24. Januar 1914 BAUZEITUNG 27 wurf beigegebenen Begründung regelmäßig dann zuge ­ lassen werden, wenn das Gebäude wenigstens innerhalb derselben Gemeindemarkung wieder erstellt wird. Auf den Zwang zur Wiederherstellung des versicherten Ge ­ bäudes könne schon mit Rücksicht auf den gebotenen Schutz gegen gewinnsüchtige Brandstiftung nicht verzich ­ tet werden; auch liege ein erhebliches volkswirtschaft ­ liches, steuerliches oder soziales Interesse an der Wieder ­ herstellung abgebrannter Gebäude innerhalb des Ge ­ meindebezirks oder Staatsgebietes vor. Gegen die seitherige Vorschrift, welche verlangt, daß das Gebäude in der Regel auf demselben Platze wie das abgebrannte und diesem nach Umfang und Bestimmung im wesentlichen entsprechend wieder aufzubauen sei, bil ­ den die neuen Bestimmungen doch eine wesentliche Er ­ leichterung. Ist der Beschädigte von der Wiederherstellung des Ge ­ bäudes befreit, so erfolgt die Ausbezahlung der Entschä- Die Umlage der Brandversicherungsbeiträee soll künf ­ tig folgenderweise geregelt werden: Die Höhe des Um ­ lagefußes fürs kommende Jahr wird jeweils nach dem vor ­ aussichtlichen Bedarf der Brandversicherungskasse vom Ministerium des Innern nach Anhörung des Verwaltungs ­ rats bestimmt und zwar für jedes Hundert Mark der Um ­ lagesumme. Dieser Betrag hat in den letzten 50 Jahren geschwankt zwischen 5 und 12 Pfennig pro Hundert Mark, heuer betrug er 12 Pfennig. Da die Höhe des Reserve ­ fonds (Rücklage) der Anstalt — zur Vermeidung jäher und häufiger Schwankungen in der Höhe der Versiche ­ rungsbeiträge — zurzeit nur rund 6 Millionen Mark — 0,13% der Gesamtversicherungssumme von rund 4600 Millionen beträgt, und damit hinter den Rücklagen ande ­ rer öffentlicher Brandversicherungsanstalten, die 0,2 % bis 0,3 % ihres Oesamtversicherungsbestandes zurücklegen, erheblich zurückbleibt, so wird eine weitere Erhöhung des Umlagefußes kaum ausbleiben. Halle Schloß Freudenberg Architekten: Schlösser und Weirether-Stuttgart digung alsbald nach der Festsetzung derselben. Im üb ­ rigen erfolgt dieselbe nach Maßgabe des nachgewiesenen Fortschritts der Wiederherstellung des Gebäudes. Ist die bestimmungsgemäße Verwendung der Entschädigungs ­ gelder gesichert, so kann der Verwaltungsrat im Bedürf ­ nisfall Vorschüsse zur Anschaffung von Baumaterialien und zur Förderung des Baues gewähren. Es kann daher auch die Entschädigungsforderung ganz oder teilweise an diejenigen abgetreten werden, von denen der Beschädigte auf Kredit Baustoffe oder bare Vorschüsse zur Wiederher ­ stellung des Gebäudes erhalten hat, wenn die Abtretung vor dem Ortsvorsteher zu Protokoll erklärt und der An ­ stalt dieses Protokoll mitgeteilt worden ist. Wird ein Gebäude vom Tage der Zerstörung oder Be ­ schädigung an binnen 10 Jahren nicht wieder oder nicht vollständig erstellt, so geht der Anspruch auf Entschädi ­ gung insoweit verloren, als die Entschädigungssumme nicht zur Wiederherstellung verwendet worden ist; der Verwaltungsrat kann jedoch eine Erstreckung dieser Frist bewilligen. Zur Bemessung des Versicherungsbeitrags sind die zu versichernden Gebäude seither in 6 Klassen eingeteilt; nach dem Entwurf soll nun eine Einteilung in 12 Klassen stattfinden, je nach Bauart, Einrichtung und Benützungs ­ weise. Diese 12 Klassen sind das Resultat der Erfahrun ­ gen, die man bei der seitherigen Klasseneinteilung ge ­ macht hat. Nach dem Entwurf sind im allgemeinen Ge ­ bäude mit Umfassungswänden von Stein um ein Fünftel billiger gehalten wie seither, nur diejenigen massiven Ge ­ bäude, die seither in Folge eines Abstands von mindestens 20 Fuß von anderen Gebäuden in die 2. Klasse eingereiht waren, erfahren eine Erhöhung von V 20 der seitheri ­ gen Umlage. Dieselbe Umlageerhöhung erfahren Gebäude minder sicherer Bauart wie Schuppen, die seither deshalb in der 4. Klasse sich befanden. Dagegen gelangen alle diejenigen Gebäude, die seither lediglich wegen eines Ab ­ stands von weniger als 15 Fuß (4,29 m) zwischen den Dachvorsprüngen von eigenen Gebäuden, die sich deshalb in die 4. Klasse eingereiht befanden, nun in eine niederere Klasse mit einer Ersparnis von 25% der seither. Umlage.