17. Januar 1914 BAUZEITUNG 19 Hof mit Stallgebäude Eingang am Hauptgebäude Speisesaal Traifelberghotel Architekt: Professor Martin Elsäßer B.D.A., Stuttgart Hofdomänenkammergut gehörenden Gebäude, desgl. für Gartenhäuser, sowie Geschirrhütten und Schuppen im freien Feld, für Gebäude, die nur zu vorübergehenden Zwecken errichtet werden, für Gebäude solange sie noch im Bau begriffen und noch nicht unter Dach gebracht sind, sowie für Gebäude aller Art, deren Wert weniger als 100 M. beträgt. Ausgeschlossen von der Versicherung bei der Anstalt sind nur die unmittelbar zur Verteidigung bestimmten Festungsgebäude. Seither waren auch die besonders feuergefährlichen Gebäude einem Versicherungszwang nicht unterworfen und wurden deshalb vielfach bei Pri ­ vatfeuerversicherungen versichert. Neu ist, daß nun auch im Bau begriffene Gebäude, die noch nicht unter Dach gebracht sind, versichert werden können; seither waren derartige Gebäude nur dann ver ­ sichert, bevor sie unter Dach waren, wenn sie an Stelle eines alten versicherten Gebäudes getreten waren. Wenn nun auch ein allgemeines Bedürfnis zur Feuer ­ versicherung im Bau begriffener Gebäude ehe sie unter Dach gebracht sind, nicht besteht, so ist die nun vorge ­ sehene Möglichkeit im Interesse des Kreditverkehrs doch zu begrüßen. Versichert wird gegen Zerstörung oder Beschädigung der Gebäude durch Feuer, durch Blitzschlag mit oder ohne Zündung, durch Explosion jeder Art, sowie durch Feuerlösch- und Rettungsmaßregeln. Gleichfalls versichert gilt derjenige Brandschaden an Gebäuden, wenn das Feuer durch Erdbeben, Orkane oder ähnliche Naturereignisse verursacht worden ist. Seither wurde der durch Explosion von Wasserdämp ­ fen herbeigeführte Gebäudeschaden nicht vergütet, auch erstreckte sich die Versicherung nicht auf die durch Ret ­ tungsmaßregeln herbeigeführten Schäden. Die Versicherung umfaßt alle Bestandteile des Gebäu ­ des, soweit sie dem Eigentümer oder dem die Versiche ­ rung nehmenden Nießbraucher des Gebäudes gehören, samt den nicht nur zu vorübergehenden Zwecken mit dem Gebäude niet-, nagel-, schrauben- oder mauerfest oder durch Getriebe oder Leitungen verbundenen Zubehör. Das letztere ist daher gleichfalls bei der Anstalt zu ver ­ sichern. Die Anmeldung zur Versicherung hat schriftlich oder zu Protokoll des Ortsvorstehers zu erfolgen. Einzelne Teile des Gebäudes, die vom Feuer nicht zer ­ stört oder beschädigt werden können, sind nur auf aus ­ drücklichen Antrag des Eigentümers oder gemeinschaft ­ lichen Antrag des Eigentümers und Nießbrauchers von der Versicherung bei der Anstalt auszunehmen, widrigen ­ falls das ganze Gebäude als versichert gilt. Es ist aber auch nicht gestattet, von der Versicherung ausgenommene Teile dann bei einer andern Feuerversicherungsunterneh ­ mung zu versichern. Die Gebäude sind im übrigen lediglich nach dem Auf ­ wand zu versichern, den ihre Herstellung erfordert hat, nicht in einem höheren noch einem geringeren Werte, wo ­ bei wie seither die zur Zeit der Schätzung geltenden mitt ­ leren Ortspreise zu Grunde zu legen sind. Bei der Schätzung nicht mehr neuer Gebäude ist der Betrag des Herstellungsaufwandes entsprechend dem zur Zeit der Schätzung bestehenden Alter und Bauzustand des Gebäudes zu kürzen. Seither war gestattet — mit Zustimmung der Hypo ­ thekengläubiger — die Gebäude um / unter dem Ver ­ sicherungsanschlag zu versichern; dies ist nun in Wegfall gekommen. Mit Genehmigung des Ministeriums des Innern kann die Anstalt künftig auch andere Zweige der Schadensver ­ sicherung, wie den durch den Brand hervorgerufenen Be ­ triebsstörungsschaden, Mieteausfall, Versicherung der Gebäude gegen Sturmschäden u. dergl. in beschränkter