292 BAUZ EIT UNO Nr. 37 Wettbewerb Empfangsgebäude für den Hauptbahnhof in Leipzig Detail In engerer Wahl Architekten Bruno Taut und Ad. Retter, Stuttgart Yerbandstag der Deutschen Baugewerks- Berufsgenossenscliaften In Halle a. S. hielten am 31. August die Deutschen Baugewerks - Berufsgenossenschaften unter dem Vorsitz des Kgl. Baurats und Landtagsabgeordneten Felisch- Berlin ihren 22. Yerbandstag ab. Es waren etwa 100 Ver ­ treter der Baugewerks-Berufsgenossenschaften anwesend. Mit besonderer Genugtuung wurde es von der Versamm ­ lung begrüßt, daß unter den Vertretern der Reichs- und preußischen Regierung auch der Präsident des Reichs ­ versicherungsamts, Dr. Kaufmann, sich befand, der gleich in seiner Begrüßungsansprache den Berufsgenossen ­ schaften das Kompliment machte, daß sie ihre Aufgaben glücklich gelöst haben, und sie ermahnte, der Unfall ­ verhütung, dieser vornehmsten Aufgabe, die größte Sorg ­ falt angedeihen zu lassen. Nachdem der Vorsitzende den Geschäftsbericht erstattet und dabei der im abgelaufenen Geschäftsjahre vorgekommenen wichtigsten sozialpolitischen Ereignisse gedacht hatte, wurde zur Vorstandswahl ge ­ schritten. Wiedergewählt wurden Baurat Eelisch-Berlin als Vorsitzender, Zimmermeister A. Nieß-Braunschweig als zweiter Stellvertreter, Hofwerkmeister Haußer-Stutt- gart als erster und Baumeister Schietter-Dresden als zweiter Schriftführer; neugewählt als erster Stellver ­ treter des Vorsitzenden wurde Maurermeister Voigt- München. Zur Frage der Abänderung der sozialpoli ­ tischen Gesetzgebung nahm der Verbandstag nach einem ausführlichen Bericht von H a u ß e r - Stuttgart eine Erklärung an, in welcher die Erwartung ausgesprochen wird, daß der in Vorbereitung befindliche Entwurf, be ­ treffend Aenderung der Arbeiterversicherungsgesetze, nach seiner Fertigstellung vor Einbringung an den Bundesrat veröffentlicht und dadurch den beteiligten Kreisen Gelegenheit geboten werde, ihre sachverständigen Urteile zu demselben recht ­ zeitig abzugeben. Der Verbandstag hielt im übrigen die Abänderung des § 34 für dringend notwendig. Weiter wurde verhandelt über eine et ­ waige anderweite Regelung der Zahlung des Zuschusses zum Krankengeld vom Be ­ ginn der fünften bis zum Ablauf der drei ­ zehnten Woche nach Eintritt des Betriebs ­ unfalls (Berichterstatter Zimmermeister Ganz- lin-Magdeburg), über geeignete Schritte, um zu erreichen, daß in Strafsachen wegen Verstoß gegen die Regeln der Baukunst oder wegen fahrlässiger Herbeiführung vonBetriebs- unfällen nur solche Personen als Sachver ­ ständige zugezogen werden, welche von der Bauausführung eine volle Kenntnis haben (Referent Baugewerksmeister Herzog - Danzig), über die Notwendigkeit der Ermäßigung der Eisenbahnfahrpreise für verletzte Arbeiter bei deren Ueberführung in Krankenhäuser, Bäder und sonstige Heilanstalten (Be ­ richterstatter Baumeister Schietter - Dresden), über das Ergebnis der in der Zeit vom 15. bis 31. Juli d. J. vorgenommenen besonderen Bautenrevisionen (Refe ­ rent Maurermeister A. Müller-Stettin), über einheitliche Regelung der Anmeldung von Regiebauten (Referent Baumeister Wolff-St. Johann-Saarbrücken), über die recht ­ liche Natur und den Zweck der sog. Uebergangs- oder Gewöhnungsrenten (Berichterstatter Bau ­ gewerksmeister Herzog-Danzig), über die Notwendigkeit der Abdeckung von Balkenlagen bei Montierung von Eisenkonstruktionen (Referent Architekt und Maurer ­ meister Kaiser-Hannover). Die wichtigste Stelle nahm aber die Erörterung der Frage ein, ob die Baugewerks-Berufsgenossenschaften für die Baukontrolle schon in genügender Weise gesorgt haben. Der Berichterstatter, Baurat Felisch-Berlin, gab darauf die bestimmte Antwort, daß die Baugewerks- Berufsgenossenschaften den Arbeiterschutz noch weiter ausbauen müssen, wenn auch statistisch nachweisbar sei, daß dieselben weitaus den meisten der gewerblichen Berufs ­ genossenschaften hinsichtlich der Betriebsüberwachung vorausgekommen sind. Es sei vor allen Dingen not ­ wendig, daß die in dieser Hinsicht bei den Baugewerks- Berufsgenossenschaften noch bestehende Verschiedenheit beseitigt werde. Nach warmer Befürwortung seitens des Referenten wurde den Baugewerks-Berufsgenossenschaften durch einstimmige Annahme einer entsprechenden Reso ­ lution dringend empfohlen, eine Vermehrung der tech ­ nischen Aufsichtsbeamten in dem Umfange vorzunehmen, daß alljährlich in einer jeden Baugewerks-Berufsgenossen- schaft eine Zahl von Betriebsrevisionen ausgeführt werden kann und ausgeführt wird, welche dem Verhältnis von 90—100% aller vor ­ handenen Betriebe entspricht. Sch. Ein Arbeiterdorf im kleinen wird im Anschluß an die im Jahr 1908 in Darmstadt stattfindende Hessische Landesausstellung auf Anregung des Hessischen Zentralvereins zur Errich ­ tung billiger Wohnungen erbaut werden und einen Teil der Ausstellung bilden. Es wird aus sechs Arbeiterhäusern, drei Zweifamilienhäusern und drei Ein ­ familienhäusern bestehen, welche die Firmen C. Heyl-Worms, Dörr & Rein ­ hart-Worms, Dyckerhoff & Söhne- Amöneburg, Opel-Rüsselsheim, Cloos- Wettbewerb Empfangsgebäude für den Hauptbahnhof in Leipzig Durchschnitt In engerer Wahl Architekten Bruno Taut und Ad. Retter, Stuttgart