Stuttgart, 7. Februar 1914 Inhalt; Badische Kleinwohnungshäuser. — Milderung der Klassengegensätze. — Die Honorarforderung eines Ingenieurs. — Bedauer ­ liche Zersplitterungsversuche in der Arbeitgeberverbandsbewegung. — Wettbewerbe. — Kleine Mitteilungen. — Personalien. — Bücher. — Sprechsaal. Wettbewerb „Badische Kleinwohnungshäuser“, Einfamilienhaus (freistehend) II. Preis Verfasser: Architekt Friedrich Imbery-Karlsruhe-Stuttgart XI. Jahrgang Nr. 6 Bauzeitung für Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß-Lothringen Badische Kleinwohnungshäuser Zur Förderung des Kleinwohnungsbaues veranstaltete der Badische Landeswohnungsverein mit Unterstützung des Ministeriums des Innern einen Wettbewerb unter den Architekten, die in Baden geboren sind oder zur Zeit des Ausschreibens des Wettbewerbs in Baden ansässig sind. Das Preisrichteramt hatten übernommen: Friedrich Carl Freudenberg, Landeswohnungsinspektor Dr. Kampff- meyer, Amtmann Leers, Reg.-Baumeister Linde, Professor Sackur, Baurat Dr. Hirsch, Professor Ostendorf, Professor Stürzenacker, Geh. Oberbaurat Warth. Die Planbearbeitung sollte sich auf folgende Bauten beziehen: a) Einfamilienhaus als freistehendes und als Doppelhaus; b) Gruppe von 4—12 Einfamilienhäusern als Reihenhäuser nebeneinander. Verlangt wird hierbei die Bearbeitung eines Eckhauses und des anschließenden Reihenhauses. c) Zweifamilienhaus (zwei Wohnungen übereinander) als Doppelhaus und Reihenhaus, d) Ein Mietshaus für 6 Familien (je 2 Wohnungen in jedem Stockwerk) als Reihenhaus mit drei Hauptgeschossen oder zwei Hauptgeschossen und einem Dachgeschoß. Für die Bewertung der Entwürfe durch das Preis ­ gericht sind unter andern'folgende Gesichtspunkte maß ­ gebend: a) Die Wohnungen sollen einschließlich der Küche drei bis vier Räume besitzen. Bei den Bauten a und b kann je ein weiterer bewohnbarer Raum im Dach ­ stock vorgesehen werden. Die dreiräumige Wohnung (Küche und zwei Zimmer) soll 40—45 qm, die vierräu- mige Wohnung (Küche und drei Zimmer) 55—60 qm Wohnfläche enthalten. Ein etwa vorgesehener Spülraum ist in die nach den Grundmaßen angenommene Wohn ­ fläche eingeschlossen, nicht aber Speisekammer, Abort, Vorraum und dergl. b) Die Küche kann als Wohnküche ausgebildet werden in der Größe von mindestens 16 qm. In diesem Falle ist anzugeben, welcher Teil des Raumes dem Wohnen und welcher den häuslichen Arbeiten (Kochen und Spülen) Vorbehalten sein soll. Es kann auch sofern es sich ohne großen Raumverlust einrichten läßt, neben der Küche (Wohnküche) ein Spülraum von 4—6 qm vorgesehen werden, c) Bei Anlage des Grundrisses ist auf die zweckmäßige Stellung der Möbel Rücksicht zu nehmen. Im Schlafzimmer der Eltern sollen 3 Betten für Erwachsene gestellt werden können. Die angenom ­ menen Möbel und Oefen sind in den Grundrissen einzu ­ zeichnen. Der Einbau von entlüftbaren Speiseschränken Einfamilienhaus (freistehend) Erdgeschoß