248 BAÜZEITUNG Nr. 31 Friedrichshafen. Am 24. Juli wurde in Gegenwart des Grafen Zeppelin und der bürgerlichen Kollegien auf dem Marktplatze derneueZeppelinbruunen eingeweibt. Der Brunnen, der der Stadt von einem hiesigen Bürger zum Geschenk gemacht wurde, ist von dem Bildhauer Diamant-München aus französischem Kalkstein modelliert und trägt auf der Mittelsäule eine Weltkugel, auf der ein den Genius verkörpernder Knabe, der das Luftschiff in Händen hält, schreitet. Unterrichtskurs über Eisenbetonbau für Ober- amtsbaumeister und Gemeindetechniker. Laut Be ­ kanntmachung des K. Ministeriums des Innern wird in der zweiten Hälfte des September ein weiterer Unterrichts ­ kurs veranstaltet. Als ünterrichtsgeld sind von jedem Teilnehmer 10 M. zu entrichten. Zulassungsgesuche sind mit Nationalliste belegt und mit einer Aeußerung darüber, wie es mit der Kostentragung gehalten werden will, bis spätestens 30. August d. J. durch Vermittlung der Ober ­ ämter bei der Ministerialabteilung für das Hochbauwesen eiuzureicben. Karlsruhe. Die Vereinigung technischer Vereine Karlsruhe begrüßt, wie sie in einer öffentlichen Erklärung zu erkennen gibt, die Aufstellung eines Technikers als Kandidaten für den Landtag im Westkreis der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe auf das freudigste in der von ihr stets vertretenen Ansicht, daß der tech ­ nische Einfluß in den staatlichen und städtischen Körper ­ schaften Badens seither ungenügend gewesen ist. Die Vereinigung wird daher nach Kräften für die Wahl des Baurats und Professors Neumeister eintreten. Personalien Württemberg. Verlieben: dem technischen Eisenbahn ­ sekretär Barei ß in Ludwigsburg die Verdienstmedaille des Fried ­ richsordens anläßlich des Ausscheidens aus dem Dienst. Diplomprüfung. Auf Grund bestandener Diplomhauptprüfung an der K. Technischen Hochschule Stuttgart hat den Grad eines Diplom - Ingenieurs erlangt der Bauingenieur Karl Häcker- Stuttgart. Bücher Reichsgesetz über die Sicherung der Bauforderungen. Erläutert von Rechtsanwalt Dr. Hans Simon. Gebunden 3 M. (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.) Am 21. Juni d. J. ist das Reichsgesetz über die Sicherung der Bauforderungen in Kraft ge ­ treten. Bei der großen praktischen Bedeutung dieses Gesetzes ist es freudig zu begrüßen, daß in der bei der Deutschen Verlags- Anstalt, Stuttgart, erschienenen, von Dr. Hans Simon besorgten Ausgabe dieses Gesetzes ein auch wirklich für die Praxis gedachtes und verwendbares Buch vorliegt, in hervorragendem Maße geeignet, Juristen wie Bauhandwerker und Baugewerbetreibende mit dem neuen Gesetz vertraut zu machen. Es ist dies, soweit uns bekannt, der erste wirkliche Kommentar zu dem Gesetz, und er unterscheidet sich von andern, besonders von sogenannten Textausgaben, dadurch, daß bei jedem einzelnen Paragraphen der Zusammenhang mit den übrigen in Betracht kommenden Rechtsvorschriften, in erster Linie mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch, dann der Reichsgrundbuch ­ ordnung, dem Zwangsversteigerungsgesetz u. s. w., nachgewiesen wird. Diese Vorschriften werden nicht wie in den sonst üblichen Verweisungen nur angedeutet, sondern ausführlich wiedergegeben, unter Darlegung von Zweck und Bedeutung der einzelnen Para ­ graphen. Auch die Vorschriften des Baupolizeirechts, deren Kennt ­ nis für das Verständnis des Gesetzes kaum entbehrt werden kann, und die Entscheidungen des Reichsgerichts, die für die Anwendung des neuen Gesetzes indirekt in Betracht kommen, sind an den ge ­ eigneten Stellen betgezogen. Der Verfasser der Erläuterungen, Rechtsanwalt Dr. Hans Simon in Berlin, erscheint zu einer der ­ artigen, die Anforderungen der Praxis erfüllenden Arbeit wohl ­ berufen , ist er doch unter anderen seit Jahren Rechtsberater der Innung „Bund der Bau-, Maurer- und Zimmermeister zu Berlin“ und Mitarbeiter des „Zentralblatts für asd deutsche Baugewerbe“. Handbuch der Ingenieurwissenschaften. Das im Verlag von W. Engelmann in Leipzig soeben erschienene Werk enthält in seinem dritten Teil, Wasserbau, in der vierten, vermehrten Auflage im 7. Band den von Oberregiernngsrat Dr. Spöttle, kulturtechnischem Referenten im K.Bayrischen Staatsministerium, bearbeiteten land ­ wirtschaftlichen Wasserbau. Das in zwei Abteilungen ge ­ gliederte Werk behandelt in der ersten Abteilung „die geregelte Wasserwirtschaft als Grundlage der landwirtschaftlichen Boden ­ benutzung“, in der zweiten „die Kultivierung des Oedlands (Urbar ­ machung“). Nach einleitenden Bemerkungen werden in Abschnitt II der ersten Abteilung auf etwa 350 Seiten die Mittel zur Be ­ einflussung des Wasserkreislaufs eingehend besprochen. Als solche dienen die Wasserverteilungsanlagen, die Verbesserungen an Bächen und Flüssen und die Ent- und Bewässerung der Kulturländereien. Diese beiden letzten Kapitel sind besonders umfangreich und er ­ schöpfend gehalten. Es werden hierbei besprochen bei der Ent ­ wässerung die Beschaffung und Erhaltung der natürlichen und die Beschaffung der künstlichen Vorflut und die Einzelentwässerung in ihren verschiedenen Formen, bei der Bewässerung die Verwen ­ dung von reinem und auf natürliche Weise verunreinigtem Wasser und die Verwendung von städtischen und industriellen Abwassern. Der Abschnitt III der ersten Abteilung verbreitet sich über die schädigenden Nebenwirkungen der großen modernen Tief bauten, wie Flußkorrektionen, Schiffahrtskanäle, Wasserversorgungen und Rieselfelder, auf die Bodenkultur. In der zweiten Abteilung wird in drei Abschnitten die Kultur der Moorböden, die Kultur der großen Heide- und Sandflächen des Binnenlandes und die Kultur der Sanddünen längs der Meeresküsten auf etwa 100 Seiten ab ­ gehandelt, wobei zur Besprechung kommen das Wesen, Vorkommen und die Entstehung der Moore und deren landwirtschaftliche Nutz ­ barmachung, die Boden- und Vegetationsverhältnisse der Heiden und deren zweckmäßigere Benutzung und die Kultur des Flug ­ sandes, endlich das Wesen, die Verbreitung, das Wachsen und Ver ­ gehen der Dünen und der Dünenbau. Die Benutzung des Werkes ist durch 471 Abbildungen im Text und in besonderen Tafeln erleichtert. In zahlreichen Fußnoten und in besonderen Verzeichnissen sind mit großem Fleiß und Sorgfalt erschöpfende Hinweise auf die einschlägigen Einzelabhandlungen kulturtechnisoher Art gegeben. Es ist zwar bis jetzt eine große Zahl solcher Einzelabhandlungen über Kultur ­ technik und kulturtechnische Ausführungen veröffentlicht worden, dagegen ist die Zahl der Werke, die das ganze Gebiet der Kultur ­ technik nach ihrem neuesten Stand umfassen, bekanntlich nicht groß. Einzelne dieser Werke sind veraltet, oder sie sind dem wissen ­ schaftlich gebildeten Ingenieur nicht genügend, in andern neueren Werken sind die deutschen Verhältnisse zu wenig berücksichtigt. Um so mehr begrüßen wir das Buch als eine wesentliche Bereiche ­ rung der deutschen kulturteohnischen Literatur. Der in Theorie und Praxis gleich bewanderte Verfasser hat gezeigt, daß er das ganze Gebiet des kulturtechnischen Wissens und Könnens voll ­ ständig beherrscht. Daß er sich hierbei der mühevollen Aufgabe unterzogen hat, die zahlreich vorhandenen Einzelabhandlungen zu studieren, zu ordnen und zu verwerten, macht seine Arbeit beson ­ ders wertvoll, da man in müheloser Weise auf die Spezialfälle hin ­ gewiesen wird und zeitraubender Nachschlagearbeit enthoben ist. Namentlich der mitten in der kulturtechnischen Praxis Stehende, der weiß, wie schwer es ist, sich aus den sehr zersplitterten und teilweise nur schwer zugänglichen kulturtechnischen Abhandlungen Rat und Hilfe für die Behandlung praktischer Aufgaben zu holen oder sich über eine Frage rasch zu unterrichten, wird dem Ver ­ fasser für seine zweckmäßig geordneten, sachlichen und reichhaltigen Darlegungen, die auch das Neueste berücksichtgen, Dank wissen. Ganz. Briefkasten St. H. A. Das Heben und Versetzen von Häusern übernimmt das Baugeschäft von August Zimmermann-Raveusburg. Verantwortliche Schriftleitung: Chefredakteur und Herausgeber Adolf Fausel. Architekt W. Klatte, beide in Stuttgart. Druck : DeutscheYerlags-Anstalt in Stuttgart.