4 BAUZEITUNG Nr. 1 bewilligt werden konnten. Die Ausführung erfolgte unter dem Bestreben, größte Sparsamkeit walten zu lassen und doch eine der Bestimmung und Bedeutung des Bauwerks würdige Architekturgestaltung außen und innen zu sichern. Das Ergebnis bekundet den Erfolg in beiden Beziehungen. (Schluß folgt.) Die Neuregelung der Gebühren ­ ordnung für Zeugen und Sach ­ verständige Mit dem von der Regierung aufgestellten und vom Bundesrat angenommenen Gesetzentwurf beschäftigte sich die am 24. Oktober in Bielefeld abgehaltene außerordent ­ liche Versammlung des Verbandes Deutscher Gutachten ­ kammern e. V. Nach einem Bericht des Schriftführers über die Einzelheiten des Entwurfs, die eingegangenen digentätigkeit nicht auf gleicher Stufe stehen und daher auch eine verschiedenartige Entlohnung erheischen. Statt der in verschiedenen Paragraphen des Gesetz ­ entwurfs (§§ 3, 4, 4a) behandelten Frage der Honorierung der Gutachtertätigkeit werden alle diesbezüglichen Be ­ stimmungen in einem Paragraphen (§ 3) mit folgendem Wortlaut zusammengefaßt: „Der Sachverständige erhält für seine Leistung eine Vergütung, die entweder auf Grund freier Vereinbarung mit dem Gericht und den Parteien oder unter Zugrunde ­ legung des üblichen Preises zu bemessen ist. Die Fest ­ stellung des üblichen Preises hat unter Berücksichtigung der in den Interessentenkreisen anerkannten Gebühren ­ ordnungen und Honorarsätze zu erfolgen. In allen anderen Fällen ist die Entschädigung nach Maßgabe der fachlichen Stellung des Sachverständigen und seiner Zeitversäumnis mit 3 bis 6 M. für jede ange ­ fangene Stunde zu bemessen. Bei besonders schwierigen Arbeiten und solchen, Lehrerseminar Bensheim Aeußerungen der einzelnen Gutachtenkammern, und die vorliegenden Aeußerungen anderer Vereine, Korporatio ­ nen, Handelskammern usw., aus denen sämtlich hervor ­ geht, daß der Entwurf nicht befriedigt, da er fast alle im Laufe der Jahre aus den Kreisen der Sachverständigen geäußerten Wünsche unberücksichtigt gelassen hat und selbst dem, was in dem Wortlaut der beigegebenen Be ­ gründung gesagt wird, nicht Rechnung trägt, stellte die Versammlung einen Gegenentwurf auf, welcher dem Reichstage und dem Reichskanzler mit einer ausführlichen Begründung überreicht werden soll, damit noch' in letzter Stunde in den Kommissionsberatungen des Reichstages den Wünschen der Sachverständigen Gehör geschafft werde. Die Wünsche des Verbandes sind folgende: Zunächst soll eine Trennung der Bestimmungen der Gebührenordnung für Sachverständige von denen für Zeugen vorgenommen werden, derart, daß beide als ge ­ trennte Kapitel eines Gesetzes behandelt werden. Die Trennung erscheint nötig, damit auch äußerlich angedeutet wird, daß Zeugenpflicht und Sachverstän- Südwestliche Ecke im Seminarspielhof die mit Gefahren für Leben und Gesundheit oder mit besonderen körperlichen Anstrengungen verbunden sind, sind die vorstehenden Stundensätze angemessen zu erhöhen. Haben die Parteien durch Vermittlung des Gerichts mit dem Sachverständigen eine bestimmte Vergütung gemäß Absatz 1 vereinbart, so ist diese zu gewähren und als Vorschuß von den Parteien einzufordern.“ Diese Fassung fordert als zweckmäßigste Form der Feststellung des Sachverständigenhonorars die „freie Ver ­ einbarung“ mit den Parteien unter Zuziehung des Gerichts oder die Ermittlung des „üblichen Preises“ unter Berück ­ sichtigung der in Interessentenkreisen anerkannten Hono ­ rarsätze. Nur für solche Fälle, wo eine freie Vereinbarung nicht möglich ist, und der übliche Preis nicht feststellbar ist, soll die Entlohnung nach dem Zeitaufwand erfolgen, und zwar unter Berücksichtigung der fachlichen Stellung des Sachverständigen, auf die allein es ankommt, nicht nach den Einkommensverhältnissen, die einen richtigeij Maßstab nicht abgeben können. Der Mindestsatz ist auf 3 M. pro Stunde normiert worden, weil ein geringerer