrüßung statt, am 10. September begannen die eigentlichen Ver ­ handlungen. An denselben nahmen als Ehrengäste teil u. a. Oberbaurat Findeisen, Direktor Prof. Schmobl, Ge ­ meinderat Dr. Rettich. Maurermeister Böhme- Groß - Lichterfelde sprach über die Entwicklung des Innungsverbandes und Ausführung der Beschlüsse des letzten Delegiertentages. Nach den Darlegungen des Redners ist die Entwicklung günstig. Es gehören dem Verband zurzeit 329 Innungen mit 9745 Mitgliedern, dazu 36 Einzel- und 2 Ehrenmit ­ glieder an. Eine Eingabe an sämtliche Regierungen wurde verfaßt mit dem Ersuchen, dem Veranschlagungs ­ wesen an allen technischen Unterrichtsanstalten mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Auch die Schieds ­ gerichtfrage wurde erörtert; zu derselben haben sich einige Staaten zusagend, andre ablehnend geäußert. Der Verbesserung des Wohnungswesens wurde durch eine Eingabe in Preußen nähergetreten. Notwendig ist die Bildung von Arbeitgeberverbänden, die den Arbeitnehmer ­ verbänden fest zusammengeschlossen gegenüberstehen. Baumeister Müller-Dresden gab Mitteilungen über den Stand der Frage betr. „Befähigungsnachweis für das Baugewerbe“. Eine Lösung dieser Frage wird schon lange erwartet, indessen ist dem Reichs ­ tag noch kein befriedigender Entwurf vorgelegt. Der Befähigungsnachweis allein kann natürlich Unglücksfälle auch künftighin nicht ausschließen, aber es ist zu hoffen, daß Bauausführungen Nichtfachleuten untersagt oder letztere in gleiche gerichtliche Behandlung wie Fachleute genommen werden. An Hand eines treffenden Beispiels wurde die Einführung des Befähigungsnachweises als höchst notwendig erörtert. Sämtliche Handwerkskammern Preußens haben sich hierfür ausgesprochen sowie auch die meisten sonstigen Kammern. Weiterhin ist es un ­ zulässig, daß ein Schüler einer bautechnischen Fachschule Saalbau Mülhausen i. E. Ein III. Preis Architekt Chr. Städler, Tübingen