124 BAUZEITUNG Nr. 16 Größen, keineswegs aber, wie das so häufig geschieht, durch Weglassung der Angabe über die Herkunft dieser Größen, welche zwar dem Verfasser während der Herstel ­ lung der Berechnung wohl bewußt sein mag, nach Wochen oder Monaten aber diesem oder gar einem Uneingeweihten nur zu oft zum Anlaß mühsamen und unsicheren Suchens wird. Man verbinde deshalb kurze Schlagworte mit der oben erwähnten Bezeichnung und schreibe z. B. Decke q= . . ., oder Mauer Q-= . . ., Raddruck P= . . . usf. Ist der Zweck der vorstehend aufgeführten Einteilung und Bezeichnung gleichsam die äußere Uebersichtlichkeit, so sei jetzt ein Umstand betont, dessen Berücksichtigung wesentlich zur inneren Klarheit und Sicherheit der Rech ­ nung beiträgt, und dessen Außerachtlassung leicht zur Quelle mancher Fehler werden kann: Die Angabe der Di ­ mensionen, d. h. der Maßeinheiten, in welchen die stati ­ schen Größen aufgeführt und rechnerisch verarbeitet sind. Benutzung von Formeln aus Taschenbüchern etc. gerade die Prüfung auf die Richtigkeit der Dimension eine be ­ queme und bewährte Vorsichtsmaßregel zur Vermeidung grober Fehler darstellt. Ein kurzes Beispiel möge dies näher beleuchten: Aus einem Taschenbuch wurde für die größte Durchbiegung eines am Ende durch eine Einzellast belasteten Kragträgers von der Länge 1, dem Elastizitäts ­ maß E und dem Trägheitsmoment J die Größe f = ~ö~g _ p P l 3 entnommen, während es heißen sollte ^ Die Probe auf die Dimension läßt sofort die Unrichtigkeit des ersten Wertes erkennen, denn aus denselben ergibt sich kgXcm 2 cm 2 kg cm 2 X cm 4 cm- Backnang. Aspacher Brücke über die Murr Teilansicht Man mache es sich zur festen Gewohnheit, bei jeder Last ­ oder Maßangabe, bei jedem Resultat, gleichviel ob Zwi ­ schen- oder Endergebnis, die Dimension beizusetzen! Die Wahl der Dimension ist wohl für das Resultat, nicht aber für den rechnerischen Arbeitsaufwand gleich- gütig und sie hängt von der Art der Konstruktion und der Größe der dabei auftretenden Kräfte ab. Am zweckmäßig ­ sten ist jene, bei welcher die am häufigsten vorkommenden Größen bequeme, d. h. weder sehr große noch sehr kleine Zahlen sind. Deshalb erweist es sich meist wünschens ­ wert, bei der Bestimmung der äußeren Kräfte (Lasten, An ­ griffsmomente etc.) andere und zwar größere Dimensio ­ nen zu verwenden als bei der Festlegung der inneren Kräfte (Widerstands-, Trägheitsmomente, Spannungen etc.) Besondere Vorsicht ist hinsichtlich der Dimensionen bei Berechnungen geboten, in denen Elastizitätskonstante, Wärmeausdehnungskoeffizienten und dergl. verkommen, da diese weniger geläufig und anschaulich sind. Vorübergehend möge hier noch darauf hingewiesen werden, wie sehr bei allgemeinen Ansätzen, etwa bei der also eine absolute Zahl und keine Längengröße (cm), wie es die Durchbiegung doch sein müßte. Wenn man mit dieser Probe auch nicht erfährt, worin der event. Fehler besteht, so verhütet die Erkenntnis, daß überhaupt ein solcher vorliegt, doch schon viele unnütze Rechenarbeit. Nun noch einige Worte über die Darstellung der nume ­ rischen Ansätze. Zur Erreichung der hier nötigen Klar ­ heit ist es dringend geboten, die Zahlen in einer, an und für sich willkürlichen, aber sich stets wiederholenden Reihenfolge in die Rechnung einzuführen (beispielsweise bei Lastenberechnung stets Zahlenfaktor X Länge X Breite X Breite X spez. Volumgewicht), andererseits schon durch die Schreibweise den Charakter der Zahl ersichtlich zu machen; demnach schreibe man unbenannte ganzzahlige Faktoren ohne Dezimalen und schätzungsweise angenom ­ mene oder abgerundete Worte (Eigengewichte, Nutz ­ lasten etc.) auch ohne oder jedenfalls nicht mit mehr Dezi ­ malen, als dieses für die erforderliche Genauigkeit des Re ­ sultats unbedingt nötig ist.