20. November 1909 BAUZEITUNG 375 sind. Ob diese Abweichungen im neueren Bauernhausbau auf beson ­ deres Yerlangen der Bauherren oder auf die Schuld des Baumeisters zuriickzuführen ist, soll hier nicht näher untersucht werden, um so mehr aber ist es zu begrüßen, wenn ein Bauer bei Bedarf sich an einen verständigen Architekten zur Erlangung von Plänen wendet. Vorstehendes Beispiel hat im Grundriß alle Bedürfnisse in praktischer Weise berücksichtigt und zeigt insbesondere die äußere Gestaltung das für die Alb ge ­ schaffene Bauernhaus. Das große, ruhige Dach, die weißgeputzten ümfassungswände mit farbenfrohen Eensterpartien sowie die Grup ­ pierung der Dachböden ergeben ein reizvolles Bild. H. Bohrbach. Y ereinsmitteiliingen Akad. Architekten - Verein „Motiv“, Stuttgart. Dank dem Entgegenkommen der Architekten Lambert und Stahl konnte der Verein am letzten Freitag nachmittag den Neubau der Ersten Kammer besichtigen. Die Führung hatte Baurat Lambert freundlichst übernommen. In einleitenden Worten erklärte er die Hauptgründe, die für die Gestaltung der Außen- und Innenarchitektur maßgebend waren. Hieran schloß sich eine genauere Besichtigung der wichtigsten Räumlichkeiten, die mit dem stimmungs ­ vollen Sitzungssaal einen würdigen Abschluß fand. Nach herzlichem Dank verabschiedeten sich die zahl ­ reichen Teilnehmer von dem liebenswürdigen Führer. Abends trafen sich noch viele Motivier zu einem feucht ­ fröhlichen Herbstbummel nach Degerloch. K. Akad. Architekten-Verein Dannstadt. Am 30. Ok ­ tober fand die Semesterantrittskneipe im Hotel Prinz Karl statt. — Erste ordentliche Vereinsversammlung vom 4. November 1909. In den Verein wurden neu auf ­ genommen die Verbandsbrüder Dorst und Stange (Akad. Architekten-Verein München), Kaiser (Akad. Architekten- Verein Berlin und Akad. Architekten-Verein München), ferner Herr v. Vacano. — Der Verein beschloß, vom laufenden Semester ab die Zeitschrift „Heimatliche Bau ­ weise“ zu halten. — Die Ferienkonkurrenz, welche den Vereinsbrüdern die Aufgabe stellte, die besten Reise- skizzen aus den Sommerferien einzuliefern, wurde wenige Tage nach der Semesterantrittskneipe durch das ausunserm Ehrenmitgliede Prof. F. Pützer und Prof. R. Kautzsch be ­ stehende Preisgericht entschieden. Der I. Preis wurde Dipl.-Ing. R. Schreiner zuerkannt (Skizzen aus Italien), den II. Preis errang W. Wickop, stud. arch. (Skizzen aus Köln, Zons a. Rh. und Marburg), den III. Preis er ­ hielt R. Frank, cand. arch. (Skizzen aus Belgien und Holland). Den verehrten Preisrichtern sei an dieser Stelle nochmals der herzliche Dank des Vereins ausge ­ sprochen. — Von der Kunstkommission wurde zu An ­ fang des Semesters eine weitere Konkurrenz ausgeschrie ­ ben zur Erlangung einer Art Schlußvignette für die Rückseite des Umschlages der Weihnachtskneipzeitung; diesmal wurden die eingelaufenen Arbeiten im engen Kreise der Vereinsbrüder besprochen, und es konnten folgende Preise verteilt werden: I. Preis cand. arch. Seeger, II. Preis cand. arch. Mittnacht. Heinrich Maus. Wettbewerbe Stadttheater in Bremerhaven. In einem engeren Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für den Neu ­ bau eines Stadttheaters, zu welchem von vier Verfassern sechs Arbeiten eingesandt worden waren, wurde ein Ent ­ wurf des Architekten Prof. M. Dülfer-Dresden einstimmig als am meisten geeignet bezeichnet, der Ausführung zu ­ grunde gelegt zu werden. Das Preisgericht bestand unter dem Vorsitz des Stadtdirektors Koch-Bremerhaven aus Stadtrat Jäger und Stadtbaurat Hagedorn daselbst sowie aus Prof. E. Högg, Direktor des Gewerbemuseums in Bremen, Baurat H. Seeling, Stadtbaurat in Charlotteii- burg, und Architekt A. Hofmann, Redakteur der „Deut ­ schen Bauzeitung“ in Berlin. Mozarthaus in Salzburg. Einen Ideenwetthewerb zur Erlangung von Entwürfen erläßt das Präsidium des Mozarteums in Salzburg zum 31. März 1910 für Archi ­ tekten, die in Oesterreich oder Deutschland geboren oder dort zuständig sind. Es gelangen drei Preise von 2400, 1800 und 1200 K zur Verteilung; ein Ankauf zweier nicht preisgekrönter Entwürfe für je 500 K ist Vor ­ behalten. Dem Preisgericht gehören u. a. an Hofrat Prof. K. König und Prof. K. Mayreder-Wien, Geh. Hofrat Prof. Dr. Friedr. v. Thiersch-München und Oberhaurat Jos. Wessiken-Salzburg. Unterlagen gegen 5 K durch das Sekretariat des Mozarteums in Salzburg. Entwürfe zu Kachelöfen. Der Verein für Deut ­ sches Kunstgewerbe e. V. in Berlin W. 9, Bellevue ­ straße 3 (Künstlerhaus), schreibt auf Veranlassung des Tonindustrievereins Velten einen Wettbewerb aus für Entwürfe zu Kachelöfen. Zulässig sind Entwürfe von folgenden Arten von Oefen: Salonöfen, Wohnzimmer ­ öfen, Speisezimmeröfen, Wandkamine, Heizkörperverklei ­ dungen und Dielenkamine. Einsendung bis 7. Dezember d. J., nachmittags 3 Uhr, an den Verein. Verlangt werden perspektivische Zeichnungen in etwa einem Zehntel der natürlichen Größe. Zur Verfügung stehen ein I. Preis von 500 M., ein II. Preis von 300 M. und ein III. Preis von 200 M. Außerdem sind 20 Ankäufe zu je 50 M. vorgesehen. Im Preisgericht befinden sich u. a. Prof. Dr. Georg Lehnert, Prof. Bruno Möhring, Geh. Regie ­ rungsrat Dr.-Ing. Hermann Muthesius. Bedingungen sind vom ausschreibenden Vereine kostenlos zu beziehen.