24. November 1906 BAUZBITUNG 381 fahr 140 M. stellen. Der Markt in geschnittenen Kant ­ hölzern zeigte unausgesetzt eine sehr feste Haltung, analog der Tendenz des Rundholzmarktes. Der gegenwärtige Preis für den Pestmeter baukantiger Ware wird frei Rheinhäfen mit 37 M. notiert. Am Hobelholzmarkte dringt die Festigkeit ebenfalls mehr durch, obgleich der abnehmende Verkehr die Anpassung der Verkaufspreise mit denen des Einkaufs sehr erschwert. Bisher mußten die Hobelwerke nahezu die dreifache Fracht für ihre Ankünfte von nordischer Ware und amerikanischen Er ­ zeugnissen bezahlen, als bei normalen Zeiten. Dabei sind die Einkaufspreise der Rohware durchweg sehr hoch. Amerika verlangt Preise, welche die rheinischen Import ­ firmen veranlassen, nur den dringendsten Bedarf einzu ­ decken. Daher kommt es, daß der Vorrat an Pitch-Pine am Rheine zurzeit ein recht beschränkter ist. Weißholz wird zu den hohen Herbstpreisen für nächstes Jahr im Norden gekauft. Yereinsmitteilungen Akademischer Architekten-Verein Darmstadt. In der für die Osterferien ausgeschriebenen Konkurrenz für Bebauung eines Marktplatzes erhielt den I. Preis cand. arch. Zollinger, II. Preis Architekt Schwebel, der III. Preis ward zwischen cand. arch. Linke und cand. arch. Heiß geteilt. In der A. 0. V. V. vom 30. Ok ­ tober 1906 wurde cand. arch. Zollinger zum 1. Vorsitzen ­ den gewählt. Der Vorstand für das Wintersemester 1906/07 setzt sich demnach nach der A. 0. V. V. vom 19. Juli 1906 aus folgenden Herren zusammen: 1. Vor ­ sitzender cand. arch. Zollinger, 2. Vorsitzender stud. arch. Stahl, 1. Schriftführer stud.arch. Hamens, 2. Schriftführer stud. arch. Ehrmann, Bücherwart cand. arch. Listmann, Kassenwart stud. arch. Schmitt, Heftewart cand. arch. Heiß. Neu aufgenommen wurde cand. arch. Marquardt. Der Vereinsversammlung schloß sich ein feuchtfröhlicher Abend ­ schoppen an. h. Wettbewerbe Für eine künstlerische Ornamentumrahmung des Titels „Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen“ zu der Leinwand-Einbanddecke für den Jahrgang 1906 veröffentlicht die Redaktion im Anzeigen ­ teil dieser Nummer ein Preisausschreiben, auf das wir an dieser Stelle hinweisen wollen. Entwürfe für eine Universität in Sofia. Das bulgarische Ministerium erläßt zum 1./14. April 1907 einen internationalen Wettbewerb. Es gelangen drei Preise von 10 000, 7000 und 5000 Pr. zur Verteilung. Für An ­ käufe nicht preisgekrönter Entwürfe sind 4500 Fr. zur Verfügung gestellt. Dem Preisgericht gehören zwei aus ­ ländische Architekten, ein deutscher und ein franzö ­ sischer, an. Kleine Mitteilungen Württembergischer Kunstverein Stuttgart. Neu ausgestellt: Damenporträt, Dame mit Hund von E. Spiro; Porträt des verstorbenen Kommerzienrats F. Gr. Schulz; Tunesisches Mädchen, Jatagantanz, Schmuckhändlerin, Wasserrosen von F. M. Bredt; Dame in Schwarz, Tänzerin, Dame in Pelz, Hohlweg von Gurt Ullrich; Drei Porträts von 0. Michaelis; Vier Blumenstilleben von J. Eberz; Kinderporträt von Th. Lauxmann; Porträtstudie von J. Zanders; Landschaften und Blumen von S. Reinhardt; Aquarelle aus Rotenburg a. T., Weilburg a. L., Lim ­ burg a. L., Wetzlar a. L. von Otto Günther-Naum ­ burg u. s. w. Baudirektor v. Laißle f. Am 18. November wurde in Stuttgart ein Mann zu Grabe getragen, dessen Hin ­ gang in den bautechnischen Kreisen unsers Landes allgemeiner Teilnahme begegnet — Baudirektor a. D. Fr. v. Laißle. Eine lange Reihe von Jahren hat der Verstorbene, der im Alter von 76 Jahren einem schweren Leiden erlag, seine hervorragenden Kenntnisse als Bau ­ ingenieur dem Staate und dem Ausland (Schweiz und Rußland) gewidmet, sodann als Professor des Straßen-, Eisenbahn- und Wasserbaus an der Kgl. Technischen Hochschule bis noch vor wenigen Jahren eine segens ­ reiche Tätigkeit entwickelt und eine namhafte Anzahl tüchtiger Ingenieure des In- und Auslandes herangebildet. Welches Ansehens und welcher Wertschätzung er sich erfreute, bewies seine offizielle Entsendung zur Weltaus ­ stellung in Chicago im Sommer 1893, bei welcher Ge ­ legenheit er auch den nordamerikanischen Westen besuchte. Zahlreiche Aufsätze, die er in der Fach- und Tagespresse veröffentlichte, legten Zeugnis ab, wie sehr er danach strebte, seine reichen Kenntnisse und Erfahrungen der Allgemeinheit zu erschließen zur praktischen Verwertung. Noch in lebhafter Erinnerung sind seine sachverständigen Vorschläge zur Entwicklung des Stuttgarter Straßenbau- und Straßenbahnwesens. Seine literarische Befähigung hatte er schon als junger Mann betätigt, als er in den fünfziger Jahren gemeinsam mit dem nachmaligen Geh. Re ­ gierungsrat Adolf v. Schübler das seinerzeit bahnbrechende und in fremde Sprachen übersetzte Werk „Der Bau der Brückenträger“ herausgab. In den letzten zehn Jahren seines Lebens hat er bei der Herausgabe des Handbuchs der Ingenieurwissenschaften mitgewirkt und bis kurz vor seinem Tode mit Aufbietung aller Kräfte erst vor wenigen Wochen noch die vierte Abteilung über „Straßenbau ein ­ schließlich der Straßenbahnen“ für eine neue Auflage bearbeitet. Daß er trotz seines anstrengenden Berufs Zeit fand, im öffentlichen Leben als Mitglied der bürger ­ lichen Kollegien zu wirken, erhöht die Hochachtung für sein vielseitiges Können und Wollen. Das zahlreiche Trauergefolge, das seine sterbliche Hülle zur letzten Ruhe ­ stätte begleitete, zeigte, welche Liebe und Verehrung der Dahingeschiedene genoß. Am Grabe widmete der Rektor der Technischen Hochschule, Oberbaurat Mörike, unter Niederlegung eines Lorbeerkranzes dem erfolgreichen Lehrer und bewährten Kollegen warme Worte; weitere Kranzspenden wurden namens des Württembergischen Vereins für Baukunde und von mehreren akademischen Verbindungen, deren Ehrenmitglied der Verstorbene war, gewidmet. Ein ehrendes Andenken ist dem Dahingeschie ­ denen in den weitesten Kreisen gesichert, auch die Redaktion der „Bauzeitung“ wird dem Entschlafenen für seine be ­ reitwillige, uneigennützige Mitarbeit ein treues Gedächt ­ nis bewahren. Stuttgart. Der Gesamtkirchengemeinderat hat be ­ schlossen, die neue Kirche an der Birkenwald ­ straße samt Pfarrhaus nach den Plänen von Prof. Th. Fischer in den Jahren 1907/08 um den Voran ­ schlag von 200 000 M. und 34200 M. erbauen zu lassen. Sicherung der Bauforderungeil. Der Entwurf eines Gesetzes über die Sicherung der Bauforderungen ist im Reichstag eingegangen, aber noch nicht verteilt. Soviel bis jetzt darüber bekannt ist, geht der Entwurf davon aus, daß die Maßregeln, die er zur Sicherung der Bauforderungen vorschlägt, nur da zur Anwendung ge ­ langen sollen, wo eine lebhafte Bautätigkeit herrscht, infolge deren Mißstände bereits hervorgetreten oder zu befürchten sind. Voraussichtlich werden wohl nur die großen Städte und einige mittlere Städte in Frage kommen; für das platte Land besteht nach der Begründung der Vorlage ein Bedürfnis zu den Maßnahmen des Gesetzes kaum. Die Vorlage bezieht sich auch nur auf Neu ­ bauten, nicht auf Umbauten, Anbauten und Reparatur ­ bauten. Insbesondere wird der Fall, wo ein Gebäude durch Errichtung eines neuen Gebäudes abgerissen wird, von dem Entwurf nicht berührt. Des weiteren kommen