Soldatenheim in Ludwigsburg Projekt Architekten Klatte & Weigle-Stuttgarl FÜR WÜRTTEMBERG BADEN HESSEN EL ­ SAS S - LOTHRINGEN Stuttgart, 1. Mai 1909 Nummer 18 Inhalt: Soldatenheim „König-Wilhelm-Haus“, Ludwigsburg. — Neuzeitliche englische Wohnungskultur. — Interessante Fundierungen in Paris. — Yereinsmitteilungen. — Wettbewerbe. — Kleine Mitteilungen. — Personalien. — Bücher. — Briefkasten. Alle Rechte Vorbehalten Soldatenlieim „König-Wilhelm-Hans“ Lndwigslmrg Architekten Klatte ÄWeigle -Stuttgart Am 2. Mai findet in Gegenwart des Königspaares die Einweihung des Ludwigsburger Soldatenheims statt, das lediglich der Fürsorge unsrer unter der Fahne stehenden Jugend dienen soll. Der Süddeutsche Evangelische Jüng ­ lingsbund, der auch die Soldatenheime in Ulm und Wein ­ garten einrichtete, ließ in schönster Lage Ludwigshurgs, gegenüber dem früheren Feuerseeplatz mit seinen präch ­ tigen alten Baumbeständen, das für die Zwecke der Soldatenfürsorge vorbildliche Haus errichten, dessen Ein ­ richtung in jeder Weise praktisch, solid und einfach zu nennen ist. Mit der Ausführung des Baues wurden die Architekten Klatte & Weigle betraut, die bereits ver ­ schiedene Bauten für wohltätige Zwecke errichtet haben, so unter andern das Gemeindehaus der Bauausstellung Stuttgart 1908, die Gemeindehäuser in Heimerdingen, Welzheim und Emmendingen sowie das Deutsche In ­ stitut für ärztliche Mission in Tübingen. Das König- W ilhelm-Haus zeigt eine Architektur im Sinne der Lud ­ wigsburger Bauart, die Yorderfassade ist symmetrisch aus ­ gebildet mit Sockel von Kalkstein, weißem Putz, weit ausladendem Hauptgesims und behäbigem Mansarddach. Auf eine gefällige Rückfront wurde besonderer Wert gelegt, um vom Wirtschaftsgarten aus einen freundlichen Blick auf das Haus zu haben. Das Gebäude zergliedert sich in ein Vorderhaus mit anstoßendem Saal- und Küchenbau und ein Nebengebäude mit besonderem Hof und Räumen für Waschküche, Bügel ­ zimmer und Stallungen. Von der linken Durchfahrt aus führt der Haupteingang in eine Vorhalle, von welcher direkte Zugänge in den Mannschaftssaal, das Unteroffizierszimmer, das Schreibzimmer, das Pförtnerzimmer, das Treppenhaus u. s. w. führen, ln der Mitte der Straßenfront ist ein direkter Eingang für die Räume der Unteroffiziere und Einjährigen angelegt. Das Wirtschaftslokal für Zivil hat einen eignen Eingang von der rechten Durchfahrt aus. Hier ist auch der Zugang zum Treppenhaus für die Wohnungen angelegt. Alle Wirtschaftslokale grup ­ pieren sich um ein zentral gelegenes Büfett. Hinter dem Lokal für Mannschaften ist noch ein behagliches Lese ­ zimmer angeordnet. Die geräumige Küche ist durch eine kleine Anrichte von dem Büfett getrennt und hat noch einen direkten Zugang für Lieferanten vom Küchen ­ hof aus. Ein kleines Büfett ermöglicht eine Speiseabgabe in das hintere Lesezimmer, das bei besonderen Anlässen