366 BAÜZBITUNG Nr. 46 Abb. 11. Bendheimsohes Haus in Bensheim wacht sind. Für die Schweine geschieht die Ueber- führung mittels besonderer Transportwagen, während die übrigen Tiere zu Fuß hinübergetrieben werden. Der eigentliche Schlachthof besteht aus vier Schlachthallen, einer für Kleinvieh, einer für Schweine und zweier für Großvieh, die je den entsprechenden Yerkaufshallen auf der andern Seite gegenüberliegen. Senkrecht zu diesen Hallen verlaufend folgt die große Verbindungshalle, in der sich der Verkehr der Metzgerfuhrwerke, die das Fleisch abholen, vollzieht. Auf der andern Seite dieser Verbindungshalle schließt sich die Kühlanlage an. Erstere enthält zunächst Vorkühlräume, und sodann folgen die eigentlichen Ktihlgelasse. Die letzteren sind in 180, durch Eisengitter voneinander getrennte Zellen eingeteilt, die an die einzelnen Metzger vermietet sind und in denen das Fleisch nach angestellten Versuchen bis zu sechs Wochen aufbewahrt zu werden vermag. Das mit den Kühlanlagen unmittelbar verbundene Maschinenbaus enthält die Um ­ formstelle für den vom Untertürkheimer Elektrizitäts ­ werk ankommenden Hochspannungstrom sowie die Ma ­ schinen zur Erzeugung von Eis und Kälte. Das weiter anschließende Kesselhaus beherbergt zwei große Flamm ­ rohrkessel mit selbsttätiger Beschickungsvorrichtung aus darüber angeordneten Kohlenspeichern und dient zur Erzeugung des für Heizung und Brtihzwecke erforder ­ lichen Dampfes und heißen Wassers. Es folgt die Kut ­ telei und das Düngerhaus, in welch letzterem eine Dünger- preßanlage eingerichtet ist, die dem Dünger das Wasser so weit entzieht, daß er leicht verkäuflich wird. Die Nebengebäude des Schlachthofes bestehen in einem be ­ sonderen Schlachtviehstall, in Pferdeställen und Wagen ­ schuppen für die Metzger, Räumen für die Tierärzte, Ablegeräumen, ßadeinrichtungen, einer Kantine und schließlich noch in einer Freibank, die unmittelbar von der Wangener Straße aus zugänglich ist. Gegen Wangen zu folgt, wiederum durch einen Drahtzaun vollständig abgetrennt, der Ausländerviehstail, wo das aus der Schweiz, aus Oesterreich, Dänemark u. s. w. ankommende Vieh zunächst untersucht wird, ehe es in die Verkaufs ­ hallen gebracht werden darf. Ein besonderer Teil der Anlage, zurzeit noch im Bau begriffen, ist die Sani ­ tätsschlächterei sowie die Pferdeschlächterei, je voneinander vollständig getrennt und mit besonderen Eingängen versehen. An diese Erläuterungen schloß sich unter Führung von Oberbaurat Mayer, Bauinspektor CIoos, dem eigentlichen Bauleiter, Maschineningenieur Kerschbaum, dem Erbauer der maschinellen Einrich ­ tungen, sowie Bauverwalter Ehmann ein Rundgang durch die ganze Anlage an, bei dem die Beteiligten Gelegenheit hatten, die Zweckmäßigkeit der allen mo ­ dernen Anforderungen entsprechenden Einrichtungen zu bewundern. Besonderes Interesse erweckte u. a. der Bodenbelag, für den hohe Summen ausgegeben werden mußten. Die am meisten in Anspruch genommenen Böden der Schlachthallen für Großvieh sind in Granit, alle übi’igen in Kieserlangschem Basaltzementpflaster ausgeführt, das den Vorzug hat, eine dauernd rauhe Oberfläche zu besitzen und sich wenig abzunutzen. Die äußere Erscheinung der verschiedenen Gebäude ist eine überaus freundliche; überall ist weißer Putz, teilweise mit dunkelgestrichenem Holzfachwerk verbunden, ange ­ wendet. Die Besichtigung zog sich bis zum Einbruch der Nacht hin; alsdann begaben sich die Teilnehmer nach dem Gasthof zur Burg, um dort in gemüt ­ licher Geselligkeit den Abend zu verbringen. Dabei drückte der Vorsitzende, Baurat Kräutle, den liebens ­ würdigen Führern den verbindlichsten Dank des Vereins aus und beglückwünschte insbesondere Ober ­ baurat Mayer zu der schönen und zweckentsprechenden Anlage. Lebhafte Rede und Gegenrede nebst an ­ schließendem Tanz hielten die Teilnehmer bis in die Nacht zusammen. W.