6 BAUZEITUNO Nr. 1 Anschaffungswertes benötigter Instrumente in Ansatz bringt. Zu den Bureaukosten gehören auch die Gebühren für Abschriften, deren Erstattung zuweilen abgelehnt wird, wenn die Abschrift im eigenen Bureau hergestellt worden ist und daher der geforderte Reclmungsbelag nicht beige ­ bracht werden kann. Die §§ 4, 4a und 15 des Gesetzentwurfes fallen ganz fort. Die §§ 5, 6, 7, 9, 10, 11, 13, 16 des alten Gesetzes vom Jahre 1878 bleiben bestehen, doch findet eine Trennung der Gebühren für Sachverständige von denen für Zeugen statt. Die §§ 14 und 17 bleiben im Wortlaut des Gesetzent ­ wurfes bestehen, wobei wieder wie vorstehend eine Tren ­ nung nach Sachverständigen und Zeugen vorgenommen wird. Kurt Perlewitz, Beratender Ingenieur V. B. 1. es zu ermöglichen, daß wenn Projekte von Bauberatern an die Stelle selbst kommen, diese Kollegen für die ganze betr. Sitzung ausscheiden können. Die Kollegen, die Mitglieder der Bauberatungsstellen sind, müssen sich auch verpflichten, keinen Auftrag anzu ­ nehmen, von dem sie Kenntnis erlangt haben in ihrer Eigenschaft als Mitglieder der Beratungsstelle, und wel ­ cher Auftrag etwa zur Bearbeitung durch einen Archi ­ tekten zurückverwiesen wurde. Solche Bestimmungen sind dringend notwendig; fehlen sie, so wird den Mitglie ­ dern derartiger Körperschaften eine Vorzugsstellung ge ­ schaffen, und was das heißt, davon können wir in Nürn ­ berg ein Beispiel erzählen. Eine wie geschildert organisierte und arbeitende Bau ­ beratungsstelle wird gewiß segensreich zu wirken in der Lage sein. Auf ähnlicher Basis sind auch schon welche errichtet worden, so z. B. die Zentralbauberatungsstelle für die Provinz Hannover, welcher auch Mitglieder unse ­ res Zweigvereins Hannover angehören. Leider arbeitet Lehrerseminar Bensheim Teilansicht Speisesaal- und Turnhallenbau Wohnhaus für das Wirtschaftspersonal lieber Bauberatung aus einem Vortrag des Herrn Architekten Adolf Henrich aus Nürnberg auf dem 1. Verbandstag der „Deutschen Freien Archi- (Schluß). tektenschaft“ in Leipzig 1913 Von uns aus sehr geeignet wären privatisierende Kol ­ legen mit großer Erfahrung. Solche sind jedoch selten wie die weißen Raben, auch ein Beweis dafür, daß unser Stand nicht derjenige ist, der sich große Reichtümer sammelt, und wir daher allen Grund haben, uns unlautere Kon ­ kurrenz vom Halse zu halten. Wir müssen also schon auf aktive Kollegen zurück ­ greifen, und zwar müssen diese vorgeschlagen werden durch die Fachorganisationen des betr. Bezirks. Die Tä ­ tigkeit sämtlicher Ausschußmitglieder muß ehrenamtlich sein, ohne jegliche Vergütung geleistet werden, und darf nicht länger als ein, höchstens zwei Jahre dauern. Dies, um nicht den Anschein zu erwecken, als entständen durch diese Tätigkeit indirekt pekuniäre Vorteile, weil etwa das Publikum solche bauberatende Kollegen vorziehen wird. Fällt viel Arbeit an, so sind für jeden Herrn ein bis zwei Ersatzleute zu wählen, einmal um die Arbeitslast zu verringern und im Verhinderungsfall keine Beschlußun ­ fähigkeit zustande kommen zu lassen, dann aber auch, um §ie aber durchaus nicht so, wie bei ihrer Gründung den Privatarchitekten zugestanden wurde. Der technische Beamte erledigt jetzt fast alles allein, wird natürlich auch in großem Umfang Skizzen abgeben, und wird die Kom ­ mission seit langem schon nicht mehr einberufen. Eine vornehme Aufgabe müßten die Bauberatungsstellen da ­ rin sehen, das Publikum immer wieder darauf hinzuwei ­ sen, daß, wer baut oder auch bloß Häuser und Grund ­ besitz hat, einen Architekten gerade so notwendig braucht, wie seinen Arzt oder seinen Rechtsanwalt, wenn er krank ist oder sein Recht sucht. Der Baulustige muß seinem Architekten als seinem Bauanwalt volles Vertrauen schen ­ ken und nicht glauben, dieser sei überflüssig und etwa nur dazu da, ihm unnötigerweise das Geld abzunehmen. Wenn das vorhin erwähnte Streben nach Zentrali ­ sation einst so weit gediehen sein wird, daß für ganz Deutschland ein, wenn auch nur ganz loser Verband der Bauberatungsstellen zusammenkäme, dann möchte ich diesem Verband als wichtigste Aufgabe zuweisen, dafür zu sorgen, daß den sogenannten Bauberatungsstellen der Landwirtschaftskammer usw., die wir als eine unlautere Konkurrenz ansehen müssen, auch das Recht entzogen wird, sich Bauberatungsstellen zu nennen, denn außer dem gegebenen Falles unlautern Wettbewerb ist es doch