12 BAUZEITUNG Nr. 2 Die Chlormagnesiumlauge ist säurefrei, verursacht da ­ her keinerlei Schäden. Wegen ihrer Kältebeständigkeit wird die Lauge zur Staubbekämpfung bei Frostzeiten ver ­ wendet, ebenso zum Auflösen von Schnee und Eis. Ein Nachteil der Chlormagnesiumlauge ist eine starke Schmutzbildung bei lang andauerndem Regen. Die Kosten der Chlormagnesiumbesprengung betragen 1,0 bis 1,1 Pfennig-qm und stellen sich etwa 80mal teurer als die gewöhnliche einmalige Wasserbesprengung. Für eine ganze Besprengungsperiode ist die Verwen ­ dung der Chlormagnesiumlauge etwa 50 % teurer als die Wasserbesprengung. B. Kündigung eines bauleitenden Architekten sk. § 627 des B.G.B. bestimmt, daß bei Diensten höherer Art, die man auf Grund besonderen Vertrauens überträgt, eine fristlose Aufkündigung des Dienstverhält- liche Bildung voraussetzen, und daß sie regelmäßig nur solchen Personen übertragen zu werden pflegen, die im Besitze dieser Eigenschaften sind oder bei denen doch diese Eigenschaften erwartet werden. Denn dies würde für alle Dienste höherer Art gelten. Es muß vielmehr hinzu ­ kommen, daß die Dienste im allgemeinen, ihrer. Art nach, nur zufolge besonderen Vertrauens übertragen zu werden pflegen; ob im Einzelfalle die Uebertragung der Dienste auf Grund eines solchen besonderen Vertrauens erfolgt, ist dagegen unerheblich. Mit diesem Erfordernis der Uebertragung auf Grund besonderen Vertrauens ist auf ein persönliches Verhältnis zwischen dem Dienstberech ­ tigten und dem Dienstverpflichteten hingewiesen. Ein sol ­ ches persönliches Vertrauensverhältnis aber ist im allge ­ meinen für die Wahl des Architekten auch dann nicht be ­ stimmend, wenn es sich um einen künstlerisch auszufüh ­ renden Bau einschließlich des inneren Ausbaues handelt. Der Bauherr wird die technische und künstlerische Befä ­ higung des Architekten und dessen geschäftlichen Ruf prüfen, sowohl wenn er ihm nur die Anfertigung der Ent- nisses statthaft ist, auch wenn kein wichtiger Grund vor ­ liegt. Das Reichsgericht hat nun in nachstehendem Rechts ­ streit ausgeführt, daß prinzipiell eine solche fristlose Kün ­ digung nach § 627 zwischen Bauherrn und bauleitenden oder bauausführenden Architekten nicht zulässig ist. Die Entscheidung ist grundlegender Natur und verdient ganz besondere Beachtung. Der Beklagte hatte der Klägerin, einer Architektenfirma, die Anfertigung der Entwürfe für den Bau einer Villa sowie die Oberleitung der Ausführung dieses Baues einschließlich der Innenausstattung gegen eine Vergütung nach den sog. Hamburger Normen über ­ tragen. Er entzog demnächst der Klägerin die Leitung der Ausführung des Innenbaues, indem er sich auf § 627 B.G.B. berief. Die Klägerin machte Schadensersatzan ­ sprüche geltend und erreichte auch die Verurteilung des Beklagten vor Landgericht und Oberlandesgericht Mün ­ chen. Auf die Revision des Beklagten führte der 3. Zivil ­ senat des Reichsgerichts aus: „Das freie, von der Voraus ­ setzung des § 626 unabhängige, Kündigungsrecht des § 627 ist nur bei solchen Dienstverhältnissen gegeben, wel ­ che Dienste höherer Art zum Gegenstände haben, die auf Grund besonderen Vertrauens übertragen zu werden pflegen. Es genügt also nicht, daß die Dienste eine be ­ sondere Fachkenntnis, Kunstfertigkeit oder wissenschaft ­ würfe und die Bauleitung durch einen Dienstvertrag, als wenn er ihm die Gesamtausführung des Baues durch einen Werkvertrag überträgt. In besondere persönliche Bezie ­ hungen aber, wie sie sich regelmäßig zwischen dem Arzt, dem Lehrer und dem Rechtsanwalt und ihren Auftrag ­ gebern zu entwickeln pflegen, tritt der Bauherr unter heu ­ tigen Verhältnissen zu dem bauleitenden Architekten im all ­ gemeinen ebensowenig, wie zu dem Baususführenden. Regelmäßig bedienen sich heute die namhaften Archi ­ tekten, auch solche, die sich mit der Bauausführung nicht befassen, technisch und künstlerisch geschulter Gehilfen, so daß die Regel des § 613 Satz 1 B.G.B., daß der Ver ­ pflichtete die Dienste in Person zu leisten hat, für sie viel ­ fach nicht zutreffen wird. Danach ist die Bestimmung des § 627 B.G.B. auf das Verhältnis zwischen dem Bauherrn und dem bauleitenden Architekten für unanwendbar zu erachten. Ihre Anwendung würde auch zu schweren wirtschaftlichen Nachteilen für den Vertragsteil führen, dem gekündigt wird. Der Architekt, der regelmäßig zur dauernden Annahme von Hilfskräften genötigt ist, würde durch die Zulassung einer willkürlichen Kündigung des Bauherrn leicht in die Lage kommen, diese Hilfskräfte be ­ zahlen zu müssen, ohne eine Verwendung für sie zu haben. Der Bauherr andererseits würde zwar durch § 627 Abs. 2