204 BAUZ BITUN G Nr. 26 Motto: „Zweihellermarke“. III. Preis gende Leitsätze, die nach eingehender Erörterung an ­ genommen wurden: „Die Lüftungsanlagen für Versamm ­ lungsräume sollen zum Schutz gegen das Eindringen der Luft von außen im allgemeinen für Ueherdruck ein ­ gerichtet werden, derart, daß unabhängig von der für die eigentliche Lüftung erforderlichen Luftmenge minde ­ stens so viel Luft eingeführt wird, daß auch bei größter Kälte die neutrale Zone in Fußbodenhöhe gehalten werden kann. Luft- und wärmedichte Bauausführung ist im allgemeinen Erfordernis, im besonderen für Luftkanäle unerläßlich. Die Zuluft ist möglichst zentral der Atmo ­ sphäre zu entnehmen, die Abluft ihr ebenso wieder zu ­ zuführen und an den Entnahme- bzw. Auslaßstellen durch Klappen schaltbar zu machen. In den zu lüftenden Bäumen ist für Ein- und Austritt der Luft nur einseitige Dezentralisation erforderlich, d. h. es genügt bei Ein ­ führung der Zuluft an einer Stelle die Abluft an ver ­ schiedenen Stellen des Baumes zu entnehmen oder um ­ gekehrt. Abluftventilatoren sind für die Haupträume im allgemeinen entbehrlich; zur Unterstützung des Sommer- hetriebes können sie nützlich sein. Luftbefeuchtung ist für Yersammlungssäle nur erforderlich bei schwacher Besetzung. Für Meßinstrumente ist in ausreichender Weise zu sorgen. Die Begelungseinrichtungen sollen bester, dabei einfachster Konstruktion sein und bezüglich Architekten 0. Salvisberg-Berlin und F. Krebs-Karlsruhe Architekten 0. Salvisberg-Berlin und F. Krebs-Karlsruhe Zweck und ßenutzungsweise auch vom Laien verstanden werden. Automatische Begelungseinrichtungen sind em ­ pfehlenswert. Die Beobachtung und Begelung der An ­ lage soll von einem Zentralraum aus erfolgen, der keine andern Einrichtungen enthält, die stören oder welche die Aufmerksamkeit ablenken.“ Stadtoberingenieur Arnold-Dortmund sprach über die Aufgabe der städtischen Heizungsingenieure. Er betonte, daß die städtischen Ingenieure sich genau über die Materialpreise, Arbeitslöhne und Leistungs ­ fähigkeit der sich bei Submissionen bewerbenden Firmen unterrichten müssen, damit sie Eingbildungen durch ­ schauen können. Es komme vor, daß infolge von Ver ­ einbarungen sehr hohe Forderungeh gestellt werden. Die Stadt müsse ihren Ingenieuren Gelegenheit gehen, durch den Bau eigner kleiner Anlagen praktische Erfahrungen zu gewinnen. Der Bedner schlug einige Aenderungen bei Abnahme von Bauten vor und forderte, daß die dabei für die Beamten nötigen Meßinstrumente von den In ­ dustriellen gestellt werden. —u— Verein deutscher Ingenieure Die 60. Hauptversammlung fand vom 14. bis 17. Juni in Wiesbaden und Mainz unter lebhafter Teilnahme der Mitglieder — es waren gegen 400 anwesend — statt. Nach dem Geschäftsbericht, der den ersten Punkt der reichhaltigen Tagesordnung bildete, ist die Zahl der Mit ­ glieder des Vereins von 21714 im Jahre 1907 auf 23094 Anfang April dieses Jahres gestiegen. Die Zahl der Bezirksvereine ist durch das Hinzutreten des Bodensee ­ bezirksvereins um einen vermehrt worden und beträgt jetzt 47. Von den älteren Bezirksvereinen hat der in Braunschweig im vergangenen Jahre unter großer Teilnahme sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum ge ­ feiert. Die bedeutende Entwicklung des Vereins hat bereits der 49. Hauptversammlung in Dresden den Wunsch nahegelegt, eine Aenderung der seit 20 Jahren unverändert gebliebenen Statuten vorzunehmen. Eine neue Fassung der Statuten liegt der Hauptversammlung vor. Die Bechnung des Jahres 1908 schließt mit einem Ueber- schuß von 143970 M. ab. Das Vermögen des Vereins