BAUZEHTUN FÜR WÜRTTEMBERG BADEN HESSEN ELr SASS - LOTHRINGEN Stuttgart, 26- Juni 1909 Inhalt; Wettbewerb Gymnasium in Bregenz. — Kongreß für Heizung und Lüftung. — Verein deutscher Ingenieure. — Der neue Karlsruher Hauptbahnhof. — Bauteohnisohe Rundschau. — Vereinsmitteilungen. — Kleine Mitteilungen. — Personalien. — Briefkasten. Alle Rechte Vorbehalten Wettbewerb Gymnasium in Bregenz Bei dem Preisausschreiben um Entwürfe zum Neubau eines Gymnasiums in dem am Südende des Bodensees gelegenen, bergbekränzten Bregenz wurde in den Be ­ stimmungen auf die Eernwirkung der zu errichtenden Häusergruppe ein besonderes Gewicht gelegt. Der ge ­ wählte Bauplatz liegt auf einer freien Anhöhe, so daß das Gebäude weithin sichtbar wird. Mit Rücksicht auf diese Gebäudelage wurde mehr Wert auf eine in das Stadt- und Landschaftsbild sich harmonisch ■ einfügende, gute, aber doch einfache Gruppierung und Umrißlinie gelegt als auf reiche Formengebung im einzelnen. Be ­ züglich der tech ­ nischen Ausführung bestimmte das Bau ­ programm; Das Ge ­ bäude ist in allen seinen Teilen, auch in den Decken, feuer ­ sicher herzustellen. Die Flächen des Ge ­ bäudes sind in Putz gedacht, die Y er- wendung von Sand ­ steinen in beschränk ­ tem Maße ist nicht ausgeschlossen. Das Gymnasium soll in der Hauptsache ent ­ halten ; Zehn Klassen für je 30, 35 bis 40 Schüler; als Min ­ destmaß für einen Schüler ist einschließ ­ lich des Raumes für Podium undZwischen- gänge 1,20 bis 1,25 qm anzunehmen und sollen die Klassen ein angemessenes Verhältnis der Länge zur Breite erhalten; die lichte Höhe der Klassenzimmer muß 3,80 bis 4 m betragen. Ferner einen Fest- und Gebetssaal mit leicht abschließbarer Altarnische für 200 bis 250 Schüler. Einen Zeichensaal, tunlich mit Beleuchtung von Norden, von mindestens 80 qm Grundfläche mit anstoßendem Kabinett. Einen Lehrsaal für Physik, 70 bis 80 qm groß, mit zwei physikalischen Kabinetten mit zusammen etwa 60 qm Grundfläche; ein Arbeitszimmer im Erdgeschoß. Das Arbeitszimmer ist zwischen dem Lehrsaal und einem der Kabinette anzuordnen, einen kleineren Raum zum Aufbewahren der Chemikalien. Einen Lehrsaal für Naturkunde mit Sammlungs- und Arbeitsraum. Ein geographisches und ein archäologisches Kabinett. Dann ferner die üblichen und erforderlichen Bücherei-, Yerwaltungs- und Konferenzräume; eine Turnhalle 20 X 10 m groß mit Lehrerzimmer, Ankleide- und Ge ­ räteraum. Die Direktorwohnung, aus fünf Zimmern be ­ stehend, soll an das Gymnasialgebäude angebaut oder unmittelbar damit verbunden werden. Die Kleiderablagen der Schüler sind in offenen, an die Gänge angegliederten Räumen oder Nischen (Doppelkorridore) unterzubringen, Aborte in jedem Stockwerke zu projektieren. Im übrigen wurde noch ein Fahr ­ radraum, eineSchüler- werkstätte mit Mate- rialraura und Lehr ­ zimmer und eine Plattform für astro ­ nomische Beobach ­ tungen verlangt. Als Preise waren ausgesetzt: Einl.Preis von 2000, ein II. von 1500 und ein III.Preis von 1000 K. Außer ­ dem bleibt Vorbe ­ halten , zwei Ent ­ würfe mit je 400 K anzukaufen. Die Ge ­ samtsumme der Preise wird in der ange ­ gebenen Höhe auf alle Fälle verteilt. Auf einstimmigen Beschluß des Preis ­ gerichts kann jedoch die Zahl und Höhe der Preise geändert werden. Das Preis ­ gericht bestand aus den Herren: Bürgermeister Dr. Ferd. Kinz-Bregenz, Architekt und städt. Baurat Hans Grässel- München, Stadtbauinspektor Heinr. Keckeisen-Bregenz, Architekt und Stadtbaurat W. Klingler-Innsbruck, Gym ­ nasialdirektor J.Gaßner-Bregenz, Architekt und k.k. Ober ­ ingenieur B. Dittrich-Peldkirch, letzterer als Regierungs ­ vertreter, Stadtrat und Baumeister RomediWacker-Bregenz. Von 86 eingelaufenen .Wettbewerbsentwtirfen kamen nach dreimaligem Ausscheiden 12 Entwürfe als die re ­ lativ besten in die engere Wahl. Bei der eingehenden Würdigung dieser Projekte ergab es sich, daß mit ein ­ zelnen Ausnahmen die in Betracht kommenden Arbeiten Motto: „Am Bodensee“. II. Preis Architekten E. u. R. Schleicher-Stuttgart