378 BAUZEITUNG Nr. 48 ReFlLSCnULHeUBHU KIRCtitieiM U /T&CK. eRPsescnoss — ösrumpri&s. Unsre großen Stadtschulen sind ein bedeutendes Aus ­ drucksmittel des modernen Städtebaues, denn die Sil ­ houetten dieser oft enorm großen Gebäude beherrschen einen großen Teil der Umgebung bzw. geben einem Stadt ­ teile das charakteristische Gepräge. Ich erinnere nur an die Sammelschule von Prof. Theodor Fischer in der Heusteigstraße und die neue Lerchenrainschule von Prof. Paul Bonatz in Stuttgart, deren fein gegliederte Bau ­ massen dem Auge einen Ruhepunkt beim Anblick des Häusergewirres geben. Wie hat man hier anfangs zu kritisieren versucht und lediglich die Einzelheiten lieblos beur ­ teilt, ohne daß ein Verständnis da war für das, was die Baukünstler wollten. In der Massen ­ verteilung und den Umrißlinien, in der An ­ passung an Gelände und bauliche Umgebung müssen alle diese großen Bauten zuerst beurteilt werden, und eine Stadt kann nicht vorsichtig genug an die Erstellung großer Baukomplexe gehen, denn eine verfehlte Anlage dieser Ge ­ bäude kann nicht mehr durch gute Beispiele kleiner, bürgerlicher Häuser verdeckt werden. Betrachten wir zunächst unter diesen Gesichts ­ punkten die neue Realschule von Architekt Retter in Kirchheim, so müssen wir zu unsrer Freude konstatieren, daß hier wieder ein vor ­ zügliches Beispiel für die Lösung solcher Auf ­ gaben geschaffen ist. Der Bau zeigt in einer vornehmen Ausdrucksweise eine sehr klare Silhouette, ohne langweilig zu wirken, und strömt, wenn man den Ausdruck so gebrauchen kann, ordentlich Ruhe aus. Den Eindruck solcher Gebäude wird man nie ver ­ gessen, und das ist das Große an ihnen. Betrachten wil ­ den Aufbau in seiner Geschlossenheit: die Fronten hell verputzt, zum Teil mit eingekratzten Ornamenten gefällig belebt, das Dach weit ausladend und in einer reizvollen Weise unterbrochen. Kein Schornstein, kein Giebel zer ­ stört die schöne Dachfläche. Einige geschweifte Dach- o o .0 0"O Lageplan