21. August 1909 BAÜZBITUNG 267 Seite ist Etagere und Glasschrank, davor je eine gepolsterte Bank. Der Heizkörper ist mit einem Stabgitter aus Holz umbaut. Die Decke wurde der Stufen wegen seitlich herabgezogen. Mattenbespannung in naturfarbenen Eicbenholzrahmen, alles Holzwerk Eiche, Gardine dunkelblauer Leinenstoff, Beleuchtungskörper in Altmessing gehämmert. In der zweiten Abbildung zeigt sich eine eingeschossige Diele. Vom Eingang her blickt man am grauen Marmor ­ kamin vorbei durch die Diele in den Korridor mit seinem Ganz verschieden von der eben geschilderten ist die Diele, welche die vierte Abbildung veranschaulicht. Braun geräucherte Eicheubalken mit weißen Putzfeldern bilden die Decke; die Wand hat ebenfalls weißen Putz, darunter Eichenholzvertäfelung. Eine Kaminnische mit tiefblauen Gailschen Fliesen schließt sich im Herrenzimmer an. Der Beleuchtungskörper besteht aus Eisen mit Kathedral- glas. Der Fußboden ist aus Eichenriemeu, im Herren ­ zimmer ist er um eine Stufe höher, wodurch ein reiz ­ voller Einblick entsteht. Die Wohnung der Neuzeit Professor Billing-Karlsruhe Diele der Yilla Grün graugebeizten Eichenholzpaueele und den Zimmertüren. Ein glattes Gewölbe, das wie die Putzflächen der Wände blau getönt ist, überdeckt ihn. Der Fußboden ist mit Linoleum belegt. Die Beleuchtungskörper sind aus Mes ­ sing mit klarem Glase. Große Jagdtrophäen bilden den wirksamsten Schmuck der in den Formen sonst einfach gehaltenen Halle. Charakteristisch erscheint auch der eiserne Kaminvorsatz. Der Diele einer Villa begegnen wir im dritten Bilde, lieber dem Eichenpaneel mit Intarsien und Schnitzereien ist Wandbespannung angebracht. Eigenartig wirkt die Eichen ­ galerie mit fassettierter Verglasung in Messingsprossen. Der Fußboden ist Terrazzo mit Marmoreinlagen. Die Möbel sind in Eichen mit Lederbezug gearbeitet, der Beleuchtungskörper in Messing mit Opaleszentglas. Eindrucksvoll präsentiert sich die Diele des fünften Bildes. (Wegen Raummangels mußten wir dieses Bild für die nächste Nummer zurückstellen.) Die Durch ­ bildung der weiträumigen Treppenhalle zeigt, daß ein feinfühliger Künstler auch mit dem Schmuck erlesener alter Kunstwerke eine vornehme moderne Wirkung er- zielen kann. Niemand wird den Raum für alt halten. Die neuen Bauteile zeichnen sich durch größte Ein ­ fachheit aus und bringen dadurch die reichen Samm ­ lungsgegenstände, die vorzüglich angeordnet sind, zu bester Wii’kung. Das Treppengeländer trägt den einzigen modernen Schmuck, der aber zurücktritt, weil er flächig behandelt und einfach gereiht behandelt ist. Bemerkenswert ist die Führung des Lichts durch den großen Raum. F.