382 BAUZEITUNG Nr. 47 nur Gebäude zu Wohn- und gewerblichen Zwecken in Betracht. Ausgeschlossen bleiben öffentliche Gebäude, Kirchen, Kapellen. Zur Sicherung der für die Bau ­ gläubiger einzutragenden Hypothek muß ein Bau ver ­ merk ins Grundbuch eingetragen, es muß der Baustellenwert und die Höhe der dem Bauvermerke vorgehenden Belastungen festgestellt werden. Die Bau ­ erl auhnis darf von der Baupolizeibehörde nur erteilt werden, wenn die vorgehenden Belastungen den Bau ­ stellenwert nicht übersteigen oder in Höhe des Ueher- schusses Sicherheit geleistet wird. Die Sicherung der Bauforderungen erfolgt durch Eintragung einer Hypothek, der Bauhypothek. Dazu kommt es aber nur, wenn sich im einzelnen Fall eine Sicherung als notwendig er ­ weist, nämlich wenn innerhalb der Anmeldungsfrist Bau ­ forderungen heim Grundbuchamt angemeldet werden. Der Entwurf begnügt sich damit, daß nur ein Viertel der Baukosten hinterlegt wird. — Sobald der Entwurf in seinen Einzelheiten vorliegt, werden wir auf denselben zurückkommen. Aus dem Reichstag. In der Sitzung vom 19. No ­ vember gab Staatssekretär Graf Posadowsky unter dem Beifall des Hauses die Erklärung ab, daß in den aller ­ nächsten Tagen dem Bundesrat eine Vorlage zugehen wird, wonach das Hecht der Ausbildung von Lehr ­ lingen an den Erwerb des Meistertitels geknüpft ist; in dieser Vorlage ist auch vorgesehen, daß dem Titel Bau ­ meister oder Baugewerkmeister ein entsprechender gesetzlicher Schutz zuteil wird. Karlsruhe. Die Technische Hochschule hat dem Präsidenten des Ministeriums der Finanzen M. Honsell in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um das Wasser- und Straßenbauwesen im Großherzogtum Baden die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen. München. Dem Deutschen Museum sind be ­ deutende Schenkungen im Betrage von 75 000 M. zuteil geworden. Die Badische Anilin- und Sodafabrik über ­ wies 20 000 M., die Gebrüder Sulzer in Ludwigshafen 10 000 M., Heinrich Lanz in Mannheim 20 000 M., Direktor der Anilinfabrik v. Brunk in Ludwigshafen 5000 M., Fabrikbesitzer Ludowici in Jockgrim 20 000 M. Nürnberg. Das Defizit der Landesaustellung beträgt 1 Mül. M. Wie verlautet, werden die Garantie ­ fondszeichner mit 45°/ 0 des gezeichneten Betrages in Anspruch genommen. Berlin. Eine Denkmalsbüste für den Geh. Regie ­ rungsrat Prof. Dr. Guido Hauck ist dieser Tage im Lichthof der Technischen Hochschule enthüllt worden. Die lebenswahre Büste aus weißem Marmor erhebt sich auf einem Postament von grauem Marmor, in welchem Name und Lebensjahre (1845 bis 1906) eingemeißelt sind. Es ist die sechste Büste in der Halle; sie steht rechts von der Wiebes, des ersten Rektors der Hochschule. Die Deutsche Gesellschaft für Volksbäder wird auf Einladung der Residenzstadt Dessau ihre nächst ­ jährige Hauptversammlung am Tage vor Himmelfahrt, 8. Mai 1907, daselbst abhalten. Anmeldungen zur Teil ­ nahme und von Vorträgen werden bereits jetzt in der Geschäftsstelle der Gesellschaft, Karlstraße 19, ange ­ nommen. Das Ergebnis des diesjährigen Wettbewerbes, „Dorf bad“, welches auf der Wormser Versammlung durch den Geh. Oberbaurat Böttger zur Besprechung gelangte, wird demnächst im Druck erscheinen und gewiß dazu beitragen, das Baden auf dem flachen Lande mehr als bisher zu verbreiten. Ueberhaupt gewinnt die anregende Tätigkeit der Gesellschaft lür Volksbäder immer mehr und mehr Boden. Dazu tragen namentlich auch Vorträge bei, welche an verschiedenen Orten gehalten worden sind. So sprach letzthin auf Einladung des Gemeinnützigen Vereins zu Rostock im Beisein aller maßgebenden Kreise und auch unter Teilnahme der Arbeiterschaft der Vor ­ sitzende der Deutschen Gesellschaft Prof. Dr. O. Lassar über die „Entwicklung und Bedeutung der Bäderfrage“, ein Vorgehen, welches aller Voraussicht nach zur Grün ­ dung neuer Badeanstalten in dieser üniversitätstadt und im übrigen Großherzogtum Mecklenburg führen wird. Personalien Baden. Versetzt: Regierungsbaumeister B. Langsdorf! bei der Kulturinspektion Karlsruhe zur Rheinbauinspektion Offenburg. Bücher Das deutsche Kunstgewerbe 1906. III. Deutsche Kunst ­ gewerbe-Ausstellung Dresden 1906. Mit Beiträgen hervorragender Fachleute herausgegeben vom Direktorium der Ausstellung. Ver ­ lag von F. Bruckmann, A.-G., München. Der Gedanke, ein Er ­ innerungswerk dieser bochbedeutenden Ausstellung herauszugeben, ist mit großer Freude begrüßt worden. Bei der ungeheuren Fülle des Materials war die Auswahl der einzelnen Objekte naturgemäß sehr schwierig. Zwei Abteilungen der Ausstellung, die unter dem Namen „Techniken“ zusammengefaßte Abteilung des alten Kunst ­ handwerks und die andre von Werken der Volkskunst, konnten, obgleich auch wohlgelungen und bemerkenswert, ausgeschaltet werden, da es vor allem galt, das deutsche Kunstgewerbe in seinem heutigen Stand vorzuführen. Den Abbildungen der einzelnen Abteilungen gehen folgende Aufsätze voraus: Architektur von Hans Poelzig, Kirchliche Kunst von Oorn. Gurlitt, Raumkunst von Erich Haenel, Kunsthandwerk von Karl Groß, Kunst und Industrie von Friedr. Nau ­ mann. Gebäudefür ländliche und Arbeiter-Wohlfahrt von Ernst Kühn und Die neuere Entwicklung und der heutige Stand des kunst ­ gewerblichen Schulwesens in Preußen. Die folgenden Abbildungen in musterhafter Ausführung bieten jedem Fachmann eine Fülle von Anregungen. Die auf Seite 377, 378 und 379 heutiger Nummer ab ­ gedruckten Klischees mögen eine Andeutung des wertvollen In ­ haltes geben. Die ausgezeichneten Reproduktionen bringen Ge ­ bäudeansichten nebst Details, Gartenanlagen, Innenansichten aller hervorragenden Räume — wir erwähnen nur die Kircheninterieurs — Bildwerke, interessante Stücke der Kleinkunst, Grabmäler, Zimmer ­ einrichtungen in allen Geschmacksrichtungen und Techniken, Brunnen, Kamine, Einzelmöbel, Goldschmiedearbeiten, Porzellau- figuren, Stickereien, Kunsttöpfereien, Bucheinbände u. s. w. Fürwahr eine reiche Auswahl von Arbeiten der bedeutenden Ausstellung. Das Werk sei allen Fachleuten und Kunstfreunden bestens em ­ pfohlen, auch als Geschenkwerk wird es jedermann, insbesondere jedem Besucher der Ausstellung, willkommen sein. Der Preis von 15 Mark ist im Hinblick auf das Gebotene sehr mäßig. Briefkasten A. W. in C. Das erste größere Eisenbeton-(Monier-)Kirohen- gewölbe in Württemberg ist das reiche Netzgewölbe der Marien ­ kirche (Marienkapelle) in Hirsau bei Calw, welches im März 1891 nach Plänen von Oberbaurat Sauter durch die Firma Wayß & Frey ­ tag, Stuttgart, ausgeführt wurde. All unsre Leser! Wegen mangelhafter Lieferung der Nr. 46 der „Bauzeitung“ (Fehlen des Textes) sind uns mehrere Beschwerden zugegangen. Da wir befürchten, daß noch andre Abonnenten unvollständige Exemplare der vorigen Nummer erhalten haben, so ersuchen wir dringend um alsbaldige Mitteilung, wo dieser Fall vorliegt, damit wir die Nachlieferung alsbald veranlassen können. Wir bedauern das Versehen um so mehr, als wir an demselben unschuldig sind; der Fehler liegt bei der Druckerei bezw. deren Falzabteilung. Bei dieser Gelegenheit wiederholen wir unsre frühere Bitte, alle Re ­ klamationen und Wohnortmeldungen nicht an uns, sondern an die Post zu richten. Redaktion und Verlag der „Bauzeitung“ Stuttgart. Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel, Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Adresse für alle Sendungen: ßauzeitung- Stuttgart, Büchsenstr. 26 B. Druck: Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart