26. Juni 1909 BAUZBITUNGt 207 welcher nach unten in ein rundes Rohrstück verläuft. Im Innern dieses Kastens befindet sich eine Halte- und Ausschwenkvorrichtung für Asche- und Kehricht ­ kasten, welche durch eine in die Seitenwand des Be ­ hälters gelagerte Kurbel ­ welle von außen drehbar ist. Diese Schwenkvorrichtung wird durch eine an der Seitenwand des Behälters befindliche Sperrvorrichtung bei offenem Behälter, also hochgeklapptem Deckel, fest ­ gehalten, erst bei geschlos ­ senem Behälter, also zuge ­ klapptem Deckel, zum Um ­ kippen freigegeben. Da also das Umkippen und Entleeren der Asche- und Kehricht ­ kasten nur im vollständig geschlossenen Behälter mög ­ lich ist, so kann absolut kein Staub herausdringen, und ist dies ein besonderer Vorzug der Poppeschen Erfindung, der auch durch Patent geschützt ist. Die Fallrohrleitung (siehe Fig. 2) wird in 250 mm Lichtweite aus Eisenguß, Steinzeug, Zement u. s. w. durch die Stockwerke bis über das Dach in gleicher Weise ge ­ führt und dort mit einem gut wirkenden Dunstsauger Fig. 2 bekrönt. Bei Neubauten kann diese Pallrohrleitung gleich mit der Mauer, bei fertigen Häusern kann dieselbe außerhalb oder innerhalb der Mauer aufgeführt werden. Von dieser senkrechten Fallrohrleitung zweigt sich in jedem Stockwerk ein Kohr schräg ab und soll mit der unteren Kante 30 cm über dem Fußboden herausstehen. In diese Abzweigung mündet der trichterförmige Ansatz des Asche- und Kehrichtschluckers ein. Fig. 3 zeigt den Sammelbehälter, auf dem ein schräg ­ liegendes Hohlsieb angebracht ist, mittels dessen der aukommende Kehricht gleich etwas sortiert wird, indem die Asche durch das Sieb fällt, während gröbere Stoffe darüber hinwegrutschen, für sich gesammelt und je nach ­ dem auch verwertet werden können. —er. Fig. 3 Y ereinsmitteilungen Württ. Baubeamten-Verein. Einladung des Aus ­ schusses zu einer Sitzung am Sonntag, 4. Juli d. J., vormittags 10 Uhr, im Vereinszimmer, Gesellschaftsbaus der „Bauhütte“, Büchsenstraße 53, I. Stock, in Stuttgart. Um 12V 2 Uhr findet ein gemeinschaftliches Mittagessen statt, dem sich die Besichtigung einiger Neubauten an ­ schließt, wozu auch die übrigen Vereinsmitglieder herz ­ lich eingeladen sind. Dienstag, den 6. Juli d. J., treffen sich unsre Mitglieder von abends 8 Uhr ab im Vereinslokal, ersten Stock des Gesellschaftshauses „Bauhütte“, Büchsenstraße 63, in Stuttgart. — Der Gesellige Liederkranz der K. Bau ­ gewerkschule Stuttgart ladet die Vereinsmitglieder mit ihren Angehörigen zu seiner am Samstag, den 10. Juli d. J., abends J / 2 8 Uhr, im Konzertsaal der Liederhalle hier stattfiudenden Semesterschlußfeier mit nachfolgendem Balle ein. Die verehrl. Mitglieder werden ersucht, von dieser Einladung möglichst Gebrauch zu machen. Pro ­ gramme zu dieser Feier liegen im Saale auf. Der Vorstand. Akad. Architekten-Verein „Motiv“, Stuttgart. Am 18. Juni fand ein Ausflug des Vereins nach Lud ­ wigsburg statt. Zur Besichtigung des Schwimmbades hatte sich A. H. Architekt Ostertag in liebenswürdiger Weise als Führer zur Verfügung gestellt. Nach genauer Betrachtung der Architektur und der technischen Ein ­ richtungen wurde noch dem Schlosse ein Besuch ab ­ gestattet. B. Deutscher Arbeitgeherbun d für das Bange werbe. Auf einen Antrag der Nord-Westdeutschen Interessen ­ gemeinschaft der Arbeitgeberverbände für das Baugewerbe, eine Regelung der Frage herbeizuführen, wie sich die ein ­ zelnen Orts verbände gegenüber solchen Firmen zu verhalten haben, die zwar Mitglied eines auswärtigen Arbeitgeberver ­ bandes sind, dem in Frage kommenden Ortsverband aber nicht angehören, hat der geschäftsführende Ausschuß sich in seiner am 3. Juni d. J. abgehaltenen Sitzung mit dieser Frage beschäftigt und entschieden, daß 1. diejenigen, auswärtigen Ortsverbänden als Mitglieder angehörenden Firmen, welche dauernd oder doch für mehrere Jahre in andern Orten, in denen Arbeitgeberverbände für das Baugewerbe bestehen, Filialen unterhalten, gehalten sein sollen, auch dem fraglichen Ortsverband mit dem Filial- betriebe als Mitglied beizutreten; 2. diejenigen, aus ­ wärtigen Ortsverbänden als Mitglieder angehörenden Firmen, die nur vorübergehend in andern Orten, in denen Arbeitgeberverbände für das Baugewerbe bestehen, Ar ­ beiten ausführen, dagegen nicht gehalten sein sollen, den fraglichen Ortsverbänden beizutreten. Sie haben aber die in den letzteren bestehenden Lohn- und Arbeits ­ bedingungen genau innezuhalten und genießen unter dieser Voraussetzung bei eintretenden Differenzen den Schutz der fraglichen Verbände. Insbesondere sollen die aus ­ wärtigen Firmen gehalten sein, tunlichst keine höheren als die ortsüblichen Löhne zu zahlen. Die Vorstände werden ersucht, vorkommendenfalls diesen Direktiven nachkommen zu wollen. Der Verband der deutschen Baugewerksberufs- genossenschafteu gibt den Einzelverbänden in einer Schrift Kenntnis von den auf dem außerordentlichen Verbandstag am 28. Mai gepflogenen Verhandlungen und Beschlüssen über den Entwurf einer Reichsver ­ sicherungsordnung. In dem umfangreichen Schrift ­ stück wird anerkannt, daß der Entwurf der Reicbsver- sicherungsordnung mannigfache Verbesserungen der gegen ­ wärtigen Rechtslage vorsieht, und erklärt, der Verbandstag sei gern bereit, an einer weiteren Verbesserung des Ent ­ wurfs durch geeignete Vorschläge mitzuwirken, halte es aber für seine Pflicht, verschiedenen Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung mit allem Nachdruck zu widersprechen, da bei Aufrechterhaltung derselben der ganze Entwurf unannehmbar erscheine. Der Widerspruch richtet sich gegen 1. die in Aussicht genommene Ueber- tragung der Vorarbeiten zur Rentenfestsetzung auf die Versicherungsämter; 2. die üeberweisung der Entschei ­ dungen über Herabsetzung, Aufhebung oder Einstellung festgestellter Leistungen an dieselben; 3. die beabsichtigte Beilegung des Rechtes an die Versicherungsämter, die Durchführung der Unfallverhütung in ihren Bezirken zu überwachen; 4. die Auferlegung von Mehrleistungen an die Berufsgenossenschaften; 5. die Ersetzung des Rechts ­ mittels des Rekurses durch dasjenige der Revision. Gleich ­ zeitig macht der Verband eine Reihe besonderer Vor ­ schläge, dieselben des näheren begründend. Die Anträge und Vorschläge, in einer Resolution zusammengefaßt, bilden den Kernpunkt des Berichts, der gutgeheißen von