200 BAUZEITUNG Nr. 25 Grad eines Diplom-Ingenieurs erlangt; er hat seine tech ­ nische Ausbildung vielmehr auf dem Technikum Winter ­ thur und dem Privattechnikum Mittweida erhalten. Auf Grund dieser Vorbildung hat der Angeklagte in Reklamen, Briefumschlägen und Briefköpfen, die er an weitere Personenkreise versandt hat, seiner Firma den Zusatz: Diplom-Ingenieur“ beigefügt. In der Verhandlung be ­ hauptete nun der Angeklagte unwidersprochen, die Be ­ zeichnung ,Diplom-Ingenieur“ sei ohne sein Wissen und seinen Willen durch Versehen des Druckers für den im Konzept enthaltenen Ausdruck ,Diplom. Ingenieur“, das die Abkürzung von ,diplomierter Ingenieur“ bedeute, ge ­ setzt worden. Er habe den Irrtum später bemerkt und den Auftrag zurückgezogen. Trotz dieser ,Aufklärung“ betrachtete das Gericht den Tatbestand für die Anwen ­ dung des § 4 des Gesetzes über den unlauteren Wett ­ bewerb vom 27. Mai 1896 als gegeben und betrachtete die Handlung des Angeklagten als eine wissentlich un ­ wahre und zur Irreführung geeignete Angabe tatsäch ­ licher Art über den Besitz von Auszeichnungen. Der Angeklagte mußte demgemäß bestraft werden.“ So kann man mit Sicherheit erwarten, daß durch die Kölner Ent ­ scheidung auch in den Kreisen der zunächst Interessierten die Erkenntnis von Inhalt und Umfang des Schutzes der Bezeichnung „Diplom-Ingenieur“ (Dipl. Ing.) um sich greift. Strafe trifft aber nicht nur den unbefugten Träger einer täuschenden Bezeichnung; strafbar machen sich darüber hinaus auch diejenigen, die den Betreffen ­ den zur Führung einer solchen Bezeichnung aufmuntern oder dessen Namen mit der täuschenden Bezeichnung verbreiten. Hierfür kämen in Betracht einerseits die In ­ haber privater technischer Fachschulen, deren Zeugnisse derartige Irrtümer ermöglichen, und anderseits die Drucker oder Verbreiter von Anzeigen, Zirkularen und ähnlichen Erzeugnissen der Presse, in denen eine Person, die nicht Diplom-Ingenieur ist, sich als solche bezeichnet, sofern die Genannten den Druck oder die Verbreitung der An ­ zeigen, „Mitgliederverzeichnisse“ u. s. w. in Kenntnis des wahren Sachverhalts vorgenommen, veranlaßt oder be ­ fördert haben. Personalien Württemberg. Erteilt: der Grad eines Diplom-Inge ­ nieurs auf Grund der mit Erfolg an der K. Technischen Hoch ­ schule abgelegten Diplomhauptprüfung den nachgenannten Kandi ­ daten: 1. für Architekt en: P. Amstein-Wigoltingen, Schweiz, O. Bengel-Bietigheim a. E., R. Bostel-Göppingen, 0. Bruder-Heims- heim, A. Daiber-Böhlingen, E. Eger-Stuttgart, E. Ehmann-Stuttgart, K. Emmerling-Leipzig, W. Eyohmüller-Ulm, G. Feßler-Aulendorf, P. Fischer-Colmar i. B., G. Gonser-Onstmettingen, H. Hieber-Stutt- gart, Th. Holtzschue-Stuttgart, K. Jacoby-Salzwedel, Prov. Sachsen, R. Ihle-Stuttgart, H. Keuerleber-Stuttgart, P. Klein-Odessa, A. Kör ­ ner-Stuttgart, K. Lederer-Hall, R. Lempp-Oberiflingen, H. Melber- Eßlingen, K. Menzel - Ludwigsburg, F. Moosbrugger - Heilbronn, E. Ookert-Stuttgart, 0. Oßwald-Münsingen, H. Riethmüller-Dürr ­ wangen, W. Rist-Stuttgart, Th. Roth-Stuttgart-Berg, P. Schäfer- Zuffenhausen, B. Sohäffer-Schwäb. Gmünd, B. Sohnell-Biberach a. R., G. Schönweiler-Riedlingen, K. Schröder-Heidelberg, H. Schubert- Stuttgart, A. Seifried-Deizisau, E. Sontheimer-Tübingen, W. Stieglitz- Stuttgart, Th. Streich-Eßlingen, K. Vogl-Kempten, K. Weiß-Stutt ­ gart, F. Wibel-Leutkirch; 2. für Bauin ge n i eure: K. Allinger- Göppingen, B. Daur-Münsingen, O. Dorner-Merklingen, 0. Eitel- Plochingen, R. Friederioh-Ebingen, Th. Golder-Stuttgart, B. Götz- Rottweil, H. Habermaas-Stuttgart, 0. Hoffmann-Zeitz, B. Klett- Cannstatt, A. Kugler-Wittershausen, OA. Sulz, R. Kurz-Möglingen, F. Lohe-Ulm, K. Neunhöffer-Künzelsau, E. Schmid- Ofterdingen, F. Schmid - Helfenberg, H. Schöner - Gelnhausen , Reg.-Bez. Kassel, F. Schweizer-Eßlingen, G. Seibold-Geradstetten , A. Sihler-Neckar- sulm, 0. Staudenmeyer-Calw, 0. Stäbler-Eningen, A. Strobel-Heiden ­ heim, G. v. Timroth-Helsingfors, G. Traub-Stuttgart, P. Waldmann- Tiefenbaoh, OA. Crailsheim, F. Weinbrenner-Nürtingen, M. Weit ­ brecht-Unterregenbaoh, OA. Gerabronn , F. Wolfinger-Eßlingen, E. Zaiser-Stuttgart, G. Zinser-Süßen. Baden. Versetzt: der Regierungsbaumeister J. Sch m i 11 bei der Maschineninspektion Freiburg zur Maschineninspektion Mannheim. Hessen. Verliehen: dem Architekten J. Harre s-Darmstadt das Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Elsaß-Lothringen. Uebertragen: dem Ober- und Geheimen Baurat v. B o s e die Stelle eines Ahteilungsvorstandes in der Ge ­ neraldirektion der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen in Straßburg. Ernannt: der Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor Reiffen in Straßburg zum Regierungs- und Baurat und Mitglied der General ­ direktion. Bücher Dr. Fritz Schider, Plastisch - anatomischer Handatlas, für Akademien, Kunstschulen und zum Selbstunterricht, 117 Tafeln und Text, dritte Auflage. Herausgeber Dr. Max Auerbach, Kustos am Großh. Naturalienkabinett und Privatdozent an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, Mitarbeiter Prof. Dr. Franz v. Stuck in München. Leipzig 1909, Verlag Seemann & Co. Preis geh. 16 M. Die einwandfreie Darstellung des nackten menschlichen Körpers ist und bleibt eine der schwierigen Aufgaben jedes Künstlers. Da ­ durch wird auch eine große Zahl von Werken verständlich, die be ­ strebt sind, mit einem typischen Anschauungsmaterial die Hebungen am Aktmodell zu unterstützen. Wenige dieser Veröffentlichungen dürfen auf einen Erfolg zurüokhlicken, wie er dem plastisch-anato ­ mischen Handatlas Schiders vergönnt war: erscheint doch jetzt bereits eine dritte Auflage. Zuerst in großem Maßstabe als Plastisch-anato ­ mische Studien veröffentlicht, trugen die Tafeln dem Verfasser den Ehrendoktortitel der Universität Basel ein; ihr Erfolg steigerte sich in ungeahnter Weise, als die Arbeit in handlichem Formate zu mäßigem Preise der Allgemeinheit übergeben werden konnte. An Stelle des nunmehr verstorbenen Verfassers hat einer seiner früheren Schüler, Privatdozent Dr. Max Auerbach, das Werk für die dritte, neue Auflage umgearheitet, wodurch in erster Linie die Anatomie des Weibes und des Kindes die gebührende Berücksichtigung gefunden hat. Außerdem steuerte der bekannte Münchner Maler Franz v. Stuck eine Anzahl seiner Originalaktstudien hei. Damit dürfte das Werk eine einzigartige Bereicherung erfahren haben, die es neben dem kurzen klaren, nur das Nötigste berücksichtigenden Texte und der Auswahl des stofflichen Inhalts, der nur das plastisch ­ anatomisch Wichtige hervorhebt, aufs vorteilhafteste von allen ähn ­ lichen Veröffentlichungen unterscheidet. Daneben weist aber auch die neue, dritte Auflage seihst gegenüber ihren Vorgängerinnen manche Veränderung auf. Der weiblichen und der Kindesanatomie wurde bereits gedacht, doch verdient auch die eingehende Darstel ­ lung der Proportionslehre sowie die sinngemäße Zusammenlegung der Tafeln hervorgehoben zu werden. Durch die Verwendung ein ­ wandfreier Photographien überall da, wo es sich um objektive Wieder ­ gabe des Körpers, seiner einzelnen Teile und der Körperflächen handelt, weiter durch Umzeiohnung einer großen Zahl von Be ­ wegungsstudien der Muskulatur sowie durch die Nebeneinander- Stellung von Aufnahmen männlicher und weiblicher Körper in ver ­ schiedenen Ansichten zum direkten Vergleich war der neue Heraus ­ geber bestrebt, den Inhalt des „Schider“ für seine Zwecke noch brauchbarer und anregender zu gestalten. Die Künstlerwelt wird ihm hierfür Dank wissen, denn ihr ist wieder ein Werk in die Hand gegeben worden, das sich tatsächlich jedem bildenden Künstler unentbehrlich machen wird. Der Preis von 16 M. ist im Hinblick auf die durchgreifende Umgestaltung des Atlas und seine prächtige Ausstattung ein sehr wohlfeiler, er wird der neuen Auflage des be ­ währten Buches auch in den Kreisen der Studierenden wieder den Weg zum Erfolg ebnen. Briefkasten Anfrage. Wie kann der Dampfabzug bei einer Waschküche, die nur auf einer Seite Fenster hat, gefördert werden? W.Z. Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel. Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Druck : DeutscheVerlags-Anstalt in Stuttgart.