168 BAUZBITUNG Nr. 21 nur mit Spundwänden auszukommen. Der Gesamtauf ­ wand der Straßenbauverwaltung betrug rund 290000 M., die gemachten Ersparnisse von 22000 M. wurden zur Verbesserung der anschließenden Talstraße verwendet. — Beiden Rednern wurde der lebhafteste Beifall gezollt und der verbindlichste Dank des Vereins ausgesprochen. W. Vereinigung ehern. Baugewerkschüler Darm- stadt. Die Unterlagen für die Konkurrenz sind den Kollegen, die sich daran beteiligen wollen, zugegangen und nehme ich noch weitere Anmeldungen hierzu ent ­ gegen. — Die nächste Versammlung findet voraussicht ­ lich am zweiten Sonntag im Juni statt. Näheres hier ­ über wird noch bekanntgegeben. — Für den Juli ist, bei genügender Beteiligung, ein Ausflug nach dem Taunus (Besichtigung der Saalburg) vorgesehen, und bitte ich mir mitzuteilen, wer sich daran beteiligen will. Ich halte für diesen Ausflug den ersten Sonntag im Juli für den günstigsten. Für die Führung auf der Saalburg ist es mir möglich, einen Herrn Kollegen (Nichtvereinsmitglied) zu gewinnen, so daß dieser Ausflug ein sehr interessanter und lehrreicher zu werden verspricht. Freunde und Gönner des Vereins sind willkommen. Mit kollegialem Gruß Joh. Hammann, Schriftführer. Wettbewerbe Marktplatz und Rathaus in Herne. Ein Wett ­ bewerb um Entwürfe nebst Schaubildern für die Gestaltung des Marktplatzes und des an demselben zu errichtenden Rathauses wird mit Frist bis zum 15. Juli d. J. unter den im Deutschen Reiche ansässigen Architekten und Ingenieuren ausgeschrieben. Ein I. Preis von 1200 M., ein II. Preis von 800 und zwei III. Preise von je 500 M. sind ausgesetzt. Der Ankauf weiterer Entwürfe zu je 250 M. bleibt Vorbehalten. Das Preisgericht besteht aus dem Ersten Bürgermeister Dr. Büren, Stadtbaurat Lampe, Stadtverordneten Architekt Hoppe, Stadtverordneten Bau ­ meister Puchs, sämtlich in Herne, den Professoren Dr. Ga ­ briel v. Seidl-München und Schultze-Naumburg in Saaleck und Regierungsbaumeister Moritz-Köln. Die Bedingungen nebst Anlagen sind vom Stadtbauamt Herne gegen Ein ­ sendung von 5 M. zu beziehen. Dieser Betrag wird den Verfassern der bei der Preisverteilung unberücksichtigt gebliebenen Entwürfe bei Rücksendung der Entwürfe wieder zurückgezahlt. Oldenhurgische Spar- und Leihbank. Einen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für ein Ge ­ schäftsgebäude eröffnet die Bank unter den in Deutsch ­ land ansässigen Architekten zum 31. Juli d. J. unter Ver ­ heißung dreier Preise von 5000, 3000 und 1000 M., deren Gesamtsumme von 9000 M. jedoch auch in andrer Weise auf nicht mehr als vier Entwürfe verteilt werden kann. Das Recht, vier nicht preisgekrönte Entwürfe für je 500 M. anzukaufen, ist Vorbehalten. Unter den Preisrichtern befinden sich die Architekten Geh. Ober ­ baurat Prof. Hofmann-Darmstadt, Regierungsbaumeister Walter-Grunewald, überbaurat Freese-Oldenburg, Stadt ­ baurat Noack daselbst. Unterlageh gegen 3 M,, die zurückerstattet werden, durch die Oldenhurgische Spar ­ und Leihbank in Oldenburg. Kleine Mitteilungen Württ. Kunstverein Stuttgart. Neu ausgestellt; Vorfrühling an der Isar von Toni Stadler; Porträt von Emilie Weißer; Porträt, zwei Interieurs, Blumen, Still ­ leben von Paul Huber; die Kellnerin von H. Linden- schmit; Pflügender Bauer, Fahrendes Volk von F. Ecken ­ felder; Spazierritt, Vom Bodensee (zwei Aquarelle) von W. Zweigle f; Aus Grins in Tirol, Früchte, Frau mit Ziege, Mädchenkopf, Aehrenlesen von Carl Hartmann; acht farbige Silhouetten von G. A. Friedrichson; sechs farbige Zeichnungen von Erwin H. Ockert u. s. w. Die K. Baugewerkschule Stuttgart wird im laufenden Sommer von 704 Schülern besucht. Auszeichnung. Der Ober- und Geheime Baurat Dr.-Ing. Jos. Stübben in Grunewald wurde zum Ehren ­ mitglied des 1907 gegründeten „Architectural Institute of Canada“ ernannt. Verband Deutscher Architekten- und Ingenieur ­ vereine. Das vorläufige Programm der XXXVIII. Ab ­ geordnetenversammlung in Darmstadt am 27. und 28. Au ­ gust 1909 bestimmt: 26. August: Begrüßungsabend. 27. August: I. Verhandlungstag; gegen Abend Spazier ­ gang in die nächste Umgebung; gemeinschaftliches Essen (eventuell auf der Ludwigshöhe). 28. August; II. Ver ­ band] ungstag; nachmittags mit der Bahn nach Mainz, von da mit Schiff nach Biebrich, von da nach Wiesbaden; abends im Kurhaus dort. 29. August; Vormittags Be ­ sichtigungen: Landesmuseum, Technische Hochschule, neue Stadtteile, neuer Bahnhof; nachmittags Ausflug in die Bergstraße: Auerbacher Schloß. Rückfahrt der aus ­ wärtigen Teilnehmer über Bensheim oder Darmstadt. Der Wiederaufbau von San Franzisko ist heute, drei Jahre nach der Katastrophe, der rund 28 000 Ge ­ bäude in 469 Häusergruppen zum Opfer fielen, bereits soweit erfolgt, daß sehon 16831 Gebäude wieder auf ­ geführt sind, die jedoch größer als die zerstörten sind und zusammen eine weit umfangreichere Fläche bedecken als jene. Vor dem Erdbeben zählte die Stadt rund 450 000 Einwohner; die Zahl sank unmittelbar nach der Zerstörung auf 350 000 und beträgt heute bereits mehr als 500 000. Personalien Baden, Ernannt: der Regierungsbaumeister Er. Landwehr- Mannheim unter Verleihung des Titels Maschineninspektor zum Inspektionsbeamten und mit der Leitung des in Basel zu errichten ­ den elektrotechnischen Bureaus betraut. Verliehen: dem Eisen ­ bahnarchitekten F. Fromhold in Lauda das Ritterkreuz II.Klasse mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen anläßlich der Versetzung in den Ruhestand. Briefkasten Antwort (Ergänzung) auf Anfrage S—d. Bczeichnetes Treiben im Putz dürfte vielleicht auch daher kommen, daß unreiner Saud verwendet wurde. Als Beispiel sei erwähnt: Bei einem Neubau wurde Tailfinger Grabsand zum Außenputz verwendet. Dieser ent ­ hielt nach späterer Feststellung stecknadelkopfgroße Ton- bzw. Schieferteilchen. Diese verwitterten im Putze rasch, nahmen im Herbst viel Feuchtigkeit auf und sprengten im Winter durch die Ausdehnung des zu Eis sich verdichtenden Wassers oft talergrofie Stücke los. Es wäre interessant, wenn Fragesteller den betreffen ­ den Putz nach Angaben in beiden Antworten untersuchen und das Ergebnis auf gleichem Wege mitteilen würde. — Berichtigend zu der Antwort in letzter Nummer sei bemerkt, daß es nicht „Rauh ­ weißen“, sondern „Rauhwerken“ heißen muß. Antwort auf die Anfrage L. M. Ein Verwenden von Lehm zu Böden für Pferdeställe wird wohl in den meisten Fällen nicht angebracht sein. Sollte jedoch dies ausdrücklich verlangt werden, so ist nur der Vorderstand des Pferdes mit solchem Lehmboden auszustatten. Zur Reinlichkeit wird ein solcher Boden jedoch nicht viel beitragen. Für die Vorderhufe dürfte es vielleicht ein kleiner Vorzug in Anbetracht der Weichheit sein. Zu Ausführung solcher Böden dürften die alten Rezepte für Tennen- und Scheuerböden in Anwendung kommen. Ein solches Rezept empfiehlt, unter den Lehm Rinderblut und Hammerschlag, manchmal auch Kälberhaare zu mischen. In Darmsheim wurde dem Lehm nur Viehsalz beigemischt. Dieser Boden hält sich in schattigen Tennen sehr gut. Auf eine Probe könnte es der Fragesteller schon aukommen lassen. Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel. Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Druck; DeutscheVerlaga-Anstalt in Stuttgart.