184 BAUZEITUNG Nr. 28 Yerwaltungsingenieure des Heizungsfaches und der Ver ­ band der Lieferanten von Zentralheizungsbestandteilen ihre Mitgliederversammlungen abzuhalten. Die Tages ­ ordnung ist eine sehr reichhaltige, es sind Vorträge vor ­ gesehen über Ausschreibung und Vergebung von Zentral- heizungs- und Ltiftungsanlagen, über die jetzige Bewegung auf dem Gebiete der Heizungs- und Lüftungstechnik, die Verwendung des Ozons zur Luftreinigung, die Lüf ­ tung von Sälen, die Aufgaben der städtischen Heizungs ­ ingenieure. Außerdem finden Besichtigungen einer ganzen Reihe von Heizungs- und Lüftungsanlagen (Krankenhaus, Badeanlage, Synagoge, Pesthalle, Bismarckschule, Opern ­ schule) statt. Von Veranstaltungen sind zu nennen: Empfang im Römer, Festmahl im Palmengarten, Aus ­ flug nach Homburg, Fahrt zur Saalburg, Abschiedsfest im Kurhaus zu Homburg. Schäferbüste in Berlin. Zur Errichtung einer solchen hat sich ein Ausschuß gebildet, der mit einem Aufruf sich an die Oeffentlichkeit wendet. In demselben fordern Verehrer und Schüler Karl Schäfers zur Stif ­ tung einer Schäferbüste auf, welche mit Genehmigung des Senates der K. Technischen Hochschule in Berlin im Lichthofe der Hochschule aufgestellt werden soll. Beiträge sind an Bureauassistent Kuckert (Adresse: K. Technische Hochschule, Charlottenburg, Berliner Straße 171/172) zu senden. Techniker als beschließende städtische Ver ­ waltungsorgane. Die städtischen Kollegien von Fürth haben beschlossen, dem Direktor des Elektrizitätswerkes dieser Stadt Sitz und Stimme im Magistrat zu gehen. Dieser Beschluß hat den BayrischenRegierungsbaumeister- verein veranlaßt, seine Genugtuung darüber auszusprechen. Wir glauben, heißt es am Schlüsse der an die „M.N.N.“ gerichteten Kundgebung, daß die Stadt Fürth mit der Aufnahme des Direktors ihrer Elektrizitätswerke in ihre Verwaltung einen Schritt vorwärts getan hat. Hoffen wir, daß andre Städte ihr bald folgen und dann nicht nur den Direktor des Elektrizitätswerkes, sondern auch die Direktoren andrer technischer Zweige und die Ab ­ teilungsvorstände ihrer Stadtbauämter sitz- und stimm ­ berechtigt im Magistrat machen. Zum technischen Studium. Durch einen Erlaß des preußischen Kultusministers werden vom Sommer ­ semester 1909 ab als Studierende der Technischen Hoch ­ schulen auch Frauen zugelassen. Es finden auf sie die für die Zulassung zum Besuch der Technischen Hoch ­ schulen erlassenen Vorschriften Anwendung. Eine Architekturabteilung an der Kunstge ­ werbeschule Düsseldorf ist unter der Leitung von Direktor Prof. Wilhelm Kreis mit dem 1. April d. J. ins Leben getreten. Der Lehrplan umfaßt das Entwerfen in einfacher bürgerlicher und monumentaler Bauweise, Innendekoration, Wohnräume, Gartengestaltung, Be ­ arbeitung von Einzelheiten aller Art, Aufnahme alter Bauten u. a. m. Das Ziel der Abteilung ist die rein künstlerische Ausbildung technisch bereits ausgebildeter Schüler. Beim Bau des Elbtunnels haben sich, wie wir der „Frkf. Ztg.“ entnehmen, bedenkliche Schwierigkeiten ergeben, die ihren Grund in der großen Durchlässigkeit der über dem Tunnelstollen lagernden Erdmassen haben. Infolge dieser Durchlässigkeit entweichen große Preßluft ­ mengen aus dem Stollen, welche dann die Bodenmassen aufweichen, so daß diese vom Strom fortgerissen werden können. Dadurch wird die über dem Tunnel liegende Erddecke stark geschwächt und es treten erhebliche Ver ­ tiefungen ein, durch welche Durchbrüche im Stollen her ­ vorgerufen werden können. Diese Gefahr wird immer größer, je mehr sich der Tunnelvortrieb der tiefsten Stelle des Strombettes nähert, wo die über dem Tunnel ­ stollen lagernde Erddecke nur noch eine Mächtigkeit von 6 m besitzt. Mit Rücksicht hierauf hat man in der letzten Woche mit Zuhilfenahme der Taucherglocke auf dem Grunde der Elbe Bodenproben entnommen. Diese Proben haben ergeben, daß die oberste Schicht auf dem Grunde des Strombettes, besonders an den tiefsten Stellen, aus feinem Schwemmsand besteht, der durch die auf ­ steigende Preßluft sehr leicht gelockert und vom Strom weggerissen werden kann. Dadurch ist die Gefahr eines Durchbrechens des Stollens bestätigt worden. Die Bau ­ leitung berät jetzt über Mittel, um dieser Gefahr vor ­ zubeugen. Voraussichtlich wird die fragliche Strecke an den tiefsten Stellen mit einer festeren Erdmasse ab ­ gedeckt werden müssen, die es der entweichenden Preß ­ luft erschwert, den darunterliegenden Schwemmsand aufzuwühlen. Immerhin sind es umfangreiche Arbeiten, welche nicht vorauszusehen waren. Personalien Württemberg. Versetzt in Ruhestand: der Oberbahn ­ meister W. Remppis in Kirchheim u. T. auf Ansuchen unter An ­ erkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Baden. Verliehen; das Verdienstkreuz vom Zähringer Uü wen dem Oberbahnmeister Ch. Weiß in Jöhlingen, dem Straßenmeister Fr. Schöning bei der Wasser- und Straßenbauinspektion Karlsruhe. Hessen. Ernannt: der Ingenieur H. V o i g t zum Hauptlehrer an der Landesbaugewerksohule in Darmstadt. Bücher Luegers Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfs ­ wissenschaften. Zweite, vollständig neu bearbeitete Auflage. XXXIV. und XXXV. Abteilung. Preis jeder Abteilung 5 M. (Stutt ­ gart, Deutsche Verlags-Anstalt.) Die zweite Auflage des großen Werkes schreitet rasch ihrer Vollendung entgegen. Bereits ist mit den Abteilungen 34 und 36 der vorletzte Band VII ausgeliefert, der auf 848 Seiten mit mehr als 2000 in den Text gedruckten Ab ­ bildungen die Stichwörter Papierfärberei bis Schwefelsäure behandelt. Es darf also erwartet werden, daß noch im Laufe dieses Jahres der Abschluß mit Band VIII erfolgt. Dabei läßt sich jetzt schon ein großer Vorzug der zweiten Auflage erkennen: es wird nicht mehr nötig sein, den für den Schlußband verbleibenden Stoff so zusammen ­ zudrängen, wie bei der ersten Auflage; die gleichmäßige Behand ­ lung für die Stichwörter von A—Z scheint gesichert. Wir begegnen in diesen Abteilungen einer Anzahl zum großen Teil neuer und recht ausführlicher Abhandlungen. Wiederum haben die Autoren durchweg die Erläuterung durch Abbildungen in den Vordergrund gestellt, so daß nach dieser Richtung hin auch die beiden letzten Abteilungen von Band VII musterhaft ausgestattet sind. Besonders hervorzuheben ist die klare Gliederung aller längeren Abhandlungen durch Zerlegung in Unterabteilungen mit fett vorgedruokten zu ­ sammenfassenden Inhaltsbezeichnungen. Auch alle theoretischen Abhandlungen, z. B. jene aus der Mathematik, der reinen und an ­ gewandten Mechanik, der Festigkeitslehre, der graphischen Statik, dem Brückenbau u. s. w., sind auf den neuesten Stand ergänzt. So dürfen wir mit Recht nicht nur in diesen Abteilungen, sondern in allen bisher erschienenen der zweiten Auflage des Lexikons eine her ­ vorragende literarische Leistung feststellen, eine Leistung, wie sie nur durch das zielbewußte einheitliche Zusammenwirken so vieler bedeutender Männer — die Zahl der. Mitarbeiter ist nahe an 160 — entstehen kann. Mögen die restlichen fünf Abteilungen des Unter ­ nehmens, das von der Deutschen Verlags-Anstalt in der bekannten vorzüglichen Weise typographisch ausgestattet wurde, recht bald erscheinen, damit alle jene Kreise, für welche diese Enzyklopädie bereits unentbehrlich geworden ist, besonders aber die studierende Jugend, den dadurch gegebenen Halt im technischen Leben zum Nutzen und zum Gedeihen der Industrie gewinnen können. Der weitesten Verbreitung darf eine solche Musterleistung mit aller Sicherheit entgegensehen. Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel. Architekt W.Klatte, beide in Stuttgart. Druck : DeutscheVerlags-Anstalt in Stuttgart.