lL r . t ' * r r vielen Zeitschriften, den „Blättern für Heimat ­ schutz“, ja sogar in ausländischen Tageszeitungen auf ihre Bilder. Es wird daher unsre Leser interessieren, einen neuen Bauteil der bekannten Eabrik kennen zu lernen, der gleichzeitig Kunde gibt von der Für ­ sorge der Besitzer für die Arbeiterschaft: das Portiergehäude mit Speisesaal und Bädern für die Arbeiter. Die Architekten haben mit großer Liebe und Verständnis ein hei aller Einfachheit reizvolles Gebäude geschaffen, das sich vortrefflich den stehenden Bauten anpaßt. An der einen Seite des Neubaus findet die Kontrolle der Arbeiter statt (siehe Abbildung). Der Portier kann von seinem Zimmer aus die anschließende Garderobe der Baderäume und den Speisesaal überwachen. Vor dem hellen und geräumigen Speisesaal be ­ finden sich zwei gedeckte Aüsgabeschalter. Der Speisesaal selbst wird durch AV indfänge von zwei Seiten betreten; Küche und Speisekammer sind direkt angeschlossen. Ein Aufzug verbindet die Küche mit den Limonade- und Vorratskellern. Im Obergeschoß befindet sich eine dreizimmerige AVohnung und vor der Glastür ein weiteres Zimmer für einen ledigen Beamten. Die weißgeputzten Fronten mit dem schönen Ziegeldach und den gemütlichen Dachläden bringen eine reizvolle Wirkung hervor. Einen weiteren Bau in Oberlenningen, das Schul ­ haus, lassen wir folgen. Es fügt sich ebenfalls dem Ortsbild in gefälliger AVeise ein und zeigt einen sehr praktischen Grundriß. Unsre Schulen leiden noch viel ­ fach am sog. Kasernenstil. Dunkle, lange, unfreund ­ liche Korridore ohne künstlerische Raumwirkungen; alle Farben grau in grau. Im vorliegenden Beispiel sehen wir eine helle, geräumige Halle als Mittelpunkt des Hauses, die bei schlechtem Wetter als freundlicher Auf ­ enthaltsraum für die Schüler dienen kann. Die Klassen sind durch einen zwischenliegenden Raum isoliert und Lehrerzimmer und Abort für die Lehrer sind praktisch angegliedert. Möchten die weiteren Bauten in Ober ­ lenningen in ähnlicher AVeise sich dem Orts- und Land ­ schaftsbilde anpassen. Klatte. Das Zeughaus in Ludwigsburg Nachdem der Arsenalplatz schon früher durch die Neuherstellung der ursprünglich aus dem achtzehnten Jahr ­ hundert stammenden Trophäen (vgl. Nr. 16, Jahrg. 1906 der „Bauztg.“) seine würdige Zierde erhalten hat, ist nun auch das’Zeughaus zu seinem langentbehrten künst ­ lerischen Schmuck gekommen. Als das Zeughaus in den Jahren 1874—76 in etwas strengem Renaissancestil erbaut wurde, waren an den Fassaden kräftige Bossen zur künstlerischen Ausschmückung des Gebäudes vor ­ gesehen; letztere mußte aber unterbleiben, da keine Mittel zur Ausführung vorhanden waren. Der damalige Militär ­ baurat Richard Bok, welcher das gesamte Militärbauwesen unter sich hatte, beauftragte den jetzigen Geh. Oberbau ­ rat Frhr. v. Seeger, der im Jahre 1876 als Bauinspektor ins Kriegsministerium eingetreten war, mit der Ausarbeitung von Entwürfen für den noch fehlenden Schmuck. Frhr. v. Seeger hatte verschiedene Pläne ausgearbeitet; von diesen wurden diejenigen ausgewählt, die nunmehr im vorigen Jahre zur Ausführung gekommen sind. Als Motiv für die acht größeren Flächen sind antik stilisierte Waffenarrangements gewählt im Anklang an die benachbarten Trophäen. In den schmäleren Partien sind dagegen Waffen aus dem achtzehnten und neun ­ zehnten Jahrhundert, deren Originale in dem Armee ­ museum im Alten Schloß aulbewahrt sind, gruppiert. Der Eindruck, den das Gebäude bietet, ist unleugbar