72 BAUZEITUNG Nr. 9 sich ohne genaue Kenntnis der örtlichen Verhältnisse nicht beurteilen. Bei Eisenblechröhren kommt es häufig vor, daß sie mit einer ziem ­ lich festhaftenden Walzhaut überzogen sind, welche die feste Verbindung zwischen dem Anstrichmittel und dem Eisen unmöglich macht. Wenn obengenanntes hier zutrifft, so empfielt es sich, die Rinnen nach einiger Zeit gründlich zu entrosten, damit der auf die gereinigten und den von Walzhaut befreiten Eisenblechrinnen aufgebrachte Inertol-Anstrich seine Schutzwirkung richtig auszu ­ üben vermag. 3. Wenn das Preolit abblättert so ist der Anstrich eben nicht nach der Gebrauchsanweisung erfolgt. Entweder die zu streichende Fläche war noch nicht trocken genug, oder das Preolit ist unver ­ dünnt aufgebracht worden. Nach der Gebrauchsanweisung soll ein zweimaliger Anstrich erfolgen und zwar ist der erste verdünnt aufzutragen, damit das Preolit in die Poren des Betons eindringen kann. Wird so verfahren, dann würden sich Anstände, wie der von Ihnen geschilderte, unbedingt vermeiden. Anfrage. Wie lange hat ein bauleitender Architekt Zeit, um die ihm übergebenen Meßurkunden des Unternehmers zu prüfen, vom Tage der Uebergabe an gerechnet? M. C. Antwort. Die Rechnungsprüfung soll nach § 17 der Allge ­ meinen Vertragsbedingungen binnen 2 Monate erfolgen. Anfragen, ln einer Oberamtsstadt soll eine Schwesterstation mit Kleinkinderschule errichtet werden. 1. Kann das Oberamtsphysikat die Vorlage der Pläne zwecks Begutachtung vom Bauherrn (Verein für Krankenpflege) direkt verlangen ehe die baupolizeiliche Vorlage erfolgt, oder ist es Sache der Baupolizeibehörde, das Oberamtsphysikat hierüber zu hören? 2. Kommen für ein derartiges Gebäude die Vorschriften über Ausführung und Einrichtung von Schulhäusern in Württemberg in Frage oder bestehen hiefür besondere Vorschriften, wenn ja, welche? 3. In welcher Zeit wurden die neuesten Vorschriften über Aus ­ führung von Schulgebäuden herausgegeben? 4. Kann bei den Vorschriften mit Bezug auf Licht und Luft, sowie Spielplatz und Raumabmessung der Höchstmaßstab ange ­ legt werden, da es sich um Aufenthaltsräume für Kinder von 2'/ 2 bis 6 Jahren handelt, die sich lediglich mit Spielen unterhalten? 5. Muß die Forderung eines gedeckten Spielplatzes unter alleu Umständen eingehalten werden? E. Antwort. Soll das Gebäude nur zur Wohnung von Kranken ­ schwestern dienen, so gelten lediglich die baupolizeilichen Vor ­ schriften der B.O., der Vollz.-Vorschriften und der Ortsbausatzung, sollten aber auch Kranke aufgenommen werden, so ist unter Um ­ ständen nach § 30 der Gew.-Ord. hiezu eine Konzession erfor ­ derlich. Zu 2: Nein. Zu 3: 20. Dezember 1911, Reg.-Bl. S. 780. Zu 4 und 5: Nein. Anfragen. Dürfte ich um Auskunft über folgende baupolizei ­ lichen Anfragen bitten: 1. Wie müssen Kamine für Wohnzwecke, welche durch Scheuer ­ räume geführt werden (§41 Abs. 6 der Vollzugsverf.) verwahrt VFOSVjSR Gipfdicl 5cm ip = "2/0 i 111 H werden und in welchem Abstand ? Genügt eine Verwahrung nach nebenstehender Skizze? 2. Kann der Einbau von Wohnräumen über bestehenden Stall ­ oder Scheuerräumen nach der Bauordnung untersagt werden? 3. Darf eine Sickerungsanlage in einem noch wenig bebauten Stadtteil, welcher ohne Kanalisation ist, im Grundstück des Haus ­ besitzers nach nachstehender Skizze ausgeführt werden ? 4. Welche Firma stellt Dachkonstruktionen in Eisenbeton her und wo sind solche schon ausgeführt? B. H. Antwort. Zu 1. Die in § 41 Abs. 6 der Min.-Verf. über Feuerungseinrichtungen vom 22. Jan. 1911 vorgeschriebene Schutz ­ vorrichtung soll verhindern, daß leicht brennbare Stoffe wie Heu, Stroh, Futter und dergl. unmittelbar an den Kaminwänden gelagert werden. Aus was die Schutzvorrichtung bestehen und in welchem Abstand vom Kamin sie angebracht werden muß, ist nicht vor ­ geschrieben. Die von Ihnen vorgesehene Verwahrung genügt, hat aber den Nachteil, daß etwaige an den Kaminwänden entstehende Schäden schwer wahrgenommen und schwer ausgebessert werden können. Würden die Gipsdielen oder Verschlüge aus eng gestellten Latten an der Außenseite der vorgesehenen Pfosten und abnehmbar an ­ gebracht, so würde der Nachteil vermindert. Zu 2. Es kommt auf die Größe der Scheuerräume an; die hiefür maßgebenden Bestimmungen finden sich in Art. 89 der B.O. Für die Decke zwischen Stall- und Scheuerräumen und den darüber liegenden Wohnräumen kommen die Vorschriften von §49 Abs. 4, § 54 Abs. 1 und § 77 Abs. 1 der Vollz.Verf. zur B.O. in Betracht. Zu 3. Nach Art. 40 Abs. 3 Satz 3 der B.O. dürfen Sicker ­ gruben zur Aufnahme des häuslichen und gewerblichen Abwassers nur ausnahmsweise und in widerruflicher Weise, nur für vereinzelt liegende Gebäude und nur dann gestattet werden, wenn eine andere Art der Beseitigung des Abwassers nach Lage der Oert- lichkeit ohne unverhältnismäßig hohe Kosten nicht möglich ist. Es ist demnach kaum anzunehmen, daß die Baupolizeibehörde im vorliegenden Falle eine Sickergrube oder einen Sickergraben zuläßt. Zu 4. Jede größere Eisenbetonfirma führt auch Dachkon ­ struktionen in Eisenbeton aus. Ausgeführt sind solche Dachkon ­ struktionen bei der neuen Markthalle, der Fabriken von Bosch an der Militärstraße und von Bleyle an der Rotebühlstraße, teilweise beim Eberhardsbau und beim K. Reithaus in der Neckarstraße, sämtliche in Stuttgart. Wenden Sie sich an eine der Eisenbeton ­ firmen, die aus dem Inseratenteil der Bauzeitung ersichtlich sind. B. Verantwortlich : Karl Schüler, Stuttgart, Richard Gebhardt, Stuttgart. Druck: Gustav Stürner in Waiblingen.