282 BAUZEITUNG Nr. 36 Abb. 2. Asphaltstraße mit Promenaden- und Reitweg in München. Innere Prinzregentenstraße der Gesundheitspflege, so finden in demselben doch auch die in der neueren Zeit mehr und mehr in den Vorder ­ grund tretenden künstlerischen Einflüsse beim Haus- und Städtebau die gebührende Würdigung. Die Bezeichnung des Buches als Atlas deutet darauf hin, daß die Ab ­ bildungen in den Vordergrund gestellt wurden; sie sollen denn auch das Verständnis des Textes ergänzen. Sie geben das wieder, was zum Verständnis der betreffenden Anlagen notwendig ist, sie enthalten aber auch in den geeigneten Fällen die Einzelheiten, die dem Techniker die Ausführung der empfohlenen Konstruktion ermög ­ lichen. Wir sind durch das Entgegenkommen des Ver ­ lags in den Stand gesetzt, einige Proben aus dem reichen Anschauungsmaterial unsern Lesern vorführen zu können. Dieselben beziehen sich zunächst auf die Hygiene des Straßennetzes, auf die für den Anbau desselben durch Breite und Richtung der Straße sich ergebenden Belichtung und Lüftung. Als Beispiel für eine Prome ­ nadenstraße gibt Abb. 1 die Ausgestaltung der 60 m breiten Landshuter Allee in München wieder, die neben der Befriedigung der Verkehrsbedürfnisse zum Teil auch den Ansprüchen auf Erholungs- und Spielplätze gerecht zu werden trachtet. Unter den Fahrbahnbefestigungs ­ arten nimmt in hygienischer Beziehung das Asphaltpflaster die erste Stelle ein. Seiner Verwendbarkeit sind aber gewisse Grenzen gezogen durch Steigungsverhältnisseu.s.w. Abb. 2 zeigt eine Asphaltstraße mit Promenade und Reitweg, es ist die Innere Prinzregentenstraße in München. Eine wichtige Frage beim Wohnungsbau ist die, welche Art der Ausführung der Mauern geeignet ist, möglichst rasches Austrocknen und möglichsten Schutz gegen Wiederdurchnässen durch Schlagregen zu gewähr ­ leisten. Brsteres Ziel erfordert porige Mauersteine und porig erhärtenden Mörtel, namentlich auch porigen Ver ­ putz, letzteres hingegen namentlich eine möglichst un ­ durchlässige, also dichte Außenfläche. Um beide in Widerspruch miteinander stehende Forderungen auszu ­ gleichen, ist es ratsam, die Mauern, wo es möglich ist, in hydraulischem Mörtel auszuführen und ihnen eine ausgiebige Trockenzeit zu gönnen. Ueber den zweiten Weg ist zunächst zu bemerken, daß das Schutzbedürfnis poriger Außenflächen gegen Schlagregen je nach Um ­ ständen sehr verschieden sein kann. In dicht und ge ­ schlossen verbauten Städten verzichtet man meist gänz ­ lich auf einen besonderen Schutz, da der Regenaufschlag hier nie oder nur ausnahmsweise sehr stark wird, um eine an sich trockene D/a Stein oder mehr starke Mauer in schädlicherWeise zu durchfeuchten. Auch bei offener Bauweise und auf dem Lande kann man sehr oft die Schutzmaßregeln auf die sog. Wetterseiten beschränken, d. h. auf diejenigen, von denen erfahrungsgemäß regen- hringender Wind zu erwarten ist; in Europa ist dies vor ­ wiegend die Westseite. Als Schutzmittel dienen sehr häufig stark vorspringende Dächer, die zugleich die Mauern vor übermäßiger Sonnenbestrahlung schützen, wie zum Beispiel in der ländlichen Bauweise der Alpen ­ länder, dann in Italien u. s. w. Allerdings erstreckt sich deren schützende Wirkung bei stärkerem Wind nur auf das oberste Geschoß des Hauses, daher die Wiederholung des Vorsprunges in Gestalt ringsum laufender Baikone heim bayrischen, Schweizer und Tiroler Bauernhaus, die umlaufende Halle des amerikanischen Landhauses (Abh. 3 und 4) und aller tropischen Gebäude. Wo dies nicht genügt oder nicht angewendet werden kann, findet man sehr häufig eine Bekleidung der Mauer mit lotrechter Bretterschalung und Deckleisten (Oberbayern, Abh. 5), oder mit wagrechter, ühergreifender Schalung oder mit einer Haut nach Art der Dachdeckungen, die auf entsprechender Lattenunterlage befestigt wird und aus Spaltschindeln (Algäu, Vorarlberg, Schwarzwald, Abb. 3 Amerikanisches Landhaus mit Wettermantel aus Schindeln ä) Dachpappe. Hanf- oder Asbestpaplei 7 bj Bleü^j Abb. 4. Einzelheit eines amerikanischen Landhauses