372 BAUZEITUNG Nr. 47 messungen der Bossen beengt war. Für die Art und die Anordnung der Embleme waren, wie schon beregt, der herbe Baustil des Arsenalgebäudes sowie der Lud ­ wigsburger Stil in Betracht zu ziehen. Eine Ver ­ schmelzung dieser beiden erschwerte die Aufgabe nicht wenig, wenn sie auch auf der andern Seite Gelegenheit gab zu einer interessanten Lösung. A. F. Zum Strafprozeß, betreffend den Hans- einsturz auf dem Legionskasernenareal E. Mörike In Nr. 28 dieses Blattes ist ein kurzer, objektiv ge ­ haltener Bericht über diesen Prozeß ohne Namensangabe des Verfassers erschienen. Ihm folgte in Nr. 34 und 35 eine Abhandlung über denselben Gegenstand von Herrn Baurat Woltz, die von einer gewissen Einseitigkeit nicht freizusprechen und zum Teil geeignet ist, ein unrichtiges Bild vom gerichtlichen Verfahren, insbesondere aber von der Tätigkeit der schon hei der Voruntersuchung zu ­ gezogenen gerichtlichen Sachverständigen (Mörike und Gunzenhauser) hervorzurufen. Wenn sich auch nicht alle anfechtbaren Behauptungen, die sich in der Abhandlung vorfiuden, an dieser Stelle des Umfanges halber besprechen lassen, so erscheint es doch angezeigt, wenigstens einen Teil derselben einer näheren Beurteilung zu unterziehen. Es mag vorausgeschickt werden, daß wir es durchweg begreitlich finden, wenn Herr Woltz es als ein Miß ­ geschick empfindet, von der Staatsanwaltschaft in den Strafprozeß hineingezogen worden zu sein, wenn er aber die Schuld hieran den gerichtlichen Sachverständigen zu ­ schiebt und sein Bedauern ausspricht, „daß die Herren sich nicht schon in der Voruntersuchung mit der gleichen Deutlichkeit (wie in der Hauptverhandlung) ausgesprochen haben“, so scheint er doch die gesetzmäßig geregelte Aufgabe und die Befugnisse der gerichtlichen Sach ­ verständigen, dieser „Gehilfen“ des Richters, einiger ­ maßen zu verkennen. Die Anschuldigung gegen Herrn Woltz als Archi ­ tekten des Neubaues und gegen Hofwerkmeister Hang ­ leiter (Bauleitung der Bauherrschaft) ist von der Staats ­ anwaltschaft lediglich auf Grund der in der Vorunter ­ suchung von dem An geschuldigten Fohrmann und den vernommenen Zeugen gemachten Aussagen und des hier ­ auf sich stützenden ersten Gutachtens der gerichtlichen Sachverständigen erhoben worden; später ist die Unter ­ suchung gegen Hangleiter wieder eingestellt worden. In beiden Fällen sind die Gründe für diese Beschlüsse den Sachverständigen sowenig mitgeteilt worden als die Gründe, welche für die Staatsanwaltschaft bei der Aus ­ dehnung der Anklage und deren Abfassung leitend ge ­ wesen sind. Hierfür lag auch nach den Bestimmungen der Strafprozeßordnung keinerlei Anlaß vor. Ja, Herr Woltz geht sogar so weit, daß er von den gerichtlichen Sachverständigen verlangt, sie hätten von sich aus, ledig ­ lich auf die Vernehmung der Voruntersuchung.bin, zu der Schuldfrage Stellung, d. h. vorzeitig Partei er ­ greifen sollen; er schreibt: „Der ^mfalP der Zeugen Hartenstein, Bauer, Kies u. s. w. brachte ja keine Momente, die den Männern vom Fach hätten über ­ raschend sein und ihre Auffassung beeinflussen können.“ So einfach lag aber der Straffall denn doch nicht, und Gutachten, die mit einem etwa später erfolgenden „Um ­ fall“ der Zeugen als mit sicheren Tatsachen rechnen wollten, würden gewiß auf ein Gericht wenig überzeugend einwirken. Eine andre prozessuale Aufgabe hat eben die Voruntersuchung und eine andre die Hauptverhaudlung. Wenn Zeugen in der Hauptverhandlung, mitunter auch schon während der Voruntersuchung, ihre ursprüng ­ lichen, nicht unter Eid gemachten, keineswegs neben ­ sächlichen Aussagen, auf die sich der Hauptangeklagte Fohrmann zu seiner Entlastung beruft, abgeändert oder gänzlich umgeworfen haben, so sollte doch dieser Um ­ stand allein schon dartun, daß eine gewisse Zurückhaltung im Urteil über die Schuldfrage vor der öffentlichen Hauptverhandlung für die Sachverständigen eine selbst ­ verständliche Forderung ist. Kommt aber noch eine ganze Reihe rechtlicher Momente mit ins Spiel, die die Künstlerischer Schmuck am Zeughaus in Ludwigsburg