24 BAUZEITUNG Nr. 3 einzelnen Aussteller ist vom Generalkommissariat bereits erfolgt, da die rechtzeitig in Angriff genommenen Bauten schon unmittelbar vor ihrer Vollendung stehen. Wenn die Aussteller nun den in ihrem Interesse erlassenen An ­ ordnungen des Oeneralkommissars folgen, für hervor ­ ragende Qualität der Ausstellungsobjekte und deren früh ­ zeitige Anlieferung sorgen, so ist die Gewähr dafür ge ­ boten, daß die deutsche Abteilung in Malmö bei der Er ­ öffnung fix und fertig ist und sich in hervorragender Weise präsentiert. Bücher Betonwerkstein und künstlerische Behandlung des Betons, herausgegeben von Regierungsbaumeister Dr.-Ing. Petry, Direktor des Deutschen Betonvereins 1913 ist ein Werk, das alle Beachtung verdient. Das Buch behandelt in eingehender Weise die Entwick ­ lung von den ersten Anfängen der deutschen Kunststein-Industrie bis zur werksteinmäßigen Bearbeitung des Betons In der Ein ­ leitung wird bemerkt, daß die Herstellung von Kunststeinen bis in die ältesten Zeiten verfolgt werden kann, während die Anfer ­ tigung von Zementkunststeinen ein Kind der neueren Zeit ist. Der Betonwerkstein vereinigt alle Vorzüge in sich, die man dem Beton und Eisenbeton nachrühmt. Der richtig hergestellte Betonwerkstein ist weiter- und frostbeständig und vol kommen feuersicher. Die wachsende Erkenntnis der Vorzüge des Beton ­ werksteins und die Vervollkommnung der Herstellung haben es mit sich gebracht, daß es heute wohl kein Baugebiet mehr gibt, wo sich Kunststeine nicht anwenden ließe. Die Entwicklung der Zementkunststein-Industrie wird sodann in ganz interessanten Beispielen dargestellt. Das vornehm ausgestattete Buch ist mit vortrefflichen Bildern versehen und gibt einen Ueberblick über die mannigfache Verwendung des Betonwerksteines. Gegen Ende der neunziger Jahre begann man die Betonwerk ­ steine wie Natursteine zu bearbeiten. Dadurch wird erzielt, daß der Betonwerkstein vom Naturstein kaum mehr zu unterscheiden ist. Welch mannigfaltige Verwendung der Betonwerkstein für Kirchen,. Schulen, Wohn- und Geschäftshäuser, sowie für Treppen ­ anlagen, Brunnen, Denkmäler und Figuren usw. findet, ist aus den verschiedenen Abbildungen ersichtlich. In neuester Zeit werden auch Eisenbetonmasten ausgeführt, die bezüglich der Konstruktion ganz interessant sind und in den mannigfachsten Formen herge ­ stellt werden. Ein Beweis dafür, wie der Betonwerkstein auf allen Gebieten der Baukunst und Industrie sich einbürgert. Als Schlußkapitel des in jeder Beziehung empfehlenswerten Buches wird die künstlerische Behandlung der Sichtflächen von Beton ­ end Eisenbetonbauten besprochen. Die hier gegebenen Winke sind gewiß für viele beachtenswert. Die umfangreiche, zielbewußte und außerordentlich anregende Arbeit, welche in dem Buch „Betonwerkstein“ niedergelegt ist, wird alle, die dieses Werk sich anschaffen — befriedigen. Es zeigt uns, auf welch hoher Stufe die deutsche Betonindustrie sich heute befindet; es ist aber auch zugleich ein Beweis dafür, daß der Betonwerkstein nicht als Surrogat des Natursteines an ­ zusehen ist, sondern als ein wertvolles Baumaterial, das sich seinen Platz in der Technik erobert hat und ihn auch behaupten wird. J. M. Sprechsaal Antwort H. B. Auf die Anfrage in Nr. 1 werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß Siderosthen-Lubrose einen vor ­ züglich konservierenden Anstrich gewährleistet und daher für den besprochenen Fall mit in erster Linie in Frage kommt. V. W. In diesem Falle dürfte es das Richtigste sein bei der betreffenden Anstalt anzufragen. Antwort an W. Z. u. A. Nach Erkundigungen bei maß ­ gebender Stelle dürfte daran gedacht werden, daß die Herausgabe der letzten Lieferung der Bauordnung nunmehr im Februar spätestens im März erfolgen kann. Antwort auf Anfrage R. Z. in Nr. 2. Auf die Anfrage betr. die Einführung von Wassermessern bei stark kalkhaltigem Wasser ist zu sagen, daß bei genügenden Druckverhältnissen und nor ­ malem Wasserverbrauch fragt. Wasser auf die Meßgenauigkeit keinen Einfluß ausübt. Bei geringen Druckverhältnissen und ge ­ ringem Verbrauch sind solchen Messern der Vorzug zu geben, bei welchen die meisten Räder, ebenso auch das Zählwerk sich nicht im Wasser befinden. Für solche Fälle können nach meinem Dafürhalten nur sog. Trockenläufer-Wassetmesser, womöglich ohne Stopfbüchse in Betracht kommen. Bei diesen Messern sind nur die beiden Antriebsräder im Wasserraum untergebracht, das ganze Zählwerk dagegen befindet sich in einem Trockenraum. Ein Verschlammen, Verkalken etc. ist daher ausgeschlossen. Fer ­ ner haben Trockenläufer-Wassermesser ohne Stopfbüchse den weiteren Vorzug, daß das Flügelrad nicht aus Metall sondern aus Hartgummi und die Flügelradaxe aus Rein-Hartnickel hergestellt und deshalb sehr widerstandsfähig gegen alle Wasserbestandteile sind. Seit etwa 10 Jahren haben sich derartige Messer bewährt. Zu bemerken ist jedoch noch, daß die obligatorische Ein ­ führung von Wassermessern aus verschiedenen Gesichtspunkten nicht empfohlen werden kann. E. W. Antwort zu R. Z. (Wassermesser). Wenn periodische Aus ­ wechslung der Wassermesser in Zeitabschnitten von 5 Jahren, (die übliche Garantiezeit bei Neuanschaffung ist 5 jahre) besser 3 oder 4 Jahre eingehalten wird, tritt erfahrungsmäßig ein nam ­ haftes Fehlzeigen bei harten Wässern durch Inkrustation oder Ver ­ schlammung nicht auf. Die zulässige Fehlergrenze von -f- oder — 2°/ 0 wird selten überschritten. Zu empfehlen sind: Naßläufer mit Hartgummiflügelrad, Nickelzählwerkplatten, Hauptwelle mit Hartgummispitzen. — r. Anfrage, ln altem Stadtteil von Sch. soll ein bereits vor Festsetzung der Baulinie vorhandenes Gebäude abgebrochen und auf demselben Grundstück nur in veränderter Lage ein Neubau errichtet werden. Von dem Grundstück fällt ein Teil in die Fläche der projektierten Straße. Gemäß O.-B.-St. hat jeder Grundeigen ­ tümer für die Straßenfläche vor seinem Grundstück aufzukommen, d. h. vor dem Beginn des Neubaus das vorliegende Straßenge ­ lände an die Stadt unentgeltlich abzutreten. Trifft das im vor ­ liegenden Fall auch zu und auf die ganze Länge des Grundstücks oder nur auf die Länge des Neubaus einschl. des zugehörigen Gebäudeabstands? Wenn nicht, muß die Stadt das fragl. Straßen ­ gelände vor Beginn der Straßenherstellung erwerben? Sch.M. Antwort. Wenn das alte Gebäude abgebrochen und daneben unter Einhaltung der Baulinie ein neues Gebäude erstellt wird, so finden auf dieses die Bestimmungen der §§ 7 und 8 der Orts ­ bausatzung von Sch. Anwendung, d. h. der Bauende muß für die vor dem Baugrundstück liegende Straßenfläche und zwar bis zu den Enden der Baulinien des Grundstücks aufkommen. Uebrigens werden Fragen, ob und in welchem Umfange der einzelne Bauende zu den Straßenkosten herangezogen werden kann, nicht durch die Baupolizeibehörden, sondern durch die Ver ­ waltungsgerichte entschieden. B. Anfrage. Es soll für ein Lokomobil ein Dampfkamin mit 16-18 m Höhe aufgeführt werden. Wie ist bei dem Anlegen resp. Aufmauern zu verfahren, um die entsprechende Wiederstands ­ fähigkeit zu erreichen, wenn die Mündung des Kamins ein Durch ­ messer von etwa 30 cm Lichtweite haben soll und das Kamin durch Mangel an runden Kaminsteinen viereckig (aus Metersteinen oder Klinker) aufgeführt werden muß. J. B. E. Antwort. Das Mauern eines kreisrunden Kamins mit nur 30 cm oberer Lichtweite ist sowohl mit gewöhnlichen Metersteinen als auch mit Radiaisteinen unausführbar. Bei so kleiner Licht ­ weite muß der Kamin viereckig gemauert werden. Falls der Kamin freistehend ist, was aus der Anfrage nicht ersichtlich ist, so empfiehlt sich in diesem Falle ein Blechkamin mit unterer Isolie ­ rung, da aus statischen Gründen ein runder gemauerter Kamin mindestens 50 cm obere Lichtweite und zirka 25—30 mm Anlauf bezw. zusammen 60 mm Anlauf pro Höhenmeter bei genügender Zunahme der Mauerstärken nach unten haben mußte. E. K. Verantwortlich; Karl Schüler, Stuttgart, Richard Gebhardt, Stuttgart. Druck: Gustav Stürner in Waiblingen.