BAUZEITUNÖ Nr. 48 dagegen das noch im großen Umfange übliche Repro ­ duzieren alter Stile zu verlassen. Die Erziehung zur Architektur faßt daher in allererster Linie eine Erziehung der Architekten in sich, wenn mehr als das erwähnte Afterinteresse erreicht werden soll, Eine größere Wirkung ist von dem Verführen von Modellen zu erwarten, weil diese das einzige Mittel sind, dem Laien eine Vorstellung von der räumlichen Wirkung eines Architekturwerkes zu geben. Die graphischen Vor ­ führungen erregen meist nur Interesse durch die Art Fensternische aus dem Salon von Architekt Professor Wilh. Kreis, Dresden Aus dem Werk: „Das deutsche Kunstgewerbe 1906“, Verlag von F. F.ruokmann A,-G., München das sich darin erschöpft, zu wissen, „in welchem Stile“ ein Architekturwerk von heute errichtet sei. Soweit die allgemeinen Gesichtspunkte. Die folgen ­ den Leitsätze berühren Detailfragen. Die Beteiligung der Architekten an Kunstausstellungen hat in der Form, in der sie heute meist vor sich geht, den Erwartungen nicht entsprochen. Der Architektur ­ raum zieht nur wenig Besucher an. der Darstellung und geben dadurch meist unvorteilhafte Vergleichspunkte mit den Werken der darstellenden Künste. Ein mächtiges Mittel der Erziehung zur Architektur ist auf dem Wege der Literatur gegeben, die beim heutigen Publikum auf allen Gebieten die beste Handhabe zur Beeinflussung des menschlichen Geistes ist. Es hat in diesem Sinne jedoch wenig Bedeutung,