394 BAUZEITUNG Nr. 49 von Straßen sind Straßenfluclit und Bauflucht zu unter ­ scheiden. Kreuzungen von mehr als zwei Straßen sind zu vermeiden. 2. Aufgaben und Ziele der städtischen Denk ­ malpflege. Nicht nur einzelnen Bauwerken muß man Schutz angedeihen lassen; auch ganze Stadtbilder ver ­ dienen unter Umständen diesen Schutz. Wertvoll ist auch die Erhaltung der Stadtmauern und Tore. 3. Die Stilformen des städtischen Wohn ­ hauses. Der berechtigte Wohnhausstil muß gediegen und einfach sein. Jede Form muß klar zum Ausdruck kommen. Wir müssen wieder einfacher werden. 4. Denkmäler und Brunnen in alter und neuer Zeit. Hier ist die Art der Aufstellung und ihre Einreihung in das Stadtbild von Wichtigkeit. Die besten widerstehen, während jede aus Stein- und Mörtel ­ schichten gebildete Wand- und Deckenkonstruktion gegen heftige Stöße und Erschütterungen keine Gewähr bieten. So blieben zum Beispiel die beiden aus armiertem Beton errichteten Gebäude der Stanford-Universität, das Museum und die Hoble Hall unversehrt, während andre in Stein ausgeführte Gebäude der Universität rings herum in Trümmer fielen. Obwohl nun das Feuermeer von San Francisco mehrere Tage wütete, erhielt man doch keinen hinlänglichen Be ­ weis, wie sich die Betoneisenkonstruktionen diesem Angriff gegenüber verhielten. San Francisco besitzt nämlich nur eine sehr kleine Zahl von Betonbauten, während jetzt für den Wiederaufbau der Stadt die Betonbauweise in besonderem Maße Anwendung finden soll. Landhaus für einen Kunstmaler, Preis 60000 M., d. i. 21 M. pro cbm. Architekt Theodor Veil, München Aus Haenel-Tscharmann „Das Einzelwohnhaus der Neuzeit“ vielfach beliebte Art, die Denkmäler in die Mitte der Plätze zu setzen, ist nur in ganz bestimmten Fällen ge ­ rechtfertigt. Es werden folgende Grundsätze aufgestellt; 1. Anschluß an die Architektur; 2. Rücksicht auf die Verkehrswege; 3. künstlerisch geordnete Platzgliederung und Schaffung künstlerischer Raumbilder. Der Hinter ­ grund ist von großer Bedeutung. Zur Belebung von Plätzen können Brunnen viel beitragen. Die Feuerfestigkeit armierten Betons Nach dem Erdbeben von San Francisco beschäftigte sich die Presse mit der Frage, welche Baukonstruktionen ebensosehr einer derartig großen Feuersbrunst wie dem Erdbeben zu widerstehen vermögen. Durch die Kata ­ strophe selbst wurde bewiesen, daß Betoneisenkonstruk ­ tionen, die den Charakter eines einheitlichen, durch Fugen nicht geteilten Steingebildes erhalten, dem Erdbeben am Wenn nun auch der große Brand von San Francisco keine überzeugenden Beweise von der Feuerfestigkeit armierter Betonkonstruktionen erbracht hat, so haben doch andre Ereignisse, namentlich aber umfassende Versuche in Europa den überzeugenden Beweis geliefert, daß armierte Betonkonstruktionen einen besonders hohen Grad von Feuersicherheit und Feuerfestigkeit besitzen. Eine hervorragende praktische Bedeutung erlangten aber auch die im letzten Jahre vom Bureau of Buildings in New York veranstalteten Versuche. Es wurde eine Decke aus armiertem Beton, die gleichzeitig stark belastet wurde, einem anhaltenden Feuer und dem Angriffe des Wassers unterworfen. Die Decke ruhte auf zwei ßeton- trägern, die von vier Säulen getragen wurden. Zweck der Prüfung war, die Wirkung eines vier Stunden währen ­ den, unterhalb der Decke entzündeten Feuers bei einer durchschnittlichen Hitze von 925 0 C zu bestimmen; die Belastung der Decke betrug 67 kg pro Quadratfuß. Nach