186 BAUZBITUNG Nr. 24 Ochsenhausen Klosterkirche und Prälatur von Süden v. Dollinger überließ freundlichst seine Architekturskizzen von Biberach. Das photographische Abbildungsmaterial erhielt das Landeskonservatorium zu einem großen Teil durch Schenkungen. Vorzügliche Aufnahmen hat die Stadt Biberach durch den Architekturphotographen Kick machen lassen. Beim näheren Eingehen auf das wert- und inhalts ­ volle Werk*) begegnen wir zunächst einem Ueherblick über Lage, Geschichte, Siedlungsverhältnisse und Altertümer des Oberamtsbezirks, woran sich eine Zusammenstellung über die vorhandenen kirchlichen und profanen Bauten, über Innenarchitektur und Dekoration, über die Erzeug ­ nisse der Bildhauerei, Malerei, des Kunstgewerbes sowie eine Aufzählung der ausübenden Künstler reiht. In ausführlicher Weise beschäftigt sich das Buch mit der Stadt Biberach, der über 50 Seiten Text gewidmet ist. Aus den vorhandenen Urkunden, die bis aufs Jahr 1248 zurückreichen, aus Handschriften, Literatur, Plänen und Ansichten ergibt sich ein interessantes Bild der Ver ­ gangenheit der alten Reichsstadt, das durch eine Ge ­ schichte der Stadt seine Erweiterung erfährt. Weichen Schatz an alten Denkmälern die letztere in ihren Mauern birgt, zeigen die zahlreichen bildlichen Darstellungen von Kirchen, Klöstern, Kapellen, Gassen, Häusern, Toren und von Kunstwerken. Nicht minder reich ist die Ausbeute in den einzelnen Orten des Oberamtsbezirks. Bald sind es reizvolle Land ­ schaftsbilder, bald Ansichten von malerisch gelegenen Schlössern, bald charakteristische und reichgestaltete Kirchen- und Klosterbauten, Grabdenkmälern, die das Auge fesseln — überall bietet sich eine Fülle von an ­ regendem und lehrreichem Stoff. Wir erwähnen nur Edelbeuren, Erolzheim, Fischbach, Gutenzell, Hürbel, Mittelbiberach, Schemmerberg, Ummendorf, Untersulraa- tingen, Warthausen. Besondere Aufmerksamkeit ver ­ dienen das Kloster Heggbach und die prachtvolle Abtei Ochsenhausen. Außer den vielen im Text eingedruckten *) „Die Kunst- und Altertumsdenkmale im Königreich Würt ­ temberg“. Im Auftrag des K. Ministeriums des Kirchen- und Schul ­ wesens herausgegeben von Dr. Eugen Gradmann , K. Konservator. Inventar 36./41. Lieferung; Donaukreis, Oberamt Biberach, bearbeitet von Julius Baum und Bertold Pfeiffer. Eßlingen a. N. 1909, Paul Neff Verlag (Max Schreiber). Bildern zieren noch 20 Tafeln das Werk, welche Innen ­ ansichten von Kirchen und Klöstern, ein anmutiges Bild der Stadt Biberach und Darstellungen einer ganzen Reihe hervorragender Skulpturwerke, von Altären, Madonnen, Heiligen, kirchlicher Prachtgewänder, kunstgewerblicher Schätze u. s. w, zeigen. Nicht vergessen wollen wir eine Karte des Oberamtsbezirks Biberach und einen Situations ­ plan der Römerstation bei Ummendorf nebst einem Grund ­ riß des Ende 1880 aufgedeckten Römerbads. Aus dem reicbaltigen Werke bringen wir gleichzeitig eine Anzahl Abbildungen, deren Veröffentlichung uns durch das freundliche Entgegenkommen des Verlags, welcher uns schon kürzlich in Nr. 20 zwei Stadtbilder aus Nagold (Abb. 2 und 8) zur Verfügung stellte, er ­ möglicht wurde. Wenn wir zum Schluß noch anfügen, daß die technische Herstellung und Ausstattung in har ­ monischem Verhältnis zu dem Inhalt des Buches steht, glauben wir, daß auch der jüngste Band der Kunst- und Altertumsdenkmale im Königreich Württemberg die ge ­ bührende Beachtung und Würdigung finden wird. F. Der Wolinungsinspektor für Württemberg Nach den Verhandlungen in der Zweiten Kammer, die Aufstellung eines Landeswohnungsinspektors für Würt ­ temberg betreffend, ist es sehr zu bedauern, daß dem zielbewußten Vorgehen der Regierung in den Bestrebungen zur Verbesserung der Wohnverhältnisse von seiten eines großen Teils der Kammer so wenig Verständnis und Interesse entgegengebracht wurde. Wenn dieser von seiten der Regierung gestellte Antrag auch nur mit ge ­ ringer Mehrheit angenommen wurde, so können wir uns doch aufrichtig darüber freuen, daß wir eine Wohnungs ­ inspektion erhalten, die für Stadt und Land zeitgemäß und notwendig ist und die uns allen zugute kommt. Diesem zukünftigen Beamten wird einerseits eine große, aber dankbare Aufgabe zufallen, anderseits ist es jedem möglich, sich in besonderen Fällen mit diesem Fachmann zu beraten, was für Besitzer und Mieter gleich vorteilhaft ist, da zeitgemäße Einrichtungen und Verbesserungen jeder Art das friedliche Zusammenleben fördern und den Besitzwert erhöhen. Es werden daher Anordnungen und Vorschriften von seiten der Woh ­ nungsinspektion, die nur auf Verbesserung unsrer Wohn-