202 BAUZEITÜNG Nr. 26 nyr -r.Zto Grundriß vom ersten Obergeschoß in quantitativer Beziehung einander ziemlich nahekommen, daß kein Projekt von so überragender Bedeutung war, daß die Zuerkennung des I. Preises bedingungslos ge ­ rechtfertigt erschienen wäre. Hingegen war eine Anzahl ziemlich gleichartiger Arbeiten vorhanden, die auch eine gleiche Würdigung verdienten. Das Preisgericht beschloß demgemäß, von der Erteilung eines I. Preises ahzusehen und die Preise in folgender Weise zu bestimmen: Einen II. Preis von 1500 K erhalten die Architekten E. und R. Schleicher-Stuttgart für den Entwurf „Am Bodensee“; je einen III. Preis von 750 K die Architekten Otto Sal- visberg-Berlin und Friedr. Krebs-Karlsruhe für den Ent ­ wurf „Zweihellermarke“, die Architekten Adolf Mös- singer und Otto Häcker - Stuttgart für den Entwurf „Traumulus“, der Architekt Willy Graf-Stuttgart für den Entwurf „Eernwirkung“, die Architekten Honig und Söldner-München für den Entwurf „Auf die Seite mit der Turnhalle“. Zum Preise von je 400 K angekauft wurden die Entwürfe der Architekten Heinrich Kied und Rudolf Masurka-Wien sowie des Architekten Lud ­ wig Schmieder-Karlsruhe. Eine lobende Anerkennung wurde zuteil den Entwürfen des Architekten Heinrich Tremel-München und der Architekten Bek und Horn- herger-Dresden. Grundriß vom Erdgeschoß Motto: „Am Bodensee“ II. Preis Architekten E. und R. Schleicher-Stuttgart Von den vier ersten der vorgenannten Entwürfe bringen wir als besonders charakteristisch Abbildungen der Fas ­ saden und Grundrisse und geben zu ­ gleich das Urteil der Preisrichter über den jeweiligen Entwurf wieder: 1. „Am Bodensee.“ Der Verfasser hat das Gebäude auf der gegebenen Area sehr glücklich situiert; allerdings würde sich eine Aenderung in der Lage der Turnhalle durch Abschwenken der ­ selben von der Grenze empfohlen haben, wodurch die wünschenswerte Belichtung des Saales von beiden Seiten erreicht worden wäre. Die Lage, Größe und Form der freibleibenden Plätze sind die denkbar günstigsten. Sehr zu lohen sind die Klarheit und üebersichtlichkeit des Grundrisses; bei einer eventuellen Ausführung würde jedoch die nicht ganz ungezwungene Anordnung des Haupteinganges noch weiteren Stu ­ diums bedürfen. Die günstige zentrale Lage der Stiege und der Vorhalle verbürgt bei entsprechender formaler Durchbildung dieser Räume eine geschlossene, ruhige Raumwirkung. Die Dienerwohnung sowie die Direktor ­ wohnung sind gut gelegen. Die Klassenzimmer sind nach einem gewissen einheitlichen Gesichtspunkte an ­ geordnet, und auch die übrigen Schulräume hat der Verfasser zweckmäßig situiert. Die äußere Erscheinung des Gebäudes schließt sich befriedigend an das Stadt ­ bild an; jedoch möchte bei einer eventuellen Ausführung der stilistischen Durchbildung der Fassaden sowie der Erreichung eines organischen Anschlusses der Turnhalle an das Hauptgebäude erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen sein. 2. „Zweihellermarke.“ Die allgemeine Situierung des Gebäudes ist befriedigend, jedoch hätte der Verfasser durch eine andre Art der Verbindung zwischen Haupt ­ gebäude und Direktorwohnung eine bessere Ausnutzung der verfügbaren Bodenfläche erzielen können. Auf eine Zufahrt wurde allerdings nicht Bedacht genommen, je ­ doch ist die Möglichkeit einer solchen vorhanden. Die Lage der Direktorwohnung ist zweckentsprechend, und die Situierung der Dienerwohnung ermöglicht eine leichte Ueberwachung des Haupteinganges. Die Klarheit und Einfachheit der Grundrißdisposition sind lobenswert und die charakteristische bewußte Anordnung der Räume nach ihrem Zwecke ist zu erkennen. Die äußere Erscheinung des Gebäudes ist befriedigend und trifft die Eigenart des Schulhauses ziemlich gut; jedoch läßt die Durchbildung der Fassaden an ein ­ zelnen Stellen die üebereinstimmung mit der Grundrißeinteilung vermissen. Die künst ­ lerische Qualität des Entwurfes verdient I Anerkennung. 3. „Traumulus.“ Der Verfasser dieses, in seiner Erscheinung sehr sympathischen Entwurfes hat durch das Zurücklegen des Gebäudes von der Gallusstraße leider eine wenig günstige Situation geschaffen, da die Lage der Turn- und Spielplätze vor dem Gebäude nicht zweckmäßig erscheint. Wenn auch die Anordnung der Klassenzimmer nicht günstig ist, so zeigt im allgemeinen der Grundriß eine anerkennenswerte Ge ­ schicklichkeit des Verfassers. Die äußere Erscheinung ist außerordentlich charakte ­ ristisch. Die einfache und klare Umrißlinie ist dem Gelände wie dem Stadtbilde vor ­ züglich angepaßt. Die stark vorspringenden,