STUTTGART OTOK! 14. Februar 1914 FÜR WÜRTTEMBERG BHDEN HESSEN EL SHSS LOTHRINGEN* Inhalt: Ueber die Berechnung der Stockwerkszahl nach der B.O. und der Vollz.-Verf. — Corpshaus „Suevia“ München. — Zur Lage. — Wettbewerbe. — Kl. Mitteilungen. — Der Schutz des geistigen Eigentums und das Ebinger Rathaus. — Wettbewerb für den Neubau des Polizeipostens in Basel. — Vereinsmitteilungen. — Zentrifugalpumpen. Alle Rechte Vorbehalten. Ueber die Berechnung der Stockwerkszahl nach der Bauordnung und der Vollziehungsverfügung In Art. 37 und 38 der württemb. Bauordnung vom 28. Juli 1910 sind die Bestimmungen über Höhe und Stock ­ werkszahl der Gebäude enthalten. Während die B.O. vom Jahre 1872 lediglich Bestim ­ mungen über die größte zulässige Gebäudehöhe kannte, ging die neue B.O. hier weiter. Der Abs. 9 des Art. 37 der letzteren regelt, wenn auch nicht als unbedingte, so doch als Sollvorschrift die Zahl der im allgemeinen zu ­ lässigen Stockwerke. Eine Ergänzung erfahren die Art. 37 und 38 der B.O. im Art. 39 derselben. Dieser behält es in seinem Abs. 1 der O.B.S. vor, hinsichtlich der zulässigen Höhe und Stockwerkszahl der Gebäude weitergehende als die aus den beiden ersten Artikeln sich ergebenden Beschrän ­ kungen festzusetzen und in dem 2. Absatz können u. a. über die Berechnung der Stockwerkszahl, insbesondere über die Voraussetzungen der Einrechnung von Unter ­ geschossen und Dachgeschossen in die Zahl der Stock ­ werke nähere Vorschriften im Verordnungsweg erlassen werden. Da und dort wird von den Gemeinden, wo das all ­ gemeine öffentliche Interesse dies gebietet, von dem ihnen zustehenden Recht aus Abs. 1 des vorangezogenen Art. Gebrauch gemacht und auch der Entwurf der neuen Stutt ­ garter O.B.S. sieht Beschränkungen in den einzelnen' Straßen und Bauzonen vor. Vom Abs. 2 des Art. 39 der B.O. wurde in der M.I.Vfg. zum Vollzug der B.O. Gebrauch gemacht und zwar ist es im § 28 dieser Verf. festgelegt, wann Unter- und Dach ­ geschosse volle Stockwerke sind. Die dort gegebene Einschränkung der Untergeschoß ­ höhe auf 2,0 m, die Beschränkung des Dachneigungs ­ winkels auf 60 Grad und der Kniestockhöhe auf 1,50 m, sowie der Gesamtlänge der Dachaufbauten bei Traufhäu- sern auf die halbe Gebäudelänge begegnete nur in wenigen Fällen Schwierigkeiten. Dagegen wurde seit ihrem Inkrafttreten die in Abs. 2 Ziff. 2 c, festgelegte Bestimmung, daß das Dachgeschoß dann als Vollstock gilt, wenn es ohne Einrechnung der Treppen und Gänge auf mehr als seine halbe Grundfläche zu Wohnzwecken eingerichtet wird, vom bauenden Publi ­ kum als eine der mißliebigsten Neuerungen des neuen Baugesetzes betrachtet. Verständlich ist dies wohl, wenn man bedenkt, daß damit die altherkömmliche Ausnützung des Dachstocks eine wesentliche Einschränkung erfuhr, die immerhin als einschneidend bezeichnet werden kann. Die ungünstige Aufnahme dieser Bestimmung wurde noch gesteigert durch die Unsicherheit über die Art der Berechnungsweise des Dachausbaus. Bei genauer Aus ­ legung des Wortlauts dieses Abs. c a. a. O. kann kein Zweifel bestehen, daß nach Abzug von Treppen und - tfescfie/r - MM •kvw'io' I ■&*"****. , Qrtjcfräftri'«*