46 BAUZEITUNG Nr. 6 Wettbewerb „Badische Kleinwohnungshäuser, Miethaus (Reihenhäuser) Verfasser: Architekt Friedrich Imbery-Karlsruhe-Stuttgart II. Preis derungen und Ergänzungen der früheren durch Vertrag übernommenen zu betrachten. Richtig ist ja, daß die spä ­ teren Entwürfe wesentlich andere Bauten betrafen, unrich ­ tig dagegen die Ansicht des Klägers K., daß die späteren Arbeiten nicht auf Grund des Vertrags von 1908 geleistet worden sind. Aus den Umständen ergibt sich vielmehr, daß beide Parteien die neueren Arbeiten als unter den Ver ­ trag von 1908 fallend angesehen haben. Für die beklagte Gesellschaft waren die Entwürfe nur dann von Nutzen, wenn sie den Zuschlag erhielt. Daß sie für diesen Fall unverhältnismäßig hohe Kosten hat aufwenden wollen, ist nicht anzunehmen. In dem Vertrage vom Jahre 1908 ist aber die ganze Honorarzahlung von der Bedingung der Zuschlagserteilung abhängig gemacht. Hätte sich die Gesellschaft verpflichtet, die neuen Entwurfsarbeiten zu vergüten, so hätte sie auch alle andere Kosten erstatten müssen. Da der Kläger K. für den Fall der Zuschlags ­ erteilung ein höheres Honorar erhalten sollte, so muß ge ­ folgert werden, daß er es für den entgegengesetzten Fall nicht beanspruchen kann. Diese Annahme wird auch durch den Briefwechsel der Parteien bestätigt. Die Berufung war deshalb zurückzuweisen. Dies Urteil focht der Klä ­ ger K. mit dem Rechtsmittel der Revision beim Reichs ­ gericht an, indem er betonte, das Berufungsgericht sei dem Sachverhalt nicht gerecht geworden. Der 3. Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes konnte in der Entscheidung der 2. Instanz einen Rechtsirrtum nicht finden und wies die Revision zurück. Bedauerliche Zersplitterungsversuche in der Arbeitgeber ­ verbandsbewegung. Als vor etwa einem Jahrzehnt unter dem Eindruck des so erbittert geführten Crimmitschauer Arbeitskampfes dem deutschen Unternehmertum die große Gefahr, die der Stellung des Arbeitgebers von Seiten der organisierten Arbeiterschaft droht, und die unbedingte Notwendigkeit einer wirksamen Verteidigung der berechtigten Arbeit ­ geberinteressen zum klaren Bewußtsein gekommen war, setzte mit erfreulicher Frische eine starke Organisations ­ bewegung der Arbeitgeber ein. Allerdings gelang es nicht sogleich, die einheitliche Zusammenfassung der ein ­ zelnen Arbeitgeberverbände in einer einzigen zentralen Stelle durchzusetzen. Es bildeten sich die Hauptstelle und der Verein Deutscher Arbeitgeberverbände. Immer deut ­ licher zeigte sich aber, daß die Grundgedanken, nach wel ­ chen in beiden Organisationen gearbeitet wurde und auch nur gearbeitet werden konnte, die gleichen waren, der Ge ­ danke des zentralen Zusammenschlusses und der Herstel ­ lung einer einheitlichen Front gegen die Gewerkschaften bekam immer kräftigeres Leben und gelangte schließlich, nachdem bereits längere Zeit ein festes Kartellverhältnis zwischen den beiden Zentralen bestanden hatte, Anfang 1913 zur Verwirklichung durch die Zusammenführung der beiden Spitzenverbände in die Vereinigung der Deut ­ schen Arbeitgeberverbände. Dieses Ergebnis, das der Mitwirkung der Besten unserer Industrie zu danken war, war im Interesse der ganzen Arbeitgeberschaft auf das Freudigste zu begrüßen. Mit um so lebhafterem Be ­ dauern muß daher die Tatsache beobachtet werden, daß von einer gewissen Gruppe von Persönlichkeiten abseits von der Hauptaktion der Arbeitgeber eine Organisation in Szene gesetzt worden ist, die die verhängnisvolle Rolle eines Konkurrenzverbandes zu übernehmen gewillt ist. Denn nicht anders kann das Auftreten des Deutschen In ­ dustrieschutzverbandes, Sitz Dresden, bezeichnet werden,