368 BAUZEITUNG Nr. 46 Asphaltpflaster. 1901 erstmals 7000 qm Stampf- asphalt von Reh & Oie. in Berlin. 1905 weitere 12000 qm. Betonunterbau 20 cm, Asphaltdecke 5 cm. Kosten 12M. 70 Pf. per Quadratmeter; 5 Jahre unentgeltlich und 16 Jahre um 50 Pf. per Quadratmeter und Jahr zu unterhalten; für Flächen zwischen Gleisen und 40 cm neben denselben doppelte Entschädigung für die Unter ­ haltung. Pferdestürze werden immer seltener. Entlang den Randsteinen Asphaltplatten haben sich an feuchten Stellen nicht sehr bewährt, Feuchtigkeit drang ein. Entlang der Gleise zwei Längs ­ reihen von Holz ­ pflaster. Absetzung der Reihen an den Schienenlaschen, welche bis zur Ober ­ fläche der Straße heraufreichenjnach Abbildung). Etwa diagonal ansto ­ ßende Pflaster ­ reihen schräg, an der Laschenecke klammerförmig angeschnitten. Schwierige Kreuzungen von Straßenhahngleisen in Asphaltstraßen sind stellenweise auf ihre ganze Aus ­ dehnung mit Australholz gepflastert. Anschlüsse am Schienenstoß der Straßen ­ bahnlinien in Asphalt- und Holzpflaster III. Kleinpflaster und Gehwegbefestigung in Nürnberg. Kleinpflaster. Granitpflastersteine 9/9/9 qcm groß auf gewalzter Chaussierung in 4 cm Sandbettung versetzt. Zur Erzielung besserer Verspannung der kleineren Steine wird fächerartig, nicht in Reihen gepflastert. Ohne Unter ­ bau und Sandbettung um 5 M. 50 Pf. per Quadratmeter aus Granit und um 5 M. per Quadratmeter aus Quarzit im Akkord hergestellt, Steine in Regie bezogen. Nach den Nürnberger Erfahrungen empfiehlt sich dieses Pflaster für Straßen mit schwachem und mittlerem Verkehr; es ist leicht und billig zu unterhalten und zu reinigen, erfordert nicht die sorgfältige Bedienung wie das Asphalt- und das Holzpflaster und ist, wenn es auf genügenden Sandpolstern aufgebracht wird, wesentlich geräuschloser als das 16 cm hohe Granitpflaster. Dazu kommt meines Erachtens noch der Vorzug, daß die Flächenwirkung eine schönere ist als bei dem Reihen ­ pflaster, dessen starre Fugenlinien, mögen sie quer oder diagonal zur Straßenrichtung sein, stets den Eindruck einer Zerstückelung der Fläche hervorrufen. Die Richtungs ­ wechsel müssen beim Reihenpflaster manchmal mit stumpfem Zusammenstoß der Fugen ohne Ueberbindung ausgeführt werden, sie stellen alsdann eine vollständige Zerschneidung der Pflasterfläche dar; auch dieser das Aussehen einer Pflasterung wesentlich beeinträchtigende Mißstand fällt bei dem fächerartig verlegten Kleinpflaster weg. Gehwegbefestigung. Diese ist Sache der An ­ grenzer und vorzunehmen, wenn ein Neubau ausgeführt wird oder wenn das Fehlen des Gehwegbelages oder Gehsteigbelages, wie man in Nürnberg sagt, vor einzelnen Anwesen eine störende Lücke verursacht. Die erste Anlage der Gehwege neu erstellter, noch nicht angebauter Straßen erfolgt einfach durch Ein ­ ebnung des sandigen Erdreiches. Als Befestigung werden hartgebrannte Ziegelsteine, Tonplatten, Zementplatten verwendet. Vereinzelt trifft man Asphaltierung oder Zementierung auf den Gehwegen an. Die 20 cm breiten Randsteine sind nieder, sie mögen durchschnittlich 8 bis 12 cm über die Fahrbahn heraufstehen; ihr straßenseitiges Haupt hat starken Anlauf. Die Randsteine haben danach nicht die Gestaltung einer Treppenstufe, sie unterbrechen die gesamte Straßenfläche nicht so sehr, das Aussehen ist gefälliger, und trotzdem wird anscheinend ihr Zweck ebenso erreicht wie bei hohen Randsteinen, welche auch nicht vor allen Uebertritten von Pferden schützen und zu Radspeichenbrüchen leichter Anlaß geben. IV. Straßen in Nürnberg. Bei der Erwähnung der Nürnberger Straßen ist zwischen der Altstadt und der Neustadt zu unterscheiden. Die Straßenanlagen der Altstadt würden Stoff zu einem ganzen Buch geben. Gleich beim Eintritt in die Stadt ist es die König ­ straße, deren gekrümmter Verlauf, das Pehlen von Bau ­ fluchten, die teils schiefe Stellung der Gebäude zur Straßenlinie und die malerische Wirkung der abwechs ­ lungsreichen Bebauung, mit einem Wort, das ganze Straßenbild ist es, das den Baumeister fesseln muß. Dazu kämen dann neuzeitliche Einbrüche in das mittel ­ alterliche Straßenbild, zu welchen die Verkehrssteigerung zwang u. s. f. Wer sich dafür interessiert, muß schon selber nach Nürnberg gehen, um Studien zu machen, in einer Zeit ­ schrift läßt sich diesbezüglich wenig wiedergeben. — Die Altstadt ist außerhalb des Grabens von Ring ­ straßen umgeben, welche ganz modernen Charakter tragen. Die nachstehende Abbildung gibt die Laufertorstraße, welche 33 m breit ist und nur einseitig angebaut werden kann. Den Häusern entlang sind 6 m breite Vorgärten vorhanden, welche mit Geländern auf massigen, 60 bis 70 cm hohen Sockelmauern, und teilweise mit Steinpfeilern anstatt der Geländerpfosten, wirkungsvoll von der Straße ahgegrenzt sind. Der anstoßende, 7,15 m breite Gehweg trägt eine Baumreihe, für welche ein etwa 1,70 m breiter Laufertorstraße und Laufertorgasse in Nürnberg Gehwegstreifen entlang des Randsteines ohne Belag üher- sandet offen gehalten wird. Die granitgepflasterte Fahr ­ bahn hat 11,85 m Breite, in ihr liegen abseits der Häuser die beiden Straßenbahngleise. — Haarmann ­ schienen mit Hochlaschen auf vertiefter, 55—60 cm breiter Vorlage aus Quarzit, darauf Basaltschotter, ma ­ schinengeschlagen, scheibenförmig, 30 mm Korngröße, etwa 3—4 cm dicke Lage, auf welcher die Schienen unmittelbar stehen. — Neben den Gleisen ein 8 m breiter, besandeter er ­ höhter Gehweg entlang des Stadtgrabens mit zwei Baum ­ reihen. Die Gehwegbreite ist also zusammengenommen größer als die Fahrbahnbreite. In der Regel kommen bei den 12—35 m breiten neuen Straßen etwa die Hälfte der Breite auf die Gehwege. Breiten von 25—35 m werden aber nur für Hauptradial- und Ringstraßen festgesetzt. Baumpflanzungen kommen im allgemeinen nur dort zur Ausführung, wo die Gehwegbreite mindestens 6 m beträgt. Doch werden solche Pflanzungen auch schon bei 5 m Breite vorgenommen, wenn Vorgärten an den Gehwegen liegen. In Straßen mit 20 m Breite werden neuerdings die Gehsteige auf der Nordseite mit 6,5 m Breite angelegt und dann ebenfalls mit einer Baumpflanzung versehen. Mittelgehwege sind für künftig anzulegende Straßen mit mindestens 35 m Breite geplant. Aus diesen Angaben ist zu erkennen, daß die Neu ­ stadt von Nürnberg recht geräumig werden soll, im